Hausputz im Weltall: Ein Staubsauger für die Erdumlaufbahn
Andreas von Rétyi
Das Weltall soll nicht länger zur Müllhalde der Raumfahrt werden. Die Schweizer planen jetzt eine Müllabfuhr für den Weltraum.

Als größte kosmische Staubsauger gelten allgemein die berüchtigten Schwarzen Löcher. Glücklicherweise befindet sich keines in unserem galaktischen Umfeld. Doch »Staubsauger« ganz
anderer Art sollen nun in der Erdumlaufbahn eingesetzt werden. Dort hat sich mittlerweile so viel gefährlicher Schrott angesammelt, dass Raumfahrtingenieure jetzt daran denken, in den kommenden Jahren mithilfe einer Flotte von Spezialsatelliten aktiv zu werden und den Orbit sauber zu räumen.
Unsere Erde ist von einem schwebenden Schrottplatz umgeben, gleichsam äußeres Zeichen unserer technologischen Zivilisation. Neben der wachsenden Zahl diverser funktionsfähiger Wetter-, Kommunikations-, Navigations-, Militär- und Forschungssatelliten kreist im irdischen Orbit eine ganze Armada an längst nicht mehr gebrauchten Satelliten. Und Millionen von mehr oder minder großen Trümmern. Es sind Wrackteile und Splitter, Explosions-, Kollisions- und Auflösungsprodukte verschiedener Art. Manchmal gehen bei der Raumfahrt sogar Ausrüstungsgegenstände verloren, wie die berühmte Werkzeugtasche von Heidemarie Stefanyshyn-Piper.
Mit der Zeit treten solche Überreste zwar wieder in die Erdatmosphäre ein. Doch scheint mittlerweile der »Nachschub« wegen der hohen Kollisionsdichte bereits über der natürlichen Abbaurate zu liegen. Sollte dieses Kesslersyndrom tatsächlich für den Erdorbit oder einige Bereiche dort zutreffen, wird man bald nicht mehr Herr der Lage sein. Die auch für aktuelle Satelliten genutzten Bahnen werden zu Zonen eines gefährlichen kosmischen Hagels. Und nun wird ein Staubsauger für das Weltall entwickelt, ein Raumsauger der besonderen Art.
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