Eilmeldung: Drei Super-Erden am Südhimmel
Andreas von Rétyi
Auf einer internationalen Astronomenkonferenz berichtete eine europäische Expertengruppe am 16. Juni über einen weiteren Durchbruch bei der Suche nach erdähnlichen Planeten um den relativ nahen Stern HD 40307.
»Wir haben die Geschwindigkeit des Sterns HD 40307 im Lauf der letzten fünf Jahre sehr genau vermessen«, betonte Astronom Michael Mayor auf der internationalen Fachkonferenz »Extra-Solar Super-Earths« im französischen Nantes hinsichtlich seiner jüngsten Entdeckungen. Er war es, der im Jahr 1995 zusammen mit seinem Kollegen Didier Queloz den ersten Planeten außerhalb unseres Sonnensystems aufspürte. Fündig wurde er damals um den Stern 51 Pegasi. Seitdem haben sein Team und ebenso andere Forschergruppen über 270 weitere solcher Exoplaneten bei fremden Sternen gefunden. Verfeinerte Methoden und vor allem leistungsfähigere Geräte lassen mittlerweile immer genauere Messungen zu, mit denen auch kleinere Welten erfasst werden können. So liefert der HARPS-Spektrograph am 3,6-Meter-Spiegel der Europäischen Südsternwarte (ESO) in Chile so genaue Daten, dass Planeten mit Massen zwischen lediglich zwei und zehn Erdmassen nachweisbar sind. Es sind Objekte, die weniger als die beiden kleineren Gasplaneten Uranus und Neptun wiegen, doch ein Mehrfaches unserer Erde. Daher werden sie auch Super-Erden genannt.

Wie Mayor berichtet, gelang seiner Forschergruppe nach einer langwierigen Überwachungsphase ein ganz besonderer Fund:
Bei dem nur rund 42 Lichtjahre entfernten Stern HD 40307, einem gewöhnlichen Stern von etwas weniger als einer Sonnenmasse im südlichen Sternbild Pictor (Bildhauer), stießen sie auf insgesamt sogar drei Super-Erden! Sie verrieten sich durch winzige Störungen in der Bewegung des Sterns.
Die drei Planeten wiegen zwischen rund dem Vier- und Neunfachen unserer Erde und rasen in ziemlich engen Bahnen um ihre Heimatsonne. Die Astronomengruppe teilte auf der Konferenz mit, sogar noch zwei weitere Planetensysteme entdeckt zu haben. Das eine System birgt eine weitere Super-Erde sowie einen jupiterähnlichen Planeten, das zweite einen Planeten von stattlichen 22 Erdmassen sowie eine saturnartige Welt, die ihren Stern alle drei Jahre einmal vollständig umkreist.
Die neue Studie der Astronomen deutet auf eine wirklich große Häufigkeit von Sonnensystemen hin. Demnach wird jeder dritte sonnenähnliche Stern von Planeten umkreist. Team-Mitglied Stéphane Udry: »Diese Planeten stellen ganz klar nur die Spitze des Eisbergs dar … Es ist höchst wahrscheinlich, dass es viele weitere Planeten gibt: nicht allein Super-Erden und neptunähnliche Planeten mit längeren Umlaufzeiten, sondern auch erdähnliche Planeten, die wir bislang noch nicht finden können. Nehmen wir die bereits bekannten jupiterähnlichen Planeten mit hinzu, dann kommen wir schnell zu der Schlussfolgerung, dass Planeten allgegenwärtig sind.«
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