Thursday, 30. June 2016
16.02.2011
 
 

Größter Sonnen-Flare seit vier Jahren

Andreas von Rétyi

Nach anhaltend flauer Sonnentätigkeit stieg die Aktivität unseres Sterns über das Wochenende rapide an. Gegenwärtig zeigt sich eine riesige Sonnenfleckengruppe auf der gleißend hellen Oberfläche, erdumkreisende Satelliten haben nun eine mächtige Detonation registriert.

Unsere Sonne braucht überdurchschnittlich lange, um aus ihrer nunmehr bald schon gewohnten Lethargie wieder in eine Phase stärkerer Aktivität überzugehen. Wiederholt gab es im letzten Jahr Anzeichen hierfür, wobei die allgemeine Sonnentätigkeit dennoch auf recht niedrigem Level dahindümpelte. So blieben auch größere Fleckengruppen und entsprechend ausgedehnte Aktivitätsgebiete ein seltener Anblick. Seit einigen Tagen allerdings sieht das anders aus: Mitten auf der Sonnenscheibe zeigt sich eine gigantische Fleckengruppe, so groß, wie schon lange nicht mehr zu beobachten. Sie setzt sich aus zahlreichen Einzelflecken mit teils komplexer Struktur zusammen und scheint nun einmal mehr zu verdeutlichen, dass unser Stern sich auf das kommende Maximum »vorbereitet«.

Am Valentinstag kam es in der betreffenden Region AR 1158 zu einem ersten intensiveren Flare-Ausbruch vom Typ M 6.6, der das Ereignis als »gehobene Mittelklasse« ausweist. Was dann einen Tag später folgte, war allerdings echte Luxusklasse – eine solare Explosion vom X-Typ, wie er die stärksten Röntgenflares umfasst. Dies war während des laufenden Zyklus 24 das erste derartige Ereignis. Der letzte vergleichbare Vorfall liegt über vier Jahre zurück, was allerdings auch belegt, dass starke Detonationen sogar deutlich abseits der solaren Maxima vorkommen können.

Während sich die kleinen C-Klasse-Ereignisse kaum sonderlich auf die Erde auswirken, können M-Flares bei uns kurzzeitige Ausfälle im Funkverkehr bewirken. Die X-Klasse schafft es schließlich auch bis zu globalen und länger andauernden Störungen dieser Art. Der aktuelle Superausbruch in AR 1158 wurde von erdumkreisenden Satelliten registriert und in spektakulären Aufnahmen festgehalten. Vom Ort der Explosion gingen ein unvorstellbar gewaltiger Energieblitz sowie ein Sonnen-Tsunami aus, der sich als Welle über die brodelnde Oberfläche ausbreitete. Zeitraffer-Sequenzen zeigen die beeindruckenden Veränderungen. Mit der Detonation war auch der Auswurf schneller solarer Materie verbunden. Diese koronale Massenejektion sendet elektrisch geladene Teilchen in Richtung Erde, die hier in den kommenden Tagen zu einem Magnetsturm führen dürften.

Der STEREO-B-Satellit der NASA registrierte die expandierende Teilchenwolke, das Solar Dynamics Observatory (SDO) wiederum erfasste Details der Explosion und nahm auch die ausgedehnte Sonnenfleckengruppe auf. Aufgrund der momentan erneut schlechten Wetterlage war es mir selbst bisher noch nicht möglich, die Ereignisse unabhängig von den offiziellen Einrichtungen im Integrallicht sowie im engen H-Alpha mit entsprechenden Bildbelegen zu dokumentieren. Sobald sich die Gelegenheit ergibt und die Aktivität weiter anhält, werden hier allerdings solche Aufnahmen folgen.

Wer mit einfachen Mitteln einmal selbst nach den dunklen Flecken auf der Sonne sehen will, kann dies tun, muss aber im Interesse des Augenlichtes fachgerecht vorgehen: Zur eigenen visuellen Beobachtung der Sonnenoberfläche sind in jedem Fall sehr gründliche Sicherheitsvorkehrungen zu treffen und strengstens zu befolgen, beispielsweise durch sehr starke und spezielle Filter. Unsachgemäße Beobachtung kann unmittelbar zur Erblindung führen, auch ohne optische Verstärkung.

Die einfachste Möglichkeit, die sehr große Fleckengruppe selbst zu sehen, bietet ein Feldstecher, der halbseitig abgedeckt ist und wie ein Diaprojektor oder Beamer benutzt wird. Dabei muss ein Objektiv verschlossen werden, um Schäden zu vermeiden. Eine Schutzkappe auf dem Okular abzudecken, genügt nicht – das ist nicht sinnvoll und sogar gefährlich. Das andere Objektiv des Binokulars bleibt offen, der Feldstecher wird auf ein Stativ montiert und ausschließlich über seinen Schatten auf die Sonne zentriert. In jedem Falle muss der direkte Blick durch das Gerät in die Sonne strikt vermieden werden. Sobald die Sonne ins sehr große Gesichtsfeld des Fernglases rückt, zeigt sie sich natürlich als bedrohlich heller runder Bereich auf der Austrittslinse. Nun können Sie hinter diesem freien Strahlengang bzw. Okular eine weiße Fläche befestigen oder aber einfach dahinter halten, um das Sonnenbild darauf zu projizieren und scharf zu stellen, natürlich auch nur auf eben jener betreffenden Fläche. Dabei muss der Abstand je nach Optik mit etlichen Zentimetern so gewählt sein, dass Größe und vor allem Helligkeit des Bildes angenehm ausfallen. Der Blick durch das Okular selbst wäre mit einer sofortigen Erblindung verbunden, von daher sollte man einen solchen Aufbau auch nie unbeaufsichtigt stehen lassen. Uninformierte Anwesende könnten sonst Schaden nehmen.

Die augenblickliche Größe der Sonnenfleckengruppe ermöglicht eine klare Beobachtung auf einem solchen Projektionsschirm. Sie können sich die Ausmaße doch recht gut verbildlichen, indem Sie sich vorstellen, dass erst eine »Perlenkette« aus rund 110 Erden den Durchmesser der Sonne ergibt.

Sonnenfilter, wie sie manchmal zu einfachen Teleskopen mitgeliefert und dann in das Okular eingeschraubt werden, stellen dagegen eine ernste Gefahr dar. Diese Gläser befinden sich in Brennpunktnähe und können nach relativ kurzer Zeit durch die Hitzeentwicklung im Teleskop zerspringen. Folien- oder Glasfilter vor der Eintrittsöffnung des Fernrohrs sind, sofern wirklich stabil an der Optik befestigt, die weit sicherere Methode. Sämtliche weiteren Beobachtungen, so auch H-Alpha-Detailaufnahmen von chromosphärischen Strukturen, erfordern hingegen recht komplexe und kostenintensive Spezialtechnik.

Die aktuelle Entwicklung deutet einen neuen Schritt zum bevorstehenden Sonnenmaximum an. Entgegen einiger Behauptungen sind allerdings exakte Aussagen über das Auftreten weiterer großer Detonationen nicht möglich. Auch kann das Eintreten des Maximums nicht genau terminiert werden. Insgesamt aber wächst die Wahrscheinlichkeit für größere Ereignisse und eine »lebendigere« Sonne derzeit wieder.

 

 

 


 

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