Donnerstag, 30. März 2017
18.03.2016
 
 

»Glühende Pyramide«: Mysteriöses von einer fremden Welt

Andreas von Rétyi

Der Zwergplanet Ceres konfrontiert die Forscher mit zahlreichen Rätseln. Ganz besonders, seit die Raumsonde Dawn diese kleine Welt umkreist und detaillierte Aufnahmen der Oberfläche zur Erde funkt. Dabei zeigen sich seit einiger Zeit ungewöhnliche weiße Flecke und ein eigentümlicher Bergkegel. Er ähnelt einer Pyramide und scheint an einer Flanke zu »glühen«. Jetzt wurden weitere Neuigkeiten bekannt. Das sind harte Nüsse für die Forschung.

 

Im Laufe des vergangenen Jahres hat sich unser Bild vom Zwergplaneten Ceres radikal geändert. Bis vor Kurzem war der 1801 von der Sternwarte Palermo aus entdeckte Himmelskörper nicht mehr als ein unscheinbares Lichtpünktchen.

Selbst die besten Teleskope zeigten keinerlei Oberflächenmerkmale. Nur die verhältnismäßig schnelle Bewegung vor dem Firmament verriet: Dieser sternähnliche kleine Punkt musste in Wirklichkeit ein Planet zwischen Mars und Jupiter sein.

 

Die Sensation war damit natürlich perfekt. Denn schließlich hatte schon der berühmte deutsche Astronom Johannes Kepler in dieser riesigen Lücke einen weiteren Planeten vermutet. Endlich war er nun gefunden und erhielt vom Entdecker Giuseppe Piazzi den Namen »Ceres« – zu Ehren der Schutzgöttin Siziliens.

 

Mittlerweile sind Tausende anderer Kleinplaneten in diesem Bereich des Sonnensystems bekannt. Und aus dem winzigen Lichtpunkt wurde eine bizarre Welt voller Phänomene. Ceres ist der größte Körper des Asteroiden-Hauptgürtels und der sonnennächste Zwergplanet. Doch er ist vor allem ein Objekt voller Geheimnisse. Schon das Hubble-Weltraumteleskop lieferte Bilder, die einen auffallenden grellen Fleck auf der Oberfläche von Ceres zeigten. Weitere Einzelheiten konnte aber selbst dieses Superinstrument nicht enthüllen.

 

Als vor rund einem Jahr die NASA-Raumsonde Dawn in einen Orbit um Ceres einschwenkte und auf immer engerer Bahn kreiste, blickte sie auf faszinierende landschaftliche Szenarien. Dabei zeigten sich immer mehr jener mysteriösen weißen Flecke, die sich deutlich von der übrigen, sehr dunklen Oberfläche abheben und beinahe zu glühen scheinen.

 

Sobald sie während der neunstündigen Ceres-Rotation auf deren Nachtseite wandern, verschwindet allerdings auch das Leuchten sofort. Offenbar reflektierten sie also lediglich das Sonnenlicht. Das aber ziemlich effektiv. Es gibt zwar bereits einige Vermutungen, worum es sich bei diesen Flecken handelt, ganz einig sind sich die Wissenschaftler aber nach wie vor nicht.

 

Ein noch merkwürdigeres Gebilde auf Ceres ist ein riesiger Berg, der aus der Ferne wie eine Pyramide aussieht und sich unvermittelt aus der Umgebung erhebt. Seine relativ steilen Flanken weisen ein enges, senkrecht verlaufendes Rillenmuster auf. Der Gipfelbereich bildet ein weites Plateau. So bildet der beinahe sechs Kilometer hohe, als »Ahuna Mons« kartografierte Stumpf eine einzigartige Landmarke auf Ceres. Er liegt unmittelbar neben einem vergleichbar großen Krater mitten in der öden Landschaft, in die er nicht so richtig hineinzugehören scheint.

 

Carol Raymond, stellvertretende Dawn-Missionsleiterin, kommentiert die Rätsel dieser ungewöhnlichen Welt so: »Ceres hat unsere Erwartungen übertroffen und überrascht uns in vielerlei Hinsicht, dank der nun ein Jahr umfassenden Datenmenge von Dawn. Wir arbeiten hart an der Enträtselung der Geheimnisse, die uns das Raumschiff offenbart hat.« Ahuna Mons beschäftigt die Forscher seit Februar 2015, als die Struktur aus rund 46 000 Kilometern Distanz erstmals auffiel.

 

Allerdings wurde erst später klar, wie ungewöhnlich das Gebilde ist. Die jüngsten Aufnahmen entstanden aus einer 120-mal geringeren Entfernung und liefern entsprechend viele Details. Sie zeigen auch, dass eine Flanke des Berges wiederum zu »glühen« scheint, ähnlich wie die weißen Flecke. Welchen Ursprung das bemerkenswerte Massiv hat, kann derzeit niemand sagen. Dawn-Projektleiter Chris Russell bestätigt: »Niemand hat einen Berg auf Ceres erwartet, schon gar nicht einen wie Ahuna Mons. Wir haben immer noch kein zufriedenstellendes Modell, mit dem sich erklären ließe, wie er sich gebildet hat.«

 

Von den mindestens zehn seltsamen weißen Flecken auf Ceres befindet sich der auffälligste mitten im 80 Kilometer großen Occator-Krater auf der nördlichen Hemisphäre des Zwergplaneten, rund 700 Kilometer von Ahuna Mons entfernt. Die Anomalie wurde zuvor auch bereits mit dem Zehn-Meter-Keck-Teleskop auf Hawaii erfasst und als »Region A« bezeichnet. Sie ist identisch mit »Spot 5«.

 

Forscher haben, wie gesagt, verschiedene Theorien, woraus die merkwürdigen Flecke bestehen – es könnte sich um vereiste Regionen oder aber um helle Salze handeln, vielleicht bestehend aus Magnesiumsulfat-Hexahydrat. Wirklich sicher ist sich aber derzeit noch niemand. Jetzt wurde die nächste Überraschung bekannt: Die mysteriösen Flecke verändern sich. Und zwar von Nacht zu Nacht, bezogen auf die Drehung von Ceres.

 

Der Nachweis gelang mit der »Planetensuchmaschine« HARPS, einem hochauflösenden Spektrographen am 3,6-Meter-Teleskop der Europäischen Südsternwarte (ESO) auf dem chilenischen La Silla. Das empfindliche Messinstrument verfolgte zeitweilig nicht nur die Bewegung der Flecken im Lauf der Ceres-Rotation, sondern auch sämtliche Helligkeitsänderungen jener Punkte. Es sieht so aus, als ob dort Material unter dem Einfluss der Sonneneinstrahlung verdampft und dabei helle Schwaden bildet, die Licht gut reflektieren, sich aber bald wieder auflösen.

 

Dann müsste aber immer wieder für Nachschub gesorgt werden. Ceres könnte innere Aktivitäten aufweisen, mit denen bislang niemand gerechnet hat. Bei den Monden von Jupiter und Saturn lässt sich das noch gut durch Gezeitenkräfte der Planetenriesen erklären, doch Ceres ist ein isoliertes Weltraumobjekt. Da wird es mit einer solchen Erklärung schwierig. Und deshalb bleiben die Vorgänge dort bisher weiterhin ziemlich mysteriös.

 

 

 

 

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