Mittwoch, 7. Dezember 2016
08.11.2011
 
 

Die Angst geht um – aber warum?

Andreas von Rétyi

Seit einiger Zeit schon lässt sich ein interessantes Phänomen feststellen: Stets wachsende Angst in allen Lebensbereichen. Die Ursachen sind unterschiedlicher Natur, fragt sich nur, ob die uns plagenden Ängste wirklich gerechtfertigt sind. Hinzu kommt aber ein weiteres Phänomen: Derzeit zirkulieren in den Massenmedien einige Berichte, die überraschenderweise abwiegeln. Hintergrund dessen ist ein aktueller Kinofilm. Und auch der hat einen bemerkenswerten Hintergrund.

Sind viele Menschen heute nicht mehr in der Lage, ihre Ängste unter Kontrolle zu halten? Lauern in unserer Gesellschaft zu viele Gefahren, und woran liegt es, dass sich ein nicht unerheblicher Prozentsatz der Bevölkerung so unsicher fühlt? Es scheint so, als ob Gefahren allerorten lauern. Auch die allgemeine Berichterstattung lädt nicht unbedingt zur Heiterkeit ein. Mittlerweile hören wir

sogar in den Massenmedien klarere Worte zum Szenario eines Euro-Crashs, wie er lange offenbar nur unter »Verschwörungstheoretikern« und hoffnungslosen Pessimisten als reale Möglichkeit erwogen wurde. Hier wurde im Reigen der etablierten Medien tatsächlich eher beschwichtigt, in wohl absichtlicher Verkennung der Situation. Umgekehrt bremsten genau jene »Verschwörungstheoretiker« die Ängste zur Schweinegrippe, da nichts für eine echte Epidemie oder gar Pandemie sprach.

Ein aktueller Spielfilm namens Contagion lässt auf der Leinwand jetzt Virenängste buchstäblich »aufkeimen«, wobei die Geschichte letztlich eine erstaunliche Botschaft vermittelt. Sicher, es ist nur ein Film, dennoch dürfte er seine Wirkung nicht verfehlen. Es geht um ein neues Virus, das sich erschreckend schnell ausbreitet, gerade in unserem Zeitalter. Viren verbreiten sich bei interkontinentalen Flügen sehr zügig, werden weitergereicht, sobald man sich die »Klinke in die Hand gibt«, sie hängen an harmlosen Knabberschälchen und schon weniger harmlosen Rolltreppengeländern, in Sanitäranlagen, aber auch auf den weltweit verbreiteten Touchscreens und Eingabefeldern öffentlicher Einrichtungen, an Bankschaltern, Fahrkartenautomaten, wo auch immer.

Tatsächlich spiegelt dies alles die Realität, wir sind einer Ansteckung überall und jederzeit ausgesetzt. Aber war das nicht immer so? Übertreiben wir es nicht mit unseren Ängsten? Wo hat man früher Plastikhandschuhe an Zapfsäulen vorgefunden? Und die Sorge gilt nicht nur gefährlichen Erregern, sondern auch einer ganzen Armee anderer Gefahrenquellen. Kinder scheinen überbehütet, heute werden sie anscheinend mehr denn je von allen Übeln ferngehalten.

 

Zuviel des Guten

In einem mit »Wir Angsthasen« überschriebenen Beitrag des österreichischen Magazins profil online stellt Autorin Rosemarie Schwaiger fest: »Vor allem mit Kindern und Jugendlichen macht die Besorgnisindustrie kurzen Prozess. Ihnen wird heute nahezu alles verboten, was für ihre Eltern ganz selbstverständlich zum Aufwachsen gehörte«.

Den Kindern werde die Fähigkeit zum verantwortungsvollen Handeln kollektiv abgesprochen, sie würden allmählich in jedem Lebensbereich entmündigt. Zum Teil mag das sogar stimmen, doch lässt sich das kaum pauschalieren und allgemein beobachten. Natürlich sehen wir heute überall radfahrende Kinder mit Helm. Man würde sich nicht wundern, sie bald auch in Kinderwagen und Sandkasten damit zu sehen. Andererseits: Wie vielen Kindern und auch Erwachsenen blieben Unfälle mit schwersten Folgen erspart, weil der Helm angelegt war? Das sieht auch Rosemarie Schwaiger, wobei sie allerdings auch zu bedenken gibt, dass so ein Helm, diese zweite Schädeldecke, eben auch Körpergefühl und Risikowahrnehmung verändere. Nur ein Beispiel von vielen, das sie anführt, um zu belegen: Wir treiben es mit der Angst zu weit. So führe auch »Gehen« als wahrlich »gängigste« und bewährteste Art menschlicher Fortbewegung jährlich zu zahlreichen Verletzten, allein in Österreich jährlich 150.000. Ein unachtsamer Schritt genügt. Aber wie weit kann man hier noch vorbeugen? Missgeschicke können immer und jederzeit passieren, niemand ist davor gefeit. Dabei leben wir immer länger, und mehr Menschen denn je erfreuen sich dabei anhaltend bester Gesundheit, natürlich nicht zuletzt dank moderner Medizin, so Schwaiger. Unsere Ansprüche scheinen zu groß geworden zu sein. Auch der von Ärzten geschürten Angst vor dem in der Tat gefährlichen schwarzen Hautkrebs fehle die Grundlage, sei er doch weit davon entfernt, eine Volkskrankheit zu sein. Vielmehr trete er vorwiegend im Alter auf. Und die Menschen werden nun einmal immer älter, das ist richtig. Nun liegt es nahe, dass bei einer erhöhten Lebenserwartung auch die Alterskrankheiten zunehmen, die früher nicht ins Gewicht fielen, weil die Menschen eben jünger starben. Auch scheint es logisch, dass ältere Menschen, die über eine höhere Lebenserfahrung verfügen und wissen, was alles schief gehen kann, folglich vorsichtiger agieren.

 

Verlorener Instinkt?

Wie wirkt sich das alles auf den Alltag aus? Es scheint so, als ob »unser« Verhältnis zur Angst unverhältnismäßig geworden ist und frühere Generationen in bedrohlicheren Zeiten ausgewogener eingestellt waren. Die Gesellschaft scheint demnach das Gespür für echte Gefahr verloren zu haben, weil sie sich mittlerweile zu weit davon entfernt hat, zumindest in unseren westlichen Ländern. Da wird also dem Kind zwar bald schon auf dem Weg in die Badewanne der Sturzhelm aufgesetzt, doch wie oft sieht man sehr kleine Kinder unbeaufsichtigt am Straßenrand spielen! Der Gesellschaft scheint wirklich der Instinkt verloren gegangen zu sein. Oder ist nur Bequemlichkeit an allem schuld? Auf der anderen Seite lässt sich ohnehin einfach nicht alles absichern, was manche jedoch krampfhaft versuchen. Ohne nun die Fügungen des Schicksals bemühen oder transzendentalen Gedanken folgen zu wollen, wir werden beim besten Willen nicht jede Gefahr ausklammern können. Die britische Königsfamilie tritt Flugreisen in keinem Fall zusammen an, da die Dynastie dadurch schlagartig ausgelöscht werden könnte. Eine schwedische Familie, die von Flugängsten geplagt war, reiste, einer ähnlichen Logik folgend, stets getrennt. So kam es aber, dass einige Angehörige an Bord der Air France AF 447 gingen, die bekanntlich in den Atlantik stürzte.

Ganz andere Ängste gehen allerdings seit dem 11. September 2001 um, doch wer sich mit dieser Materie ein wenig genauer auseinandersetzte, weiß auch, wer diese Entwicklung schürte und warum er das tat. Zudem stärken Bedrohungen von außen die Solidarität im Inneren.

 

Gründe und Hintergründe

Macht- und Geschäftsinteressen sind oft der Motor dafür, die Bevölkerung in einen Alarmzustand zu versetzen. Damit wären wir unter anderem auch wieder bei der Schweinegrippe und beim Impfen. Interessant, dass die Rechnung der Panikmacher in diesem Falle nicht aufging und die alternativen Forscher und Medien die richtige Linie verfolgten. Oder einfach nur Glück gehabt?

Das alles führt uns letztlich jedenfalls auch zu dem Spielfilm Contagion zurück. Denn ganz offensichtlich soll uns seine Handlung eine Lehre sein, wobei hier allerdings die Verhältnisse verkehrt werden. Wie Spiegel online am 20. Oktober 2011 zu dem »Seuchen-Thriller« feststellt, »plädiert der Film für das Vertrauen in öffentliche Institutionen«. Denn die werden letztlich mit der katastrophalen Situation fertig. Im Kontrast hierzu wird im Lauf der Handlung ein aufklärerischer Einzelkämpfer in deutlich negatives Licht gerückt. Er wirft den offiziellen Stellen Vertuschung vor und preist über das Internet ein wirkungsloses homöopathisches Präparat an. Daher weht der Wind also! Freie Meinungsäußerung ist wieder zunehmend unerwünscht! Mehr noch: Der Film legt nahe, dass alle, die nicht die Meinung der Masse vertreten, selbst zur Bedrohung werden. Denn die Aktion jenes fiktiven, verbissenen Einzelkämpfers »gegen das vermeintlich inkompetente System wird indes zur Gefahr für die Öffentlichkeit, und entsprechend wenig Sympathien hat der Film für den eitlen Verschwörungstheoretiker übrig«, so beobachtet Spiegel-Autor David Kleingers. Mit Blick auf die letzte »Pandemie« der realen Welt gestaltete sich die Situation aber genau umgekehrt. Doch eben deshalb, weil sich allmählich das Blatt zu wenden beginnt und die Öffentlichkeit besser über gewisse Hintergründe informiert ist, scheinen die führenden Kräfte zunehmend auch Gegenmaßnahmen ergreifen zu müssen. Die Filmindustrie kann da schon ein guter Weg sein, die breite Masse zu erreichen.

 

 


 

 

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