Sunday, 28. August 2016
20.09.2011
 
 

Italien herabgestuft!

Michael Grandt

Der Europa-Crash geht in die nächste Phase: Für die drittgrößte Volkswirtschaft der EU wird es jetzt immer schwieriger, sich zu refinanzieren.

Es kam, wie es kommen musste: Die Rating-Agentur Standard & Poor’s (S&P) hat die Kreditwürdigkeit Italiens weiter herabgestuft. Bei der langfristigen Bonität wird Berlusconi-Land jetzt mit der Note »A« (bisher: »A+«) bewertet. Die kurzfristige Kreditwürdigkeit wurde von »A-1+« auf »A-1« abgestuft. Der Ausblick ist »negativ«, es könnte also noch weiter bergab gehen.

Die Begründung von S&P: »Die Herabstufung spiegelt unsere Meinung nach die schlechter werdenden Wachstumsaussichten für Italiens Wirtschaft wider«, da die verabschiedeten Reformen

nicht ausreichten; zudem falle die Regierung durch eine mangelnde Handlungsfähigkeit auf. »Wir glauben, dass das reduzierte Tempo von Italiens wirtschaftlicher Aktivität die revidierten Finanzziele der Regierung schwer erreichbar macht.«

 

Italien drohen nun noch höhere Zinsen für die Kreditaufnahme – und das, obwohl das Land schon den zweithöchsten Schuldenstand in der gesamten EU hat. Es wird immer enger, denn auch die andere große Ratingagentur, Moody’s, hat ebenfalls mit einer Herabstufung gedroht.

Schon im Mai 2011 gab der Vermögensverwalter Felix Zulauf im Handelsblatt (23.05.2011) ein Interview zur Schuldenkrise. Nach Griechenland, Irland und Portugal sieht er Italien als das nächste Land, das in Schwierigkeiten geraten wird: »Die Einlagen der Kunden bei den Banken sinken. Wir erleben einen Bank-Run in Zeitlupe. Die Banken in Italien wie auch in Spanien werden mit immer kurzfristigeren Mitteln refinanziert. Bald wird in Italien der größte Käufer der Staatsanleihen ausfallen. Das heißt: Die Renditen müssen steigen. Und die Bombe in Italien wird noch in diesem Jahr platzen.«

Die Zinsdiskrepanz zwischen deutschen und italienischen Staatsanleihen betrug mittlerweile bis zu 370 Basispunkte und ist damit höher als der Zinssatz für spanische Bonds. Die Märkte glauben der Regierung in Rom nicht, dass sie mit den Anti-Krisen-Maßnahmen ihre Schulden abbauen und ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum generieren kann.

Der Europa-Crash geht in die nächste Phase.

 

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Quelle der Zitate:

http://www.tagesschau.de/wirtschaft/ratingitalien100.html

 

 


 

 

 

 

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