Saturday, 23. August 2014
16.12.2011
 
 

Komet Lovejoy: Heller »Sonnenstreifer« hat überlebt!

Andreas von Rétyi

Derzeit herrscht buchstäblich »helle« Aufregung um den Kometen Lovejoy, der nun seine engste Annäherung an die Sonne hinter sich gebracht hat und dabei wider Erwarten nicht zerstört wurde. In kürzester Zeit wurde der Komet dramatisch heller, die Ereignisse überschlugen sich.

Seit 40 Jahren wurde zum ersten Mal wieder ein Komet der berühmten »Kreutz-Gruppe« bereits Wochen vor seiner größten Sonnenannäherung vom Erdboden aus entdeckt. Für gewöhnlich tauchen diese auch als »Sungrazer« oder »Sonnenstreifer« bekannten Kometen erst wenige Stunden zuvor auf Detektoren von Sonnensatelliten auf. Benannt nach ihrem Entdecker Heinrich

Kreutz zeichnen sich die besonderen Objekte durch ähnliche Bahnen aus, die sie allesamt extrem nahe an die Sonne heranführen oder sogar in ihre brodelnde Oberfläche stürzen lassen.

 

Der kürzlich vom australischen Amateurastronomen Terry Lovejoy aufgefundene und traditionell auch nach dem Entdecker benannte Komet hat nun den geringsten Sonnenabstand und damit sein Perihel hinter sich. Gegen Mitternacht Weltzeit raste er zum 16. Dezember in nur rund 140.000 Kilometer Distanz von der Sonnenoberfläche durch die heiße Korona unseres Sterns. Schon zuvor prognostizierten Fachleute, dass der Komet dabei einen starken Lichtausbruch erfahren würde. Tatsächlich stieß der eisige, rund 200 Meter messende Kometenkern eine riesige Gas-Staubhülle ins All hinaus und leuchtete dabei dramatisch auf. Am Himmel erscheint das Objekt zur Stunde so hell wie Jupiter oder die Venus, vielleicht noch heller. Unter den Fachleuten glaubten viele, dass der Komet komplett verdampfen würde, wie der berühmte Tropfen auf dem heißen Stein. Lovejoy wäre also »hinter« der Sonne verschwunden, um nie wiederzukehren.

Während der Perihelpassage befand sich der Komet Lovejoy (C/2011 W3) von der Erde aus betrachtet hinter der Sonne, so dass terrestrische Beobachtungen nicht möglich waren. Ab dem 14. Dezember lief er jedoch bereits ins Gesichtsfeld des LASCO-Detektors der Sonnensonde SOHO, um bei seiner weiteren Annäherung aus dem All beobachtet werden zu können. Am Nachmittag des 15. Dezember war er bereits so hell, dass er die SOHO-Bilder sättigte. Dabei hatten die Forscher engbandigere Filter und kürzere Belichtungszeiten gewählt, um die Lichtflut zu bändigen. »Dies ist ohne jeden Zweifel der hellste sonnenstreifende Komet, den SOHO jemals zu Gesicht bekam«, so erklärt der US-Forscher Karl Battams.

Spannend war aber eben vor allem die Frage, ob der Komet nach der engen Passage wieder auf der anderen Seite der Sonne auftauchen würde. Tatsächlich meldeten NASA-Wissenschaftler in der Nacht zum 16. Dezember, dass Lovejoy seinen »Kamikaze-Flug« überlebt hat. Auf Twitter freuten sich Astronomen des Solar Dynamics Observatory SDO: »Eilmeldung: Lovejoy lebt! Der Komet Lovejoy hat seine Reise um die Sonne überlebt, um auf der anderen Seite wieder aufzutauchen«. Mit rund 18 Instrumenten an Bord von fünf verschiedenen Satelliten versuchten Astrophysiker die Vorgänge um diesen beeindruckenden Kometen zu erkunden. Die Beobachtungen zeigten bald auch, dass der Komet einen kleinen Begleiter besitzt, was bei der Kreutzgruppe nicht ungewöhnlich ist.

Der Komet befindet sich gegenwärtig sehr nahe der grellen Sonnenscheibe, wenige Winkelgrad südwestlich von ihr, bewegt sich aber zügig weiter. Wie er sich jetzt entwickelt, bleibt fraglich. Sämtliche Meldungen können bei derartigen Situationen sehr schnell überholt sein. Wer in den Morgenstunden versucht, ihn am Taghimmel auszumachen, muss wegen der großen Sonnennähe äußerst umsichtig vorgehen – ein direkter Blick in die Sonne kann auf Lebenszeit irreparable Augenschäden verursachen! Daher nutzen Beobachter gerne den Schatten einer hohen Hauswand. Bei geeigneter Positionierung wird die Sonne verdeckt, während der Blick auf den knapp daneben stehenden Kometen frei bleibt und die Chance  deutlich wächst, ihn auch wirklich zu sehen. Allerdings kann der Komet Lovejoy bereits zu schwach sein, um wirklich bei Tageslicht gesehen zu werden. Einige erfahrene Beobachter berichteten zwischenzeitlich bereits, keinen Erfolg bei ihrer instrumentengestützten Suche gehabt zu haben.

Bisher wurden vom Erdboden aus entdeckte Kreutz-Kometen stets zu sehr hellen, bedeutenden Kometen – so wie der Ikeya-Seki im Jahr 1965/66. Die Kreutz-»Familie« entstammt einem Riesenkometen, der wohl bereits vor vielen Jahrhunderten während seiner engen Annäherung an die Sonne in zahlreiche kleinere Stücke zerbrach. Viele davon stürzten im Lauf der Zeit in die Sonne, was noch heute immer wieder geschieht.

 

 


 

 

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