Friday, 25. July 2014
06.04.2013
 
 

Fossilien aus dem Feuerball: Außerirdische Lebensspuren entdeckt?

Andreas von Rétyi

Astrobiologen der walisischen Universität Cardiff bestätigen einen sensationell anmutenden Fund. Ein Ende 2012 über Sri Lanka niedergegangener Meteorit birgt in seinem Inneren algenähnliche Strukturen, fest verschmolzen mit dem außerirdischen Gestein. Die Experten halten dies für ein klares Indiz, dass Leben buchstäblich »über-All« existiert. Und die Hinweise auf die extraterrestrische Natur der Meteoriteneinschlüsse scheinen sich derzeit zu häufen.

Kurz vor Jahreswechsel, am 29. Dezember 2012, zog ein hell leuchtender Feuerball über den frühen Abendhimmel im fernen Sri Lanka. Über der Provinz Polonnaruwa gingen etliche heiße Fragmente nieder, jedes einzelne mit einer funkensprühenden Spur. Obwohl sich die Fundsituation gar nicht so leicht gestaltete, konnte die örtliche Polizei schon im Laufe des nächsten Tages zahlreiche Bruchstücke sicherstellen, um sie – ausgerechnet – an eine

Abteilung der nationalen Gesundheitsbehörde weiterzugeben! In deren Sri Lankan Medical Research Institute in Colombo stießen die Mitarbeiter auf ungewöhnliche Fremdkörper, die wie Mikroben aussahen. Und in direkter Konsequenz entschlossen sich die zuständigen Forscher zu dem einzig sinnvollen Schritt, nämlich das Material kurzerhand an Astrobiologen der Universität Cardiff zu senden! Hier ging es also einmal wirklich zügig voran.

 

 

Das alles scheint bereits überraschend genug. Doch in Cardiff ging es mit den Überraschungen unvermittelt weiter. Dort bestätigten die Laboruntersuchungen, was schon in Colombo auffiel: In dem Meteoriten steckten deutlich biologisch anmutende Körperchen! Jetzt aber wurde klar, dass die Einschlüsse keinesfalls irdische Verunreinigungen sein konnten, da sie fest mit der Gesteinsmatrix verschmolzen waren. Offenbar ein völlig unstrittiger Fall.

 

Wiederholt wurden in Meteoriten befremdliche Einschlüsse gefunden, die sehr verdächtig wie relativ primitive Lebensformen wirken. Trotz der möglicherweise enormen Tragweite solcher Entdeckungen haben sich nur sehr wenige Forscher an genauere Untersuchungen solcher Gesteinsproben aus dem All gemacht. Immerhin stießen jene Wissenschaftler schon Ende der 1960er Jahre vor allem im australischen Murchison-Chondriten, aber auch in anderen Meteoriten nicht allein auf Aminosäuren und andere »Grundbausteine« des Lebens, sondern wiederum auch auf Gebilde, die wie komplette Mikroben aussehen. Ganz besonders die seltenen Kohlechondriten enthalten diese faszinierenden Anomalien. Vorsichtig bezeichneten die Entdecker sie als »organisierte Elemente«. Schön ausgedrückt. Astrophysiker wie der berühmte Sir Fred Hoyle und sein Kollege Chandra Wickramasinghe vertraten bald schon die unkonventionelle These, dass Leben einst unter anderem in Kometenkernen entstand und von dort auch zur Erde gelangte. Andere hielten zumindest eine Anreicherung der ersten irdischen Ozeane mit Aminosäuren für ein denkbares Szenario, das für eine beschleunigte Entstehung von Leben auf unserem Planeten gesorgt hätte. Wieder andere dachten sogar an die Möglichkeit, dass fremde Intelligenzen die Lebenskeime ganz gezielt auf die Erde gesandt hätten – damit war die These der »gelenkten Panspermie« geboren.

 

Selbst hervorragende Wissenschaftler ließen genau durch solche Gedanken durchblicken, auch das eigentlich Undenkbare für grundsätzlich möglich zu halten. Und den führenden Forschern auf dem Gebiet mangelte es keineswegs an guten Argumenten. Hoyle und Wickramasinghe schrieben sogar mehrere populäre Bücher zur Frage von »Lebenswolken im All« und einer alternativ ablaufenden biologischen Evolution im Universum. Sie erklärten unter anderem, die weltweit gleichzeitig auftretenden Influenzafälle – und zwar noch aus Zeiten vor dem internationalen Flugverkehr – belegten eindeutig, dass diese Erreger aus interstellaren Wolken stammen müssten, wie sie unseren Planeten jeweils logischerweise global treffen.

 

Natürlich wurden solche Aussagen von der Fachwelt weitgehend als »Spinnerei« und somit ziemlich abwegig bis unsinnig abgetan. Dann kam der Tag, an dem eine Forschungsexpedition in den antarktischen Allan Hills auf den legendären Meteoriten ALH 84001 stieß. Das war im Jahr 1984 – daher auch die Namensgebung. Dieser einzigartige, knapp zwei Kilo schwere Meteorit stammt mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit von unserem sowieso notorisch rätselhaften äußeren Planetennachbarn Mars. Wie sich 1996 herausstellte, enthält auch ALH 84001 winzige mikrobenartige Spuren – Nanobakterien, so scheint es. Nachdem die NASA-Forschergruppe um Dr. David S. McKay bereits sehr klare Aussagen zu ihren Ergebnissen und der offensichtlich außerirdischen Natur jener seltsamen Einschlüsse getroffen hatte, ruderte die US-Weltraumbehörde bald zurück.

 

Die Diskussion hält bis heute an: Lassen sich die rätselhaften Mikroben – eigentlich fast besser »Nanoben« – ausschließlich biologisch erklären oder könnten solche Spuren auch nicht-biologisch entstanden sein? Könnten andere entdeckte Lebenshinweise, wie spezielle magnetithaltige Karbonateinschlüsse oder polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAHs) ebenfalls auf anderem Wege außerhalb von lebenden Organismen entstanden sein? Der an sich ungeklärte Fall verschwand mehr oder minder in der Versenkung, zumindest blieb im Lichte der Öffentlichkeit, wieder einmal, lediglich der fade Abglanz eines Fundes mit doch erheblichem Sensationspotenzial. Währenddessen wurden auch in anderen Marsmeteoriten verdächtig nach Mikroorganismen aussehende Gebilde gefunden.

 

Selbstverständlich, auch die Forschung kann irren und vorschnell Ergebnisse publizieren, die sich dann bald als nicht zutreffend erweisen. Da macht die NASA keine Ausnahme. Internationale Institute und diverse Fachleute aus dem Ausland übten wiederholt laute Kritik an McKay und seinen Kollegen mit ihren vermeintlich doch zu außerirdischen »Fantasien«, und hier und da war selbstredend der zusätzliche Vorwurf zu vernehmen, das Ganze sei doch sowieso nur eine Werbeaktion der amerikanischen »Weltraum-Asse« gewesen, um an neue Forschungsmittel zu kommen. Wie auch immer, so ganz ohne sind die Funde eben doch nicht. Die Sache sollte es schon wert sein, weiterhin genauestens untersucht zu werden.

 

Was den aktuellen Meteoritenfall von Sri Lanka angeht, haben sich im Lauf der vergangenen Wochen interessante Neuigkeiten ergeben. Vor allem elektronenmikroskopische Analysen lieferten entscheidende Details. Eine der Aufnahmen zeigt ein kohlenstoffreiches Mikrofossil mit dicker Außenwand. Dieses Gebilde erinnert an eine bereits ausgestorbene maritime Algenart. Andere Bilder enthüllten ebenfalls Erstaunliches. Nachdem die Wissenschaftler bereits im Januar von dem ungewöhnlichen Stein und ihren Ergebnissen berichtet hatten, unter anderem auf arxiv.org sowie in dem in Fachkreisen teils kritisch beurteilten Magazin Journal of Cosmology, konnten sie auch in den vergangenen beiden Monaten neue Entdeckungen machen und stießen auf zusätzliche, nachweislich originale Gesteinseinschlüsse. Insgesamt stehen den walisischen Wissenschaftlern 628 Steinfragmente zur Verfügung. An deren Untersuchung ist übrigens auch Chandra Wickramasinghe vom Buckingham Centre for Astrobiology, Universität Buckingham, beteiligt.

 

In der nächsten Zeit wird die Diskussion um die ungewöhnlichen Funde erst so richtig losgehen. Nur, was gibt es hier eigentlich noch zu diskutieren? Die Fachwelt jedenfalls zeigt sich noch nicht von der extraterrestrischen Herkunft der Meteoritenmikroben überzeugt. Das wäre einfach zu sensationell. Und selbst wenn eine irdische Verunreinigung definitiv auszuschließen ist, könnte es nach Meinung der Skeptiker mindestens einen anderen Weg gegeben haben, wie die Algen ins Weltraumgestein gekommen sein könnten. Das klingt nun fast nach Hexerei.

 

Bekannt ist, dass riesige Einschläge von Kometen und Asteroiden auch dafür sorgen, irdische Materie ins All zu verfrachten. Wenn nun damals fossilienhaltiges Gestein mit dabei war und vielleicht schon vor Millionen von Jahren bei einem solchen Ereignis in den Weltraum geschleudert wurde, kann es der Erde irgendwann wieder in die Quere kommen und als Feuerball mit anschließendem Meteoritenhagel niedergehen. Der Bumerang-Effekt. Dann allerdings handelte es sich bei den Meteoriten vollständig um terrestrisches Gestein. So weit, so gut. Doch schon jetzt ist klar, dass die Eigenschaften des auf Sri Lanka niedergegangenen Materials vielfach von irdischem Gestein abweichen. So ist auch die mittlere Dichte außerordentlich gering und deutet auf einen außerirdischen Ursprung hin. Die Astrobiologen aus Cardiff haben außerdem einige sehr ungewöhnliche Eigenschaften der gefundenen Mikroben festgestellt. Und diese Auffälligkeiten scheinen nach gegenwärtigem Stand der Dinge nicht mit einem irdischen Ursprung vereinbar. So erweisen sich einige der Organismen von den Proportionen her als extrem lang, bis zu 100 Mikrometer entsprechend einem Zehntel Millimeter! Für die Forscher ein ganz deutliches Indiz für eine Entstehung bei niedrigen Druck- und Schwerkraftverhältnissen – eben genau, wie sie im Weltraum herrschen.

 

Demnach folgert Jamie Wallis von den walisischen Astrobiologen dann auch klar: »Die Gegenwart fossilisierter biologischer Strukturen liefert zwingende Indizien für die Theorie kometarischer Panspermie, wie sie in den 1930er Jahren erstmalig vorgestellt wurde.«

 

 

 

 


 

 

 

 

Interesse an mehr Hintergrundinformationen?

 

Werfen Sie einen Blick hinter die Kulissen der Macht – und erfahren Sie, was die Massenmedien Ihnen verschweigen!

 

Lesen Sie weitere brisante Informationen im neuen KOPP Exklusiv. KOPP Exklusiv wird grundsätzlich nicht an die Presse verschickt und dient ausschließlich zu Ihrer persönlichen Information. Jede Ausgabe ist gründlich recherchiert, im Klartext geschrieben und setzt Maßstäbe für einen kritischen Informationsdienst, der nur unter ausgewählten Lesern zirkuliert und nur im Abonnement zu beziehen ist.

 

In der aktuellen Ausgabe finden sie unabhängige Hintergrundinformationen unter anderem zu folgenden Themen:

 

  • Israel veröffentlicht Liste der Mossad-Informanten
  • Medizin: Die Organzüchter
  • Deutschland zur Kasse: Was uns ab 2014 blüht
  • Bitcoin: Erfolgreiche neue Währung

 

 

Das alles und viele weitere Kurzberichte im neuen KOPP Exklusiv, fordern Sie noch heute Ihr Probeabonnement an!

Ergänzende Beiträge zu diesem Thema

Warum findet man bei Mumien fast nie Krebs? Eine Krankheit der modernen Lebensweise

Craig Stellpflug

»Bei Mumien wird nur sehr selten Krebs gefunden«, erklären die Professoren Rosalie David und Michael Zimmerman von der University of Manchester. Bei der Untersuchung mehrerer hundert ägyptischer Mumien hatten sie nur einen einzigen Fall gefunden. Auf der Suche nach Hinweisen auf Krebserkrankungen bei Fossilien und in antiken medizinischen  mehr …

Monströse Entdeckung: Gab es im alten Ägypten Riesen?

Luc Bürgin

Das Geheimnis um das »Relikt von Bir Hooker« ist gelüftet: Im Sommer 2010 informierte der Unternehmer Gregor Spörri (Bild) die Zeitschrift MYSTERIES über ein rätselhaftes »Ding«, das er in der Nähe des ägyptischen Örtchens Bir Hooker (Wadi El Natrun) persönlich anfassen und fotografieren durfte. Was genau er dort in einem alten Bauernhaus zu  mehr …

Fossil des größten Urwals entdeckt – und neue Zweifel an der Evolutionstheorie

Armin Risi

In der aktuellen Ausgabe des amerikanischen Wissenschaftsmagazins »Nature« (Nr. 466, Juli 2010) findet sich der Bericht über die Entdeckung des größten bisher bekannten Urwales, ein Ur-Moby-Dick, dessen Zähne doppelt so groß waren wie die des heute lebenden Pottwales. Was sagen derartige Fossilien über die Entstehung und Entwicklung der Tiere aus,  mehr …

Wer diesen Artikel gelesen hat, hat sich auch für diese Beiträge interessiert:

Ein-Blick in die Ewigkeit: Die Ultra-Realität der Nahtoderlebnisse

Andreas von Rétyi

Ein den Schilderungen von Nahtoderfahrungen (NTEs) gegenüber ablehnend eingestellter Mediziner fällt in ein sieben Tages währendes Koma. Er macht dabei selbst eine der erstaunlichsten Erfahrungen am Rande zum Jenseits. Seitdem ist er davon überzeugt, dass NTEs höchst real sind und Einblicke in völlig fremde Dimensionen geben. Das Buch des  mehr …

Homeland-Security-Insider warnt: Manipulierter Kollaps des US-Dollars »hat begonnen«

Jonathan Benson

Die Uhr tickt. Die so genannte »globale Elite« – in Wirklichkeit eine wahnsinnig-bösartige Clique – bereitet die letzten Schritte für eine komplette Übernahme der Welt vor. Wie die Canada Free Press (CFP) berichtet, hat ein Insider des amerikanischen Ministeriums für Innere Sicherheit (Department of Homeland Security, DHS) kürzlich die ominöse  mehr …

Monströse Entdeckung: Gab es im alten Ägypten Riesen?

Luc Bürgin

Das Geheimnis um das »Relikt von Bir Hooker« ist gelüftet: Im Sommer 2010 informierte der Unternehmer Gregor Spörri (Bild) die Zeitschrift MYSTERIES über ein rätselhaftes »Ding«, das er in der Nähe des ägyptischen Örtchens Bir Hooker (Wadi El Natrun) persönlich anfassen und fotografieren durfte. Was genau er dort in einem alten Bauernhaus zu  mehr …

Fossil des größten Urwals entdeckt – und neue Zweifel an der Evolutionstheorie

Armin Risi

In der aktuellen Ausgabe des amerikanischen Wissenschaftsmagazins »Nature« (Nr. 466, Juli 2010) findet sich der Bericht über die Entdeckung des größten bisher bekannten Urwales, ein Ur-Moby-Dick, dessen Zähne doppelt so groß waren wie die des heute lebenden Pottwales. Was sagen derartige Fossilien über die Entstehung und Entwicklung der Tiere aus,  mehr …

Werbung

Newsletter-
anmeldung!
Hier erhalten Sie aktuelle Nachrichten und brisante Hintergrundanalysen
(Abmeldung jederzeit möglich)

KOPP EXKLUSIV – Jetzt bestellen

Brisante Hintergrundanalysen wöchentlich exklusiv nur bei uns.

Katalog – Jetzt kostenlos bestellen

Bestellen Sie unseren Katalog kostenlos und unverbindlich.