Thursday, 26. May 2016
08.06.2014
 
 

Moralischer Wandel: Amerikas Werte haben sich seit 2001 enorm verändert

Michael Snyder

Die Vereinigten Staaten entwickeln sich zu einem Land, in dem »alles geht«. Die meisten Amerikaner finden das auch okay so. Egal auf welcher Seite des »Kulturkriegs« man steht, man muss sagen, dass sich unsere Kultur grundlegend wandelt. Neue Zahlen der Meinungsforscher von Gallup belegen, dass sich Amerikas moralische Werte seit 2001 gewaltig verschoben haben.

Wir haben uns in den vergangenen 13 Jahren dramatisch verändert. Vieles, das früher »böse« war, gilt heute als »gut«, und anders herum. Unsere Kultur wird auf den Kopf gestellt und die »Werte«, von denen unsere politische Führung heute spricht, unterscheiden sich sehr von den »Werten«, mit denen unsere Großeltern aufgewachsen sind. Ist das gut oder ist das schlecht?

 

 

Gallup veröffentlicht jedes Jahr eine Umfrage zu den Werten und Ansichten der Amerikaner. Jetzt haben die Meinungsforscher gerade die Ergebnisse für 2014 veröffentlicht. Vergleicht man die Zahlen mit denen von 2001, fallen einige Unterschiede deutlich ins Auge.

 

Hier sind einige Beispiele (jeweils der Anteil der Befragten, der mit dem Thema keine moralischen Probleme hat):

 

 

 

Sex zwischen einem unverheirateten Mann und einer unverheirateten Frau:

2001: 53%

2014: 66%


Scheidung:

2001: 59%

2014: 69%


Uneheliche Geburten:

2001: 45%

2014: 58%


Gleichgeschlechtliche Beziehungen:

2001: 40%

2014: 58%


Forschung mit embryonalen Stammzellen:

2001: 52%

2014: 65%


Pornografie:

2001: 30%

2014: 33%


Selbstmord:

2001: 13%

2014: 19%


Klonen von Menschen:

2001: 7%

2014: 13%

Als Land entwickeln wir uns deutlich stärker in die »sozialliberale« Richtung. Aber bedeutet das auch, dass sich jeder ändert? Als Gallup die Zahlen nach politischer Zugehörigkeit aufschlüsselte, ergaben sich einige ausgesprochen interessante Dinge. So stellte Gallup fest, dass sich die Werte der Demokraten seit 2001 radikal veränderten, während die der Republikaner sich kaum gewandelt hatten

In den zwölf Jahren, in denen Gallup diese Frage gestellt hat, sind die Demokraten bei vielen Themen deutlich toleranter geworden, während sich die Parteilosen in geringerem Umfang in diese Richtung entwickelten und sich die Ansichten der Republikaner kaum veränderten. In zehn Punkten ist der Anteil der Demokraten gestiegen, die ein Thema nun für moralisch in Ordnung halten. Es handelt sich um die Themen Abtreibung, Sex zwischen Unverheirateten, Affären, das Klonen von Menschen, Scheidung, das Klonen von Tieren, Selbstmord, Stammzellforschung, Polygamie und homosexuelle Beziehungen.

In einigen Fällen gab es beträchtliche Veränderungen. 2003 hielten 52 Prozent der Demokraten uneheliche Kinder für moralisch vertretbar, 40 Prozent der Republikaner und 61 Prozent der Parteilosen. Heute sind es 72 Prozent der Demokraten, 20 Prozentpunkte mehr. Bei den Republikanern sind es 40 Prozent, wobei es im vergangenen Jahr noch 50 Prozent waren. Bei den Parteilosen hat sich ebenfalls nicht viel getan, weiterhin haben 60 Prozent kein Problem mit einem Baby, das nicht aus einer Ehe resultiert.

Kurz gesagt sind die Wertunterschiede zwischen den beiden großen Parteien heute größer denn je. Und wie Gallup früher schon festgestellt hat, gibt es bei den Moralvorstellungen auch gewaltige Unterschiede zwischen den Altersgruppen.

 

So halten beispielsweise nur 19 Prozent der Amerikaner im Alter ab 55 Jahren Pornografie für »moralisch vertretbar«. In der Altersklasse der 18- bis 34-Jährigen sind es 49 Prozent.

 

Diese Unterschiede setzen sich von Thema zu Thema fort und sprechen dafür, dass die Amerikaner »sozialliberaler« werden, wenn die jetzige Generation älterer Amerikaner wegstirbt.

 

Mit dem Wertewandel geht auch eine große Veränderung von Amerika selbst einher, denn Moralvorstellungen haben Folgen. Das sind nur einige Statistiken zum derzeitigen moralischen Stand in Amerika. Sie stammen aus einem meiner früheren Artikel

- 18 Prozent aller Frauen in den Vereinigten Staaten geben an, sie seien irgendwann einmal vergewaltigt worden.

- Schätzungen zufolge wird jedes vierte Mädchen vor dem Erwachsenwerden Opfer sexuellen Missbrauchs.

- Ein Drittel der gesamten amerikanischen Bevölkerung, also 110 Millionen Menschen, leidet derzeit an einer Geschlechtskrankheit, schätzt die Gesundheitsbehörde CDC.

- In den Vereinigten Staaten ziehen mehr als die Hälfte aller Paare vor der Hochzeit zusammen.

- Mehr als die Hälfte aller Babys, die von Frauen unter 30 geboren werden, sind unehelich.

- Aktuell lebt schätzungsweise jedes dritte Kind in den USA in einem Haushalt ohne Vater.

- In diesem Augenblick stehen 70 Millionen Amerikaner unter dem Einfluss einer bewusstseinsverändernden Substanz.

- Laut einer Studie der CDC hatten schätzungsweise zwei Drittel aller 15- bis 24-jährigen Amerikaner bereits Oralsex.

- Im Jahr 2012 wurden über 85 000 Kriegsveteranen wegen sexuellen Missbrauchs behandelt, den sie im aktiven Dienst erleiden mussten.

- Nach Angaben des National Center for Missing & Exploited Children leben derzeit 747 408 registrierte Sexualstraftäter in den Vereinigten Staaten. Und das sind nur diejenigen, die erwischt und verurteilt wurden.

Kann unsere Gesellschaft überleben, wenn jeder einfach nur tut, »was er/sie für richtig hält«? Wenn junge Menschen für sich selbst entscheiden dürfen, was richtig ist und was nicht? Manch einer mag erklären, dass sich unsere Nation »entwickelt« und dass wir auf dem Weg hin zu einer »fortschrittlicheren Gesellschaft« seien. Andere sind zutiefst beunruhigt darüber, dass wir die Werte aufgeben, auf denen diese Nation begründet wurde. Sie fordern eine Rückkehr zu diesen Werten.

 

 

 


 

 


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