Montag, 5. Dezember 2016
26.01.2012
 
 

Krebsmedikamente machen Tumore aggressiver und gefährlicher

S. L. Baker

Wenn Befürworter der Naturheilkunde vor dem herkömmlichen Waffenarsenal zur Krebsbekämpfung wie Chemotherapie und Bestrahlung warnen, so sind sie in der Regel darüber besorgt, dass diese Therapien den Patienten auf vielfältige Weise schwächen und ihm schaden. Wissenschaftler dagegen ziehen einige dieser Therapieformen aus anderen Gründen in Zweifel. Es erweist sich nämlich, dass manche Chemotherapie einen Tumor zwar kurzfristig absterben oder schrumpfen lässt, tatsächlich aber bewirken kann, dass sich die bösartige Geschwulst langfristig weit gefährlicher entwickelt.

NaturalNews beispielsweise hat schon vor einiger Zeit berichtet, dass Wissenschaftler des Krebszentrums und der Chemischen Fakultät an der University of Alabama in Birmingham (UAB) zurzeit untersuchen, ob es möglich ist – was sehr real erscheint –, dass abgestorbene Krebszellen, die nach einer Chemotherapie übrig bleiben, den Krebs veranlassen, sich auf andere Körperbereiche

auszuweiten (Metastasierung). Jetzt wird gemeldet, dass Zellen eines noch wenig erforschten Typs, die Pericyten, die sich in der so genannten Mikroumgebung eines Krebstumors finden, Weiterentwicklung und Metastasierung der Krebsgeschwulst aufhalten können. Bestimmte Krebszellen können nun dadurch, dass sie diese Zellen zerstören, den Krebs unbeabsichtigt noch aggressiver machen und die Wahrscheinlichkeit der Ausbreitung mit tödlichem Ausgang erhöhen.

 

Wie die Fachzeitschrift Cancer Cell in der neuesten Ausgabe vom 17. Januar berichtet, hat eine neue Studie ergeben, dass Angiogenese-Hemmer in der Krebstherapie (Medikamente, die den Tumor dadurch zum Schrumpfen bringen, dass sie dessen Blutversorgung unterbrechen) möglicherweise die natürliche Abwehr des Körpers gegen den Krebs lahmlegen, indem sie bestimmte Pericyten zerstören, die allem Anschein nach als wichtige Türhüter gegen die Krebsausbreitung und Metastasierung dienen. Pericyten sitzen in der Wand der Blutgefäße und fördern deren Wachstum.

 

Bei dem neuen Forschungsprojekt untersuchte Dr. Raghu Kalluri, Leiter der Abteilung Matrix-Biologie am Beth Israel Deaconess Medical Center (BIDMC) und Medizinprofessor an der Harvard Medical School (HMS), zunächst, ob das Vorgehen gegen die Pericyten das Tumorwachstum auf dieselbe Weise hemmen könnte wie andere Angiogenese- Hemmer.

 

Dr. Kalluri und sein Team arbeiteten mit genmanipulierten Mäusen. Dann entfernten sie Pericyten in implantierten Brustkrebstumoren der Mäuse, so dass die Zahl der Pericyten um 60 Prozent verringert war.

 

Im Vergleich zu Kontrolltieren zeigte sich nach 25 Tagen, dass die Krebstumore um 30 Prozent geschrumpft waren. Doch bei diesen Ergebnissen gab es eine ernstzunehmende Kehrseite: Entgegen der medizinischen Mainstream-Weisheit entdeckten die Forscher, dass die Zahl von Sekundärtumoren in der Lunge bei den behandelten Mäusen um das Dreifache erhöht war, dass also die Tumore Metastasen gebildet hatten.

 

Wie Krebsmedikamente Krebszellen verbreiten können

»Auf das Tumorwachstum allein bezogen waren die Ergebnisse gut«, sagt Dr. Kalluri in einer Pressemitteilung. Betrachte man jedoch das Gesamtbild, so werde der Krebs durch die Hemmung der Blutgefäßbildung im Tumor aber nicht gehemmt, sondern der Krebs breite sich aus. »Das ist für uns ein Hinweis, dass die Blutgefäße innerhalb des Tumors schwächer und durchlässiger wurden, als sie ohnehin in den meisten Tumoren schon sind, und das verringerte die Sauerstoffversorgung des Tumors«.

 

Dadurch würden die Krebszellen mobiler, erklärte er, und könnten durch diese durchlässigen Gefäße an andere Orte wandern. Dies habe auch zur Folge, dass sich Krebszellen mehr wie Stammzellen verhielten, also besser überleben könnten.

 

Da bekannt ist, dass Krebsmittel wie Imatinib, Sunitinib und andere die Zahl der Pericyten in Tumoren verringern, führten die Forscher dieselben Experimente auch an Mäusen mit Primärtumoren durch. Nur verwendeten sie dieses Mal Chemotherapie-Medikamente wie Imatinib und Sunitinib anstelle von Genmanipulation zur Verringerung der Zahl der Pericyten. Sowohl Imatinib als auch Sunitinib verursachten einen Rückgang der Pericyten um 70 Prozent – und erhöhten die Häufigkeit von Metastasen auf das Dreifache.

 

Um herauszufinden, ob diese Ergebnisse auch für Menschen relevant sind, untersuchten die Forscher 130 Gewebeproben von menschlichen Brusttumoren unterschiedlicher Stadien und Größe und verglichen die Zahl der Pericyten mit dem weiteren Krankheitsverlauf. Wie sich zeigte, entsprachen die Proben mit geringerer Pericytenzahl in den Tumorgefäßen den am stärksten invasiven Krebsformen, der Bildung von Fernmetastasen und einer Fünf- bis Zehnjahres-Überlebensquote von unter 20 Prozent.

 

»Diese Ergebnisse stellen eine Herausforderung dar, sie werden die klinischen Programme zur Tumor-Angiogenese beeinflussen«, erklärte Ronald A. DePinho, Präsident des MD-Anderson-Krebszentrums an der University of Texas in einer Pressemitteilung. »Aufgrund dieser beeindruckenden Studien wird die therapeutische Herangehensweise bei vielen Krebsformen wohl angepasst und verfeinert werden müssen.«

 

 

Weitere Informationen unter:

Beth Israel Deaconess Medical Center

 

 


 

 

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