Euro? – Nein!
Michael Grandt
Uns wird der Euro als Heilsbringer verkauft, der uns Wohlstand und Sicherheit garantiert. Doch wie wir spüren, ist gerade das Gegenteil der Fall. Es gibt zudem einige europäische Länder, für die ist die Gemeinschaftswährung eher Fluch als Segen.
Es gibt sie noch, die Euro-Verweigerer, jene Staats- und Regierungschefs, die sich nicht von vollmundigen Beteuerungen und Schwindeleien europäischer Heilsbringer haben einlullen lassen. Ganz vorn mit dabei ist Tschechien. Präsident Vaclav Klaus gilt als einer der hartnäckigsten Gegner des Euro. Auch sein Premier Petr Necas und Nationalbankchef Miroslav Singer teilen seine Ablehnung: Ihr Land hat nichts in der Eurozone verloren, jedenfalls in nächster Zeit nicht.
Ein Novum in der Geschichte der EU: Das tschechische Finanzministerium und die Nationalbank weigerten sich, einen konkreten Beitrittstermin zur Eurozone zu nennen, obwohl sie dazu vertraglich eigentlich verpflichtet sind. Zudem weigerten sich die Tschechen, dem Europäischen
Wechselkursmechanismus beizutreten, der die Vorstufe zur Einführung des Euros ist. Das hat es bisher noch nicht gegeben. Doch die Tschechen sind angesichts des bankrotten Griechenlands und Irlands, dem schwächelnden Portugal und Spanien einig, dass der Euro mehr Fluch als Segen ist. Präsident Klaus geht sogar noch weiter, für ihn beschneidet die Gemeinschaftswährung die nationale Souveränität. Um noch mehr Zeit zu gewinnen, besetzt Klaus die Spitze seiner Nationalbank durchgehend mit Euro-Skeptikern.
Weiter im Norden herrscht schon längst eine Ablehnung gegen den Euro: Dänemark hatte sich schon klugerweise bei seinen EU-Beitrittsverhandlungen von der Pflicht der
Euro-Einführung entbinden lassen – und zwar ganz offiziell mit Brief und Siegel. Wollte man jetzt den Euro, müsste dies über eine Volksabstimmung geschehen.
Auch die Schweden arbeiten mit einem Trick, um nicht zur europäischen Gemeinschaftswährung gezwungen zu werden: Die schwedische Krone wurde einfach nicht an das Europäische Währungssystem (EWS) gebunden. Somit verstößt man auch nicht gegen den Maastricht-Vertrag. Das funktioniert seit Jahren. Auch in Schweden geht nichts ohne den eigentlichen Souverän, den Bürger. Denn auch hier wäre eine Volksabstimmung nötig, um den Euro einzuführen. Die ist aber bereits im Jahr 2003 gescheitert. Und wie in Dänemark sehen auch die Schweden dazu keine Veranlassung, weil es in beiden Ländern eine deutliche Ablehnung gibt und sich die beiden Volkswirtschaften ohne den Euro viel besser entwickelt haben, als im Euro-Raum.
In Großbritannien regieren jetzt auch wieder die Euro-Gegner: Die Regierungskoalition hat einen Beitritt im Koalitionsvertrag förmlich ausgeschlossen.
So bleiben Tschechien, Dänemark, Schweden und Großbritannien vom Euro-Albtraum verschont – bis jetzt jedenfalls.
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