Wednesday, 25. May 2016
18.12.2013
 
 

Acht Gründe dafür, dass Depressionen heute so häufig sind

Mike Bundrant

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation leiden weltweit 121 Millionen Menschen an einer klinischen Depression. In dieser Zahl ist jeder zehnte Amerikaner erfasst. Besonders beunruhigend ist, dass die Häufigkeit von Depressionen mit einer Rate von 20 Prozent jährlich zunimmt.

Warum ist die Depression zu so einem Problem geworden? Es folgen acht Gründe, die durch wissenschaftliche Beweise untermauert sind.

 

1. Toxische Lebensmittel: Sie vergiften das Gehirn, sodass es nicht richtig arbeiten kann

 

Industriell verarbeitetes Junkfood wird von der Wissenschaft mit Depression in Verbindung gebracht. Forscher am University College London haben den Zusammenhang zwischen Depression und Ernährung untersucht. Dabei entdeckten sie, dass die Wahrscheinlichkeit einer Depression bei Menschen, die normalerweise sehr viel gesüßte Desserts, frittierte Lebensmittel, industriell verarbeitetes Fleisch, raffiniertes Getreide und fettige Milchprodukte essen, um 58 Prozent erhöht ist.

 

Umgekehrt ist die Wahrscheinlichkeit bei Menschen, die sich vollwertig ernähren – mit Obst, Gemüse und mageren Produkten – um 26 Prozent erniedrigt. Bei den industriell verarbeiteten Lebensmitteln fehlen die entscheidenden Nährstoffe, die Geist und Körper funktionsfähig erhalten. Vitamin D, Omega-3-Fettsäuren, Magnesium, Spurenelemente … all das suchen Sie in einem Pop Tart vergeblich.

 

2. Schwermetalltoxizität: Der stille Saboteur

 

Die Schulmedizin zieht das Risiko des Kontakts mit Schwermetallen gar nicht in Erwägung. Doch tatsächlich gibt es keine unbedenklichen Werte für den Kontakt mit Schwermetallen. Wenn sie in den Organismus gelangen, beginnen sie ihr Zerstörungswerk. Es ist bekannt, dass Schwermetalle wie Blei, Quecksilber und Cadmium die kognitive Funktion beeinträchtigen und Depression und andere neuropsychiatrische Symptome verursachen. Die Metalle sammeln sich mit der Zeit im Körper an, es ist kein besonderer Kontakt erforderlich, um langfristige Schäden davonzutragen.

 

In diesem Bereich sollte dringend weiter wissenschaftlich geforscht werden, auch wenn sich die Beweise jetzt schon mehren. (Siehe die Quellen am Ende des Beitrags.) Suchen Sie nach Schwermetall-Entgiftungsmethoden, wenn Sie glauben, dass Sie betroffen sind. Häufige Quellen von Schwermetallen sind Quecksilberfüllungen, Impfstoffe, Farbe auf Bleibasis (in Häusern, die vor 1978 errichtet wurden), Zigaretten, belasteter Fisch, das Wohnen in der Nähe einer Mülldeponie, die Arbeit in einer Zahnarztpraxis.

 

3. Zu wenig Natur: Vermeiden, was den Körper erdet

 

Laut der gemeinnützigen Organisation Mind aus England, die sich mit seelischer Gesundheit befasst, profitieren 90 Prozent der Menschen nach eigenen Angaben sehr von einer Öko-Therapie. Zur Öko-Therapie gehören einfache Outdoor-Aktivitäten wie Wandern in der Natur oder Gärtnern. Ein anderer Bericht der britischen Wohltätigkeitsorganisation Ramblers and Macmillan Cancer Support besagt, dass schon zweieinhalb Stunden Wandern oder Gärtnern in der Woche Leben retten können, weil es das Stressniveau senkt und den Menschen gesünder und glücklicher macht.

 

Noch eine Studie, dieses Mal von der University of Colorado in Boulder, zeigt, dass eine Woche Campen in freier Natur die biologische Uhr wieder richtig stellt, eine positive hormonelle Veränderung bewirkt und Sie geistig reger macht. Wir haben den Kontakt zur Natur verloren. Unsere nackte Haut berührt kaum je die Erde, saugt nur selten den Sonnenschein ein. Wir leben in geschlossenen Räumen, kleben an unseren elektronischen Geräten, und das beeinträchtigt Geist und Stimmung.

 

4. Psychische Bindung: Unbewusst immer wieder das alte, bekannte Elend suchen

 

Eine psychische Bindung entsteht, wenn man vertrauter damit ist (und deshalb auch mehr Freude daran hat), sich elend als sich wohl zu fühlen. Wenn Sie in einer emotional gestörten Familie aufgewachsen sind, dann konnten Sie gar nicht anders, als die negativen Botschaften, die Sie erhielten, zu internalisieren – sehr schmerzhafte Botschaften wohlgemerkt.

 

Wie sind Sie als Kind mit dem täglichen Ansturm emotionalen Schmerzes umgegangen? Sie taten das Einzige, das Sie tun konnten: Sie lernten, ihn hinzunehmen. Mit anderen Worten, gegen Ihren Willen entwickelten Sie eine Toleranz für emotionale Angst. Etwas anderes blieb Ihnen damals nicht übrig.

 

Inzwischen ist emotionale Angst die Norm in Ihrem Leben. Die hinzunehmen, gekoppelt mit der fehlenden Vertrautheit mit Wohlgefühl, lässt Sie immer wieder Entscheidungen treffen, durch die das vertraute Elend erhalten wird. Tatsächlich können viele Menschen aufgrund dieser Bindungen Glück gar nicht tolerieren. Sie kommen sich fremd und verängstigt vor.

 

5. Konsumismus: Der Wunsch nach Dingen, die ein Gefühl der Leere erzeugen

 

Massen-Konsumismus ist ein modernes Phänomen, das von Edward Bernays, dem Vater der Public Relations, bewusst geschaffen wurde. Bernays und seine Kunden in großen Unternehmen hatten dabei ein Ziel im Auge: die Menschen so zu programmieren, dass sie sich Dinge wünschten, die sie gar nicht brauchten. Bernays und seine Mitstreiter sprachen von der »Schaffung von Glücksmaschinen«. Wenn Sie Verbrauchsgüter mit Glück, Status, Reichtum und Macht gleichsetzten, würden die Menschen wie kleine Roboter sofort anfangen, sich diese Dinge zu wünschen. Es hat funktioniert. Willkommen in Amerika.

 

Natürlich hat es uns elend gemacht. Die Wissenschaft hat bewiesen, dass Konsumismus – die Suche nach Glück in Dingen, die kein Glück verschaffen, und weiter nach Dingen zu suchen, um die immer größere Leere zu füllen – zur chronischen Depression führt. Eine Untersuchung, die an der Northwestern University durchgeführt wurde, hat ergeben, dass Menschen, denen Reichtum, Status und materielle Güter sehr viel bedeuten, stärker deprimiert, ängstlicher und weniger kontaktfreudig sind als Menschen, denen diese Dinge nichts bedeuten.

 

Materialismus ist nicht nur ein persönliches Problem. Es ist auch umfeldbezogen. »Wir haben gesehen, dass Menschen unabhängig von der Persönlichkeit in Situationen, die ein Konsumdenken aktivieren, dieselben problematischen Muster im Befinden zeigen, einschließlich negativer Emotion und sozialer Loslösung«, sagt der Psychologie Galen V. Bodenhausen von der Northwestern University.

 

6. Kein Sport: Die Bereitwilligkeit zur Lethargie

 

Laut Mayo-Klinik mindert und verhindert Sport Ängstlichkeit und Depression. Durch die Bewegung werden Glückshormone freigesetzt, sie hilft bei der Entgiftung und erhöht die Körpertemperatur, was beruhigend wirkt. An der Harvard University wurde eine Untersuchung der wissenschaftlichen Literatur seit 1981 durchgeführt. Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass sich regelmäßiger Sport bei leichter bis mäßiger Depression positiv auswirkt. Ganz ohne Sport hätte die Krankheit einen Betroffenen sehr schnell im Griff. Leider treiben 80 Prozent der Amerikaner nicht regelmäßig Sport, wie die Centers for Disease Control and Prevention berichten.

 

7. Unwissenheit über Gefühle: Negative Emotionen im Körper einsperren

 

Es ist wichtig, Gefühle wie Traurigkeit, Schmerz und Trauer zu äußern. Wenn Sie sie nicht unterdrücken, beginnen sie zunächst im Rumpf und breiten sich aufwärts aus über Brust, Kehle, Gesicht und Mund und Augen. Der natürliche Fluss von Emotionen bringt die Gefühle aus Ihrem Körper heraus und macht eine Erholung möglich.

 

Wenn man Ihnen aus irgendeinem Grund erzählt hat, dieser natürliche Vorgang sei schlecht, dann haben Sie gelernt, die emotionale Energie dadurch zu blockieren, dass Sie Bauch, Brust, Kehle, Schultern und Gesicht verspannten. Die Gefühle können nicht nach außen dringen. Mit anderen Worten, Pressen und Verspannen hält die Emotionen in Ihrem Körper gefangen. Bei weiteren schmerzlichen Erfahrungen werden die Emotionen weiter unterdrückt. Das erfordert enorm viel Energie. Es erzeugt eine chronische Muskelverspannung. Es ist anstrengend. Natürlich fühlen Sie sich am Ende gefangen, hoffnungslos, isoliert und nicht geerdet.

 

8. Es ist eine Diagnose: Die Depression fördern

 

Firmen, die Medikamente gegen Depression verkaufen, haben ein Motiv. Sie wollen, dass Menschen die Symptome einer Depression erkennen. Sie geben ihr einen Namen, füllen ein Gegenmittel ab und verkaufen es.

 

Das Etikett »Depression« ist ein zweischneidiges Schwert. Für viele bedeutet es eine Erleichterung, zu verstehen, dass die Symptome etwas Häufiges und Reales sind. Andere werden Opfer der Diagnose. Nachdem sie ihrem Arzt ein paar Beispiele für schlechte Laune genannt haben, drückt ihnen der Arzt einen Stempel auf und verschreibt Medikamente. Und übersieht dabei mit Sicherheit andere Optionen!

 

Wenn bei immer mehr Menschen die Diagnose gestellt wird, können immer mehr Menschen ihre Erfahrungen in die Depressions-Box einpassen. Die Reklame für die Diagnose kann für das Gewahrwerden einer Depression verantwortlich sein.

 

Wissen, was Sie tun können, damit es Ihnen besser geht, es aber nicht tun

 

Die wirkliche Crux bei der Depression ist ihre mögliche Hartnäckigkeit. Viele Menschen mit einer Depression machen eine Liste von Dingen, die sie tun könnten, damit es ihnen etwas besser geht, aber dann können sie diese Dinge nicht tun.

 

Das spricht für psychische Bindungen, der Grund, warum wir uns an den Schmerz klammern, als wäre er unser Freund. Wir haben gelernt, uns mit der Depression einzurichten wie mit einem alten, vertrauten Schuh. Also vermeiden wir, etwas zu tun, das uns gesund machen würde.

 

Schwere Fälle von Depression sind gefährlich, sogar lebensbedrohlich. Sie ist nicht unbedingt leicht zu überwinden, doch die Gründe scheinen klar. Und es gibt sehr viel, das Sie tun können, damit es Ihnen besser geht.

 

Quellen:

 

BBC.co.uk

NaturalNews.com

MSSM.edu

NYDailyNews.com

PsychologicalScience.org

MayoClinic.com

Harvard.edu

CBSNews.com

 

 

 


 

 

 

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