Saturday, 25. June 2016
12.07.2015
 
 

In Wildwood zeigt sich Amerika von seiner besten Seite: Dekadent, gelangweilt, inhaltslos und fett gefressen …

Jim Quinn

Das ganz normale Amerika ist ein Ort des Wahnsinns. Nehmen wir den Badeort Wildwood am Atlantik, südlich von Philadelphia. Das Kaff mit 5000 Einwohnern hat einen der schönsten Strände von New Jersey und schwillt im Sommer auf 250 000 Menschen an, weil Touristen aus den umliegenden Bundesstaaten Maryland, New York und Pennsylvania wie eine Armada hereinbrechen. Sie hauen sich mit kalorienreichen Getränken voll, suchen Ablenkung und stopfen sich mit fettigen Donuts, Pizza und Hamburgern voll, bis sie schier platzen. Dazu gibt es jede Menge geistlose – aber patriotische ‒ Unterhaltung wie die Schießanlage »Moron Madness«. Dort ballert man auf Leute, die sich als Osama Bin Laden verkleidet haben. Hier präsentiert sich Amerika, wie es wirklich ist: dekadent, gelangweilt, inhaltslos und fettleibig. Ein Volk in Trance, abgelenkt von seinen vielen Problemen, und glücklich ohne Grund … .

 

Wir sind aus unserem Urlaub in Wildwood zurückgekehrt. Ich hatte auf mehr Erholung gehofft, wurde aber enttäuscht. Ich bin fast allmorgendlich mit meinem Rad gefahren und viele Kilometer zusammen mit meiner Frau und meinen Kindern die Strandpromenade entlanggegangen. Wir haben auf dem Golfplatz Cape May Par 3 Golf gespielt, und zusammen mit meinen Sohn habe ich an einer Hochseefischerei-Fahrt teilgenommen. Zweimal war ich am Strand. Wir haben mehrfach das Shamrock Cafe aufgesucht, aber wir haben uns auf der Außenterrasse von Westy’s Pub wohler gefühlt. Dort schauten wir einem 85-jährigen Ehepaar zu – die beiden waren gerade einmal 1,20 Meter groß –, die auf die Melodie heutiger Pop Hits genauso tanzen, wie sie es offenbar schon in den 1950er-Jahren getan hatten. Dieser Anblick wog den Eintrittspreis mehr als auf. Die Szene zauberte ein Lächeln auf alle Gesichter in dem Lokal.

 

Ich kann mich gar nicht daran erinnern, wie viel ich von Mack’s Pizza Bianca gegessen habe. Wie ich es geschafft habe, dem Drang zu widerstehen, mehr als nur eine Portion Erdnussbutter-Eiscreme mit Schokoladenstreusel bei Kohr’s zu essen, wird mir ewig ein Rätsel bleiben.

 

Während unseres Aufenthaltes fanden zwei bemerkenswerte Feuerwerke statt. Diese wöchentlichen Feuerwerke starten vom Strand in der Nähe der Straße aus, in der wir wohnten, sodass wir lediglich auf die Dachveranda oder auf die Straße hinuntergehen mussten, um das farbenprächtige Schauspiel zu bewundern. Der Wind blies vom Meer her, und so wurden die Überreste der Feuerwerksraketen und Asche teilweise bis auf unsere Veranda geweht.

 

Ich habe gegenüber Wildwood immer gemischte Gefühle empfunden. Ich liebe es, am Morgen auf der Veranda zu sitzen, meinen Kaffee zu trinken und dem Kreischen der Möwen zuzuhören. Es herrscht manchmal eine friedliche und entspannte Stimmung. An den Wochenenden wird es oft laut, wenn die unerträglichen Tagesausflügler in Massen hereinströmen. Die Paintball-Spielarena [bei diesem Spiel beschießt man sich gegenseitig mit Farbkugeln] an der Strandpromenade, die nur einen Häuserblock von meinem Haus entfernt gelegen ist, steht stellvertretend für die »Sehenswürdigkeiten« der Strandpromenade in Wildwood. Der Schießplatz Moron Madness (dort schießt man auf eine Person, die sich als Osama bin Laden maskiert hat) ist ein passendes Beispiel für die Strandpromenade in Wildwood.

Es ist schwer, angesichts der Tausenden und Abertausenden von Menschen, die die Strandpromenade in Wildwood entlanggehen/watscheln, zu pauschalen Urteilen zu kommen. In den frühen Morgenstunden vor 9:00 Uhr trifft man auf der Promenade auf Jogger, Radfahrer und im Allgemeinen trainierte Menschen, die sich in Form halten. In dieser Zeit empfinde ich die Promenade als angenehm. Es herrscht Stille. Die Sonne geht am Horizont über dem Meer auf. Die zahlreichen Tattoo-Läden haben noch nicht geöffnet, und die Freaks sind weitgehend unsichtbar.

 

Aber gegen 11:00 Uhr haben sich die adipösen, tätowierten, gepiercten »Landwale« in ihren XXXL-Badeanzügen oder -hosen von ihren Beatmungsgeräten abgestöpselt und sind auf der Suche nach Donuts, Softdrinks und Frühstücks-Sandwiches.


Niemand ist sicher, wenn diese donnernde Herde daherlatscht und Radfahrer und Jogger behindert, wenn sie etwa versucht, sich in eine günstige Warteposition vor dem Laden Dunkin Donuts auf der Promenade in der Nähe meines Häuserblocks zu manövrieren. Während sie atemlos schon die Vorfreude genießen, sich bald ein Dutzend Donuts mit Schokostreuseln einzuverleiben, suggeriert ihnen die unaufhörliche berieselnde Mr.-Softee-Musik: Kommt und kauft einen Sunday Triple-Fudge (einen Dreifach-Buttertoffee für das Sonntags-Mittagessen). Nur 3,49 Dollar. Wollen Sie sich dieses Schnäppchen wirklich entgehen lassen?

 

Dies ist nur der Beginn der Versuchung für die tausenden, grotesk übergewichtigen Klumpen, die die Holzstruktur der Promenade in Wildwood aufs Äußerste belasten. Die Promenade ist ein echtes Sammelsurium von Funnel Cake (etwa vergleichbar mit dem in Süddeutschland bekannten Strauben), gebratenen Orfeo-Keksen, frittiertem Käsekuchen, Tornado-Fries, Limonade, Curly Fries, Corn Dogs (einem Würstchen, das von einer Maisteighülle umgeben ist und frittiert wird), Zeppolis, Buttertoffee, Zuckerwatte, Salzwasser-Karamellbonbons, Eiscreme-Waffeln, Churros, Pommes Frites mit Käse, Dreifach-Buttertoffees und natürlich einer großen Diät-Cola. Eine 300 Pfund schwere Frau im Bikini kann sich eben keine Gelegenheit zu einem Kohlenhydrat-Gelage entgehen lassen.

 

Der komischste »gehobene« Lieferant dieses Giftessens ist das einzige französische Geschäft in Wildwood – La Bakerie. Wo sonst findet man Nutella-Crepes, S‘Mores Crepes, frittierte Snickers, frittierte Twix oder frittierte Nutter Butter (mit Erdnussbutter gefüllte Kekse)? Man hat das Gefühl, als wäre man tatsächlich in Paris.

 

Ich kann es nicht ändern, aber ich beobachte gerne. Ich beobachte Geschäfte, Fahrzeuge, Straßenschilder, die Auswahl der Kleidung meiner Mitmenschen und die Leute, die in den ausgedehnten Wortschwaden »Murricas« (schludrige Aussprache des Wortes »Amerika«, die vor allem im tiefen Süden gepflegt wird) herumirren. Liberale, Progressive, Obama-Fans und Kontrollfreaks stören sich an der Beobachtung durch mich, weil sie der Ansicht sind, kein Verhalten, keine Kleiderwahl oder Wahl des Lebensstils sollte beurteilt, verachtet oder lächerlich gemacht werden. Hier handelt es sich um ein Missverständnis. Ich sehe ungebildete, dumme, übergewichtige Menschen, die sich jeden Tag für ein schlechtes Leben entscheiden. Sie entlarven sich selbst aufgrund ihres Verhaltens und ihrer äußeren Erscheinung. Sie stechen in Wildwood wie peinliche, adipöse hässliche Dicke hervor. Wie ich bereits an anderer Stelle bemerkte, in Wildwood halten sich viele normale Menschen auf, aber man hat den Eindruck, dass das Abnorme die Oberhand gewinnt.

 

Der Grund dafür liegt auf der Hand: Es kostet 1500,00 bis 2500,00 Dollar, in Wildwood eine Wohnung für eine Woche zu mieten. Nur Familien, in denen einer oder beide Elternteile arbeiten, können es sich leisten, eine Woche Urlaub in Wildwood zu machen. Schwarze scheiden damit praktisch automatisch aus. Zum einen, weil es nur wenige schwarze Familien mit beiden Eltern gibt. Und weil zum anderen auch die Zahl der schwarzen Familien, in denen die Eltern für den Lebensunterhalt ihrer Familie arbeiten, abnimmt. Daher trifft man hier nur auf weiße Eltern mittleren Alters und deren Kinder, die während der Woche auf den Straßen und der Promenade umherschlendern. An den Wochenenden wird Wildwood von Tagesausflüglern aus den unteren weißen und schwarzen Schichten überlaufen, da es der einzige Strandort südlich von Atlantik City mit kostenlosem Strandzugang ist. In Stone Harbour, Sea Isle, Avalon und Ocean City muss man pro Tag und pro Person fünf bis sechs Dollar für den Zugang zum Strand bezahlen. Die Leute, die nichts bezahlen wollen, werden daher von Wildwood angezogen. SNAP-Karten, die im Rahmen von bargeldloser Lebensmittelhilfe ausgegeben werden, werden bisher in den Lebensmittelgeschäften noch nicht akzeptiert, sonst sähe es hier bald aus wie in West-Philadelphia.

 

An den Wochenenden unternehme ich gern Ausflüge entlang der Promenade, um mir Notizen zu den Freaks, Landwalen, Möchtegern-Rappern und den ungebildeten, arbeitsunfähigen, tätowierten Massen zu machen. Ich muss überhaupt nicht übertreiben, wenn es um den Anblick geht, der meine Augen manchmal schmerzen lässt. Meine Frau und meine Kinder können alle meine Beobachtungen bestätigen. Warum glauben 125 Kilogramm schwere Mädchen, sie könnten sich getrost ausziehen, wenn sie einen Bikini tragen? Gibt es kein Schamgefühl mehr? Niemand sollte vom Strand vertrieben werden, weil man sich den Umfang eines Nilpferdes angefressen hat, aber dann sollte man um Himmels willen einen einteiligen Badeanzug und lockere Kleidungsstücke tragen. Warum sind so viele arme Menschen so dick? Die Zahl der erschreckend übergewichtigen, unverheirateten Frauen und ihre unbezähmbare Kinderschar ist unüberschaubar. Und warum finden es diese Leute auch noch lustig, Möwen auf der Strandpromenade zu füttern, womit sie nur Chaos anrichten und unbeteiligt Umherstehende und Passanten einem realen »Shitstorm« aussetzen. Haben sie gar keinen Sinn für Anstand und Rücksichtnahme mehr? Jeder, der Möwen auf der Promenade füttert, ist ein völliger Idiot.

 

An den Wochenenden gibt es an Idioten in Wildwood keinen Mangel. Das Moron Madness trifft den Kern des Problems ziemlich genau. Die Verbreitung von Tattoos unter den Ungebildeten ist erstaunlich. Ich kann verstehen, dass Soldaten sich ein Tattoo stechen lassen, das für ihre Einheit oder ihren Dienst als Zeichen der Kameradschaft steht. Ich verstehe auch, dass sich Mitglieder von Motorradclubs durch unterschiedliche Tattoos von anderen Clubs unterscheiden wollen. Aber junge Mädchen mit zahlreichen Tattoos auf ihren Beinen, Armen, ihrem Hals und ihrem Rücken hinterlassen einen abstoßenden und dummen Eindruck. In der Shamrock-Bar sahen wir eine attraktive junge Frau, deren Bein vollständig mit einem Tattoo bedeckt war. In der Damentoilette konnte meine Frau dieses Tattoo aus der Nähe betrachten und stellte fest, dass es aus Gesichtern von Ghulen und Vampiren bestand. Welche schrecklichen Dinge mussten ihr in ihrer Jugend widerfahren sein, wenn sie sich auf solche Weise selbst verunstaltet? Das alles erinnert mich an das Vieh, dass von den Landwirten sein Brandzeichen bekommt, aber in diesem Fall sind Menschen das Vieh, die von ihren »Hirten« in der Regierung gehütet und eingesperrt werden und sich selbst ihr Brandzeichen setzen.

 

Es beunruhigt mich, dass so viele Menschen es für nötig erachten, ihre eigenen Körper zu verunstalten. Und ich frage mich nach den Gründen dafür. Oft handelt es sich um Angehörige der Unterschicht mit begrenzten finanziellen Möglichkeiten. Einige von ihnen haben tausende Dollar dafür ausgegeben, sich in Tattoo-Studios verunstalten zu lassen. Die Kombination aus Unwissenheit, mangelnder Bildung, mathematischer Inkompetenz und fehlender Selbstachtung bildet eine Giftmischung, die dazu beiträgt, diese Menschen in Armut und Arbeitsunfähigkeit zu halten. Ich habe eine Erklärung dafür, warum die Armen es für notwendig halten, sich mit Tattoos zu schmücken.

 

Wir leben in einer egozentrischen Facebook-Kultur, in der jeder mit jedem konkurriert, um im Rampenlicht zu stehen und endlich Beachtung zu finden. Menschen sehnen sich verzweifelt nach Beachtung. Die Reichen tragen keine Tattoos. Als Statussymbole fahren sie BMWs. Sie tragen Rolex- Uhren und Armani-Anzüge. Sie leben in luxuriösen McMansion-Anwesen. Die Armen können sich keinen wertvollen Schmuck, Immobilien oder Luxusfahrzeuge leisten. Aber sie können mit ihren Kreditkarten Tattoos bezahlen. Die leicht zu manipulierenden, ungebildeten, sich wie die Lemminge verhaltenden Massen folgen dem Vorbild anderer unwissender Massen. Dummen kann man nichts beibringen.


Der lustigste Aspekt der Promenade ist das Tramcar – der Ruf »Vorsicht bitte, das Tramcar kommt« verfolgt mich bis in meine Träume. Nachdem sie einige Fried Oreos mit fast einem Liter Softdrinks heruntergespült haben, machen sich die tätowierten Massen auf den Weg zum Tramcar, das sie dann die zehn Blocks bis zu ihren Motelzimmern bringt. Sie sind zu blöd, die Ironie zu verstehen, sich auf der Promenade, die auf das französische Wort »se promener« ‒ »spazieren« zurückgeht, chauffieren zu lassen.

 

Verstehen Sie mich nicht falsch: An den Leuten, die sich auf der Promenade in Wildwood amüsieren und entspannen wollen, ist nichts Besonderes auszusetzen. Es handelt sich nicht um schlechte Menschen. Sie begehen keine Straftaten, sie konsumieren und halten damit die Wirtschaft am Laufen. Aber ich kann mit großer Wahrscheinlichkeit garantieren, dass keiner dieser Leute jemals die Internetseite The Burning Platform besucht hat oder auch nur die Probleme verstehen würde, mit denen wir uns dort jeden Tag auseinandersetzen. Sie halten bewusst an ihrer Unwissenheit fest. Sie wollen nicht über komplizierte Sachverhalte oder Probleme nachdenken. Sie sind durch die Raster unseres öffentlichen Bildungswesens gefallen. Ihr Übergewicht ist darauf zurückzuführen, dass sie die gesundheitsschädlichen Frankenstein-Lebensmittel essen, die von den Großkonzernen verramscht werden. Mir fiel eine übermäßig dicke junge Frau auf, die eine dieser hässlichen iWatches von Apple an ihrem gigantischen Handgelenk trug. Wie kommt es, dass diese angeblich armen Leute 500 Dollar für eine egozentrische, nutzlose Spielerei ausgeben können? Gerade ungebildete Amerikaner sind süchtig nach Statussymbolen, weil ihre Lebenswirklichkeit so erdrückend und ihre geistigen Fähigkeiten so mangelhaft entwickelt sind. Wahre Selbstachtung kommt von innen und ergibt sich nicht aus dem, was man trägt, fährt oder auf seinen Körper malen ließ.

 

Diese Leute wurden von ihren Regierungen jahrzehntelang einer Propaganda ausgesetzt, die sie ruhiggestellt hat. Sie fürchten sich vor Phantom-Terroristen und unterstützen die Ermordung von Menschen in anderen Ländern, denen wir keinen Krieg erklärt haben. Sie sind tatsächlich der Überzeugung, die bewaffneten Polizeieinheiten, die sich auf unseren Straßen bewegen, schützten uns vor einem Terroranschlag an unserem Unabhängigkeitstag. Ihr erbsengroßes Gehirn kann die Tatsache nicht verarbeiten, dass seit den Anschlägen vom 11. September 2001 mehr Menschen bei Unfällen im Badezimmer als durch Terroranschläge umgekommen sind. Sie denken nicht darüber nach und machen sich auch keine Sorgen, wie es zukünftigen Generationen ergehen könnte. Die langfristigen finanziellen Folgen für ein Land mit ausstehenden, ungedeckten Verbindlichkeiten im Umfang von 200 Billionen Dollar bereiten ihnen keinerlei Kopfzerbrechen. Zumal sie nicht einmal die Bedeutung des Begriffs »Verbindlichkeit« verstehen. All dies reicht aus, um einen Menschen dazu zu bringen, in die Promenaden-Kapelle zu gehen und dort für die Seelen der ungebildeten Massen zu beten.


Aber zumindest die Händler an der Promenade sind kreativ und haben sich einen Sinn für Humor bewahrt. Ich bin sicher, einige progressive Politiker aus Washington würden sich beleidigt fühlen, wenn man sie aufforderte, sich »einen Wiener zu schnappen«, aber vielleicht würde ein solcher Spruch in unserem neuen schwulen Amerika von der LGBT-Gemeinschaft gefeiert. Zufall oder nicht? Das hängt von Ihnen ab.

 

Einige Läden entlang der Promenade geben Anlass zur Hoffnung. Aber um die Massen auf der Promenade mit dem Prinzip »zivilen Ungehorsams« vertraut zu machen, bedarf es mehr als eines T-Shirts. Meiner Einschätzung nach haben drei Viertel der Menschen, die auf der Promenade in Wildwood dahinschlendern, noch nie etwas von Edward Snowden, geschweige denn von dem, was er getan hat, gehört. Und diejenigen, die schon einmal etwas von ihm gehört haben, glauben der Darstellung der Regierung, dass er ein Verräter sei. Aber sicherlich sind 99,9 Prozent dieser Schwachköpfe mit der beeindruckenden Geschichte des berühmten amerikanischen Leichtathleten Bruce Jenner vertraut, der sich in einen Freak namens Caitlyn verwandelte. Sie ignorieren den Militärisch-industriellen Überwachungsstaat, in dem sie leben. Und die Militarisierung der lokalen Polizeikräfte entgeht ihnen ebenfalls völlig. Die Twerking-Videos von Miley Cyrus sind ja auch ungleich wichtiger.


Die Tatsache, dass Präsident Obama und die korrupten Politiker, die sich wie Schlangen in den Hallen des Kongresses winden, die Staatsverschuldung seit 2009 um weitere 7,6 Billionen Dollar erhöht haben – ein Anstieg um 75 Prozent innerhalb von nur sechs Jahren –, beunruhigt sie in keiner Weise. Auch dass ihr Präsident Drohnen dazu einsetzt, im Ausland Menschen zu ermorden, lässt sie kalt. Sie sind überzeugt, die Stationierung amerikanischer Truppen in Afghanistan, dem Irak, in Syrien, Libyen, und einem Dutzend weiterer Länder auf der ganzen Welt sorge dafür, dass sie in Sicherheit leben können. In glücklicher Ahnungslosigkeit erkennen sie nicht, dass das amerikanische Empire praktisch regelmäßig Regierungen in anderen Ländern stürzt, wenn diese nicht unseren Anweisungen Folge leisten.


Man hat den Eindruck, als befürworte jeder auf der Promenade in Wildwood den Überwachungsstaat. Sie alle sind mit Geräten ausgestattet, die es ermöglichen, ihren jeweiligen Aufenthaltsort zu ermitteln. Urlaub sollte eigentlich dazu genutzt werden, das Büro eine gewisse Zeitlang zu meiden, sich auszuklinken, sich zu entspannen und zu erholen und die Batterien wieder aufzuladen. Mit der Verbreitung von iGadgets wurde den Massen durch die Propagandisten in der Tradition eines Edward Bernays die Konzentrationsspanne von Mücken antrainiert. Statt sich zu amüsieren und zu erholen, müssen sie der Welt ständig beweisen, welchen Spaß sie haben. Sie müssen ständig überprüfen, was so auf Facebook los ist. Sie posieren für Selfies in der Bar. Sie müssen unbedingt ein Foto ihrer Mahlzeit machen und es per Twitter der Welt übermitteln. Die geistlose breite Masse lässt sich in Glanz und Gloria durch ihre elektronischen Fesseln von der Realität ablenken. Der Staat ist begeistert, wenn die Massen sich mit »Brot und Spielen« – in unserem Fall Funnel Cake und Achterbahnen – abspeisen lassen und dabei noch elektronische Ortungssignale an die NSA schicken, auf die im Bedarfsfall zurückgegriffen werden kann. Die gewollt ungebildeten Massen werden solange keinen massenweisen Ungehorsam an den Tag legen, solange sie ihre monatlichen Sozialleistungen erhalten, die Geldautomaten 20-Dollar-Scheine ausspucken und ihre Kreditkarten nicht gesperrt werden.

 

Nachdem ich schon zu lange meinen Beobachtungen nachgegangen war, musste ich eine Pause einlegen. Wir hatten einen Lieblingsweg, den wir auch auf einigen Bildern festhielten. Wenn man auf der Promenade in Richtung North Wildwood wandert, lässt man allmählich die Fahrgeschäfte und Unterhaltungsläden hinter sich. Es wird stiller und weniger bevölkert. Als wir das Ende der Promenade erreichten, beschlossen wir, noch weitere 15 Blocks bis zu The Rocks zu gehen, das sich an der Ecke 2nd Street und JFK-Boulevard befindet. Wir waren auf dem Weg ganz allein. Stille und eine friedliche Stimmung breiteten sich aus. Der Mond schien voll, und sein Bild wurde von den sich kräuselnden Wellen des Atlantiks reflektiert.

 

Die im Westen untergehende Sonne verlieh dem Himmel über dem weiter entfernten Leuchtturm und der Bucht eine orangefarbige Glut. Dieser Anblick war atemberaubend schön. Keine anderen Menschen, keine Ablenkung durch technische Spielereien, kein störender Lärm. Nur das Meer, die Tiere, die Dünen und eine leuchtende Kugel am Himmel.

 

Aber dann mussten wir wieder in die Wirklichkeit zurückgehen. Und das macht den Gegensatz aus, mit dem man in Wildwood konfrontiert ist. Man kann dort viel Freude erleben und auskosten, aber gleichzeitig wird man dort von einem Wahnsinn hoch 2 überwältigt. Ich bin zu der Überzeugung gelangt, dass die Befürchtungen Aldous Huxleys an der Promenade in Wildwood und in unserem Land als Ganzem Wirklichkeit geworden sind. Die Menschenmenge dort liest keine Bücher. Wir werden von sinnentleerter Information in einem Übermaß überflutet, das uns zu Passivität und Egoismus verleitet. Die Wahrheit geht in einem Meer der Belanglosigkeit unter, und unsere Kultur gründet sich auf Banalität. Unser schier unbegrenztes Streben nach Ablenkung und Vergnügen hat zur Entstehung einer zutiefst abnormen Gesellschaft geführt. Die ungebildeten Massen verhalten sich nur im Umfeld einer kranken, auf dem Vergessen beruhenden, abnormen Gesellschaft, in der sie leben, »normal«.


»Die wirklich hoffnungslosen Opfer geistiger Erkrankungen finden sich unter denen, die anscheinend völlig normal sind.«

»Viele von ihnen sind normal, weil sie sich auf unsere Lebensweise perfekt angepasst haben. Ihre menschliche Stimme wurde bereits so frühzeitig in ihrem Leben zum Schweigen gebracht, dass sie sich nicht einmal wehren, leiden oder Symptome wie Neurotiker entwickeln.«

»Sie sind nicht normal im absoluten Sinn des Wortes; sie sind lediglich in ihrer Beziehung zu einer grundlegend abnormen Gesellschaft normal. Ihre perfekte Anpassung an diese abnorme Gesellschaft bildet einen Maßstab für ihre Geisteskrankheit. Diese Millionen abnormer normaler Menschen leben ohne Probleme in einer Gesellschaft, in der sie sich, wären sie in vollem Umfang Menschen, nicht hätten anpassen dürfen.«

Aldous Huxley, »Schöne neue Welt – Dreißig Jahre danach«

 

 

 

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Leser-Kommentare (37) zu diesem Artikel

16.07.2015 | 16:00

toni

Die Amis dürfen sein wie es ihnen gefällt und tun wozu sie Lust haben, Bitteschön. Es darf jeder nach seiner Facon selig werden. NUR ! Daß der US- amerikanische Lebensstil dem Rest der Welt per Globalisierung aufgedrängt wird, das ist ... nicht hinzunehmen. Da wird es wirklich gruselig.


13.07.2015 | 21:21

hermann

@xxx-hast aber gar nichts verstanden.Man darf es nicht"flach" lesen und verstehen.Hat auch mit untermenschen nichts zu tun.


13.07.2015 | 21:18

Einsiedler

Ihr Zionisten-Freimaurer-Amis seid zu blöd ein Loch in den Schnee zu pissen. Alles "False Flag" Operationen, wie der Thronfolgermord in Sarajevo, Zionisten-Bolschewisten-Oktoberrevulution, Versailler Vertrag, Ha´avara Abkommen zwischen den satanischen Zionisten und den ökkulten Nazis anno1933, Pearl Harbor, Nürnberger Prozesse, Golf von Tonkin, Twin Towers etc.pp. ist in eurer Inzucht begründet. Nicht ein toter Indianer ist ein guter Indianer, nur ein toter...

Ihr Zionisten-Freimaurer-Amis seid zu blöd ein Loch in den Schnee zu pissen. Alles "False Flag" Operationen, wie der Thronfolgermord in Sarajevo, Zionisten-Bolschewisten-Oktoberrevulution, Versailler Vertrag, Ha´avara Abkommen zwischen den satanischen Zionisten und den ökkulten Nazis anno1933, Pearl Harbor, Nürnberger Prozesse, Golf von Tonkin, Twin Towers etc.pp. ist in eurer Inzucht begründet. Nicht ein toter Indianer ist ein guter Indianer, nur ein toter Anglo-Amerikaner ist ein guter Anglo-Amerikaner.


12.07.2015 | 19:25

Jungantiamerikaner

Nicht verzagen, Herr Quinn! Bald wird das 150-Kilo-Volk bei den Livebildern von seinem 3. Krieg mitten in Europa etwas Zerstreuung zwischen Fettpizza, Hacktierbrötchen und Erdnusseis finden.


12.07.2015 | 19:11

Zitrone

@freesociety "Sozusagen sind fast Alle fehlgeleitet und daher leider kaum verantwortlich für ihr handeln." Ist fast allen Punkten kann ich Ihrem Beitrag zustimmen, nur hier nicht. Wer sollte denn Ihrer Meinung nach verantwortlich sein? Wird das sogenannte Selbst für das Ganze der Welt, morgen mehr bedeuten als heute, wenn man es durch Selbsterkenntnis erkannt hat? Ich würde sagen JA, wenn der Mensch morgen ein anderer ist als heute, und sein neues Sein von morgen die...

@freesociety "Sozusagen sind fast Alle fehlgeleitet und daher leider kaum verantwortlich für ihr handeln." Ist fast allen Punkten kann ich Ihrem Beitrag zustimmen, nur hier nicht. Wer sollte denn Ihrer Meinung nach verantwortlich sein? Wird das sogenannte Selbst für das Ganze der Welt, morgen mehr bedeuten als heute, wenn man es durch Selbsterkenntnis erkannt hat? Ich würde sagen JA, wenn der Mensch morgen ein anderer ist als heute, und sein neues Sein von morgen die Wirkung seines Erkennens von heute ist. Dieses kann jedoch nur geschehen, wenn er, der Mensch sich verantwortlich fühlt nach Selbsterkenntnis zu streben. Insofern ist jeder Einzelne verantwortlich dies zu tun, denn ein jeder gehört zum System und hat die Pflicht dieses durch Überwindung seines Egoismus zu durchschauen. Ergo ist es das Ego des Einzelnen, welches uns alle fehlleitet und dafür hat verdammt noch mal JEDER die Verantwortung zu übernehmen. Sapere Aude!


12.07.2015 | 16:40

kanu

Ein køstlicher Beitrag und voller trauriger Wahrheiten. Vielen Dank! Ich hab ihn mir mehrmals durchgelesen. Sie sollten nur noch erwæhnen, dass ihre Landsleute endlich mal lernen sollten, dass China,Korea,Japan usw. nicht der Orient ist und die Menschen dort auch keine Orientalen sind und dass die USA nicht Amerika ist sondern nur ein Teil vom Nordamerikanischen Kontinent....Kolumbianer,Argentinier sind z.B. auch Amerikaner. Des weiteren sollte die Masse der meist ungebildeten,...

Ein køstlicher Beitrag und voller trauriger Wahrheiten. Vielen Dank! Ich hab ihn mir mehrmals durchgelesen. Sie sollten nur noch erwæhnen, dass ihre Landsleute endlich mal lernen sollten, dass China,Korea,Japan usw. nicht der Orient ist und die Menschen dort auch keine Orientalen sind und dass die USA nicht Amerika ist sondern nur ein Teil vom Nordamerikanischen Kontinent....Kolumbianer,Argentinier sind z.B. auch Amerikaner. Des weiteren sollte die Masse der meist ungebildeten, kultur - und nationslosen US-Amerikaner endlich mal begreifen, dass ihre machhabenden Finanzoligarchen und deren Marionetten im Weissen Haus und Washington seit Anbeginn andere Staaten ausgeraubt,vergewaltigt und dessen Zivilisation in Massen getøtet haben und sich auf deren toten Gebeinen ihren Wohlstand geschaffen haben und das tun sie immer noch und vor allem wieder in verstærkten Masse seit Reagen und Bush. JFK war der einzige Hoffnungsschimmer fuer eine bessere USA....nun werden andere Buende dieses neokapitalistische, wuchernde, menschenfeindliche Welt-Krebsgeschwuer vernichten! Vernichten muessen...denn es ist der einzige møgliche Weg fuer die Menschheit fuer ein Leben in Freiheit und Frieden fuer die Zukunft!

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