Sonntag, 20. August 2017
17.09.2014
 
 

Neue Technologien zur Energiegewinnung

Andreas von Rétyi

Allerorten wird an neuer Energietechnologie gearbeitet. Auch der Mainstream berichtet immer wieder über aktuelle Konzepte und Erfindungen auf diesem Sektor. Tatsächlich klingen die Ideen zumindest teilweise innovativ und vielleicht sogar zielführend. Und doch weisen diese Medienberichte eher in die falsche Richtung.

 

Schon im Mittelalter waren Bevölkerungsexplosion und Energiekrise keine Fremdwörter, und schon damals suchten Gelehrte und Erfinder eifrig nach neuen Möglichkeiten, solcherlei Engpässe zu vermeiden. Heute: grundsätzlich die gleiche Situation! Und wieder fahnden erfinderische Köpfe nach gangbaren, effektiven Lösungen, um alte Energieträger durch neue zu ersetzen. Die Gründe dafür sind vielfältig und bekannt. Gerade kürzlich wurden wieder zwei Entwicklungen vorgestellt, die vielversprechend klingen.

 

So haben US-amerikanische Forscher jetzt einen neuen Elektromotor realisiert, der »elektrostatische« Kräfte nutzt und der in einiger Hinsicht als vorteilhafter gegenüber den üblichen Elektromotoren beschrieben wird. Deren einfaches Prinzip basiert auf Stromfluss in einer Spule, wodurch ein Magnetfeld erzeugt wird. Auch wenn es unterschiedliche Aufbauten gibt, läuft die Anordnung immer auf die Wechselwirkung mit einem äußeren Magnetfeld hinaus, wodurch die gewünschte Drehbewegung der Spule erzeugt wird.

 

Dan Ludois von der Wisconsin-Universität, Madison, geht einen anderen Weg. Nicht magnetische, sondern elektrische Pole sollen in Wechselwirkung gebracht werden, um wiederum Drehung zu erzeugen. An sich nichts Neues, das gleiche wollte bereits Benjamin Franklin erreichen. Nur klappte es damals nicht.

 

Der übliche Elektromotor setzte sich durch, war einfacher umsetzbar. C-Motive Technologies, ein Ableger der Wisconsin-Universität, hat bereits Prototypen gebaut und beabsichtigt nun, die Technologie zu einem wirklich nutzbaren Status zu führen.

 

Wieder ist das Grundprinzip denkbar einfach: Im Inneren des Motors befinden sich alternierend fest und beweglich angebrachte Aluminiumteller in unmittelbarem Abstand. An den fixen Scheiben in diesem Stapel liegt jeweils eine Wechselspannung an, die drehbaren Scheiben werden durch sie in Rotation versetzt. Der Motor erfordere, dass die Scheiben sich zwar in unmittelbarer Nähe zueinander befinden, sich jedoch nie berühren. Außerdem müsse die angelegte Hochspannung präzise reguliert werden.

 

Die Vorteile des Motors liegen laut Ludois auf der Hand: Die wesentlichen mechanischen Teile berührten sich nicht, also sei das Gerät weitgehend wartungsfrei. Außerdem ließen sich nun sehr effiziente und zudem leichte Motoren bauen. Und nicht zuletzt könne man auch auf das teure Kupfer verzichten. Man werde in Zukunft vielfach auf Motoren dieses Typs zurückgreifen.

 

Genauso könne man das Prinzip umkehren und einen elektrostatischen Generator bauen. Im Gegensatz zum Motor wird dabei keine elektrische Energie investiert, um Bewegung zu erzeugen, sondern mechanische Energie aufgewandt, um Strom zu produzieren.

 

Eine andere Technologie, die derzeit neben so manch weiterem Projekt für Aufmerksamkeit sorgt, betrifft flache Solarkollektoren, die sich per 3D-Druck herstellen ließen und in der Lage seien, komplette Wolkenkratzer mit Energie zu versorgen. Von diesem Potenzial sind australische Forscher überzeugt.

 

Rund 50 Wissenschaftler haben für das australische Victorian Organic Solar Cell Consortium über einige Jahre hinweg daran gearbeitet, eine solche Technologie zu entwickeln. Sie soll vor allem dazu beitragen, die Energieversorgung weit verbreiteter Elektronik zu verändern.

 

So sollen Notebooktaschen oder Hüllen von iPads dann selbst dazu beitragen, Energie zu sammeln. Sie wäre preiswert und überall verfügbar. Die Elemente sind nicht größer als eine Münze. Die Forscher stellen den Unterschied zur herkömmlichen Solartechnologien klar heraus: »Organische Zellen bieten das Potenzial, direkt auf Material wie Dächer oder Fenster zu drucken ...« Auch könne das Material halbtransparent gestaltet werden, um wie eine Fenstertönung aufgetragen zu werden.

 

Die australische Wissenschaftlergruppe will ihre Technologie noch effizienter gestalten und eine hochwirksame Solartinte erzeugen, die mehr Energie aus Sonnenlicht gewinnt. »Wir sind zuversichtlich, die Technologie in den kommenden Jahren weiter voranzutreiben«, erklärt Fiona Scholes von der australischen Wissenschaftsbehörde CSIRO.

 

Solche Erfindungen und ihre diversen Fortentwicklungen sind letzten Endes aber doch nur Übergangslösungen, da sich bereits andere, weit fortschrittlichere Erkenntnisse abzeichnen. Einzelne Fachleute sind völlig neuen Energiequellen auf der Spur, und selbst, wenn es sich hier noch um Pionierarbeit handelt, könnte vor allem das weite Feld der freien Energie eine Revolution auslösen. Davon ist allerdings im Mainstream nur sehr wenig zu hören.

 

 

 

.

Leser-Kommentare (14) zu diesem Artikel

18.09.2014 | 20:47

Energierealist

Mich erinnern diese Vorschläge einfach nur an "Jugend Forscht"-Ideen. Bei Energie ist einfach zu viel Forschungsgeld im Umlauf, das aus politischen Gründen regelrecht verschleuert werden muss. Um da ran zu kommen, hat inzischen jedes Institut die passende Idee parat - Kontrollen scheint es dabei nicht zu geben.Elektrostatische Motoren gibt es seit 100 Jahren. Aber warum nicht in der Verwendung? Weil nur das Magnetfeld Energie hat, das elektrische iFeld dagegen nur...

Mich erinnern diese Vorschläge einfach nur an "Jugend Forscht"-Ideen. Bei Energie ist einfach zu viel Forschungsgeld im Umlauf, das aus politischen Gründen regelrecht verschleuert werden muss. Um da ran zu kommen, hat inzischen jedes Institut die passende Idee parat - Kontrollen scheint es dabei nicht zu geben.
Elektrostatische Motoren gibt es seit 100 Jahren. Aber warum nicht in der Verwendung? Weil nur das Magnetfeld Energie hat, das elektrische iFeld dagegen nur minimale. Diese einfache Elektrophysik kann noch so viel Forschung nicht ändern. Deshalb gibt es auch in Zukunft weder elektrostatische Motoren noch Speicher im Großformat.
Aber wenn man Politikern heute verspricht, eventuell doch, wenn vorher und lange genug Geld fließt, kann man viele Assistenten und Institutspersonal gut über die Runden bringen.
Bin nur gespannt, wann wieder die kalte Kernfussion und die üblichen, zyklisch wiederkehrenden "bahnbrechenden Erfindungen" durch den Blätterwald geistern.


18.09.2014 | 18:06

caesar4441

wenn der Kopp Verlag so weiter macht ,dann wird er zum reinen Verschwörungstheoretikertreffpunkt.Jammerschade! Von Hr. von Retyi habe ich eigentlich etwas mehr erwartet. "Energiegewinnung" ,das heißt Energieerzeugung ist gar nicht möglich.Wir können Energie grundsätzlich nur umwandeln: Wärme in Elektrizität,chem. Energie in Wärme,mechanische Energie in Elektrizität usw.Dabei gibt´s immer mehr oder weniger Verluste als Abfallwärme. Ein großer Teil der...

wenn der Kopp Verlag so weiter macht ,dann wird er zum reinen Verschwörungstheoretikertreffpunkt.Jammerschade! Von Hr. von Retyi habe ich eigentlich etwas mehr erwartet. "Energiegewinnung" ,das heißt Energieerzeugung ist gar nicht möglich.Wir können Energie grundsätzlich nur umwandeln: Wärme in Elektrizität,chem. Energie in Wärme,mechanische Energie in Elektrizität usw.Dabei gibt´s immer mehr oder weniger Verluste als Abfallwärme. Ein großer Teil der "Energiegewinnung" ist solaren Ursprungs: Wind,Wasser,Solar,Bio,aber auch Kohle,Öl,und Gas,die lediglich gespeicherte Sonnenenergie darstellen. Ob man Motoren "direkt" elektrisch antreibt oder über Magnetfelder dürfte kaum einen nennenswerten Vorteil bringen,da die herkömmlichen Elektromotoren über 95% Wirkungsgrad haben.Im übrigen sind die meisten Wechsel-oder Drehstrommotoren kollektorlos und haben außer den Lagern keine sich berührende Teile.Lager müssen auch alle anderen Motorkonstruktionen aufweisen.Wo soll da der Vorteil sein ? Die sog. "Freie Energie" des Hr.Prof. Turtur ist solange nicht einsatzfähig solange es ihm nicht gelingt ein geeignetes Gerät zu bauen.Nach seinen eigenen Aussagen ist das deshalb nicht möglich weil ihm seine Universität keiine Mittel dazu bewilligt,obwohl die Konstruktion angeblich mit Baumarktartikeln möglich sein soll.Irgendwie ist das ziemlich widersprüchlich und nur für Bildzeitungsleser verständlich. Ein anderer Held,der die Menschheit beglücken wollte ,Andrea Rossi,mit seinem kalten Fusionsreaktor hat inzwischen anscheinend statt kalter Fusion kalte Füße bekommen.Er soll seine Erfindung verkauft haben.Seinen Generator kann man immer noch nicht kaufen.Angeblich haben die "Bösen" Konzerne was dagegen. Diese Behauptung ist leider ziemlich hahnebüchen: Wenn man damit wirklich billig Energie "erzeugen" könnte wären die Energiekonzerne sicher die Ersten die sich diese Möglichkeit sichern würden.


18.09.2014 | 16:10

Norbert Stumpf

@all, bitte, ich suche seit langem, irgendwo publiziert, eine Firma die ein Hauskraftwerk herstellt, was auf Freier Energie basiert, ansonsten bin ich auch allgemein an diesem Thema interessiert; Erfahrungen, Kosten, Schaltungen, usw. dank und herzlicher Gruss an Alle! horsfootatwebde Norbert


18.09.2014 | 11:59

Wandale

@Irene > das kann ich bestätigen. Mein Motor benötigt leider kein Benzin, Diesel, Gas... (Hitze, Explosionen, Verbrennungen...) ;-) Wie soll man es einem Normalbürger beibringen der nur vor dem TV sitzt und am Wochenende sich sein Hirn wegsäuft, dass es Freie Energie gibt. Die meinen dann sofort dass die alles kostenlos bekommen... (auch das Auto) :-) Techniker haben ihn auch schon gesehen und schlucken nur noch. Bin selbst aus der Branche und weiß was mit diesem Motor machbar...

@Irene > das kann ich bestätigen. Mein Motor benötigt leider kein Benzin, Diesel, Gas... (Hitze, Explosionen, Verbrennungen...) ;-) Wie soll man es einem Normalbürger beibringen der nur vor dem TV sitzt und am Wochenende sich sein Hirn wegsäuft, dass es Freie Energie gibt. Die meinen dann sofort dass die alles kostenlos bekommen... (auch das Auto) :-) Techniker haben ihn auch schon gesehen und schlucken nur noch. Bin selbst aus der Branche und weiß was mit diesem Motor machbar ist und was es für die aktuelle Technik bedeutet. > Viktor Schauberger hat mal ein Buch geschrieben das sich "Unsere Sinnlose Arbeit" nennt. Ich würde JEDEM empfehlen auch seine Briefe die man Internet findet zu lesen. Viktor Schauberger wurde von den Amis 1958 entsorgt.


18.09.2014 | 09:13

P.Seibt

Funktionierende Geräte in Kleinformat z.B. für Einfamilienhaus/Wohnung herstellen und vertreiben. Wenn sich genügend Haushalte damit versorgt werden, wird die Energiewirtschaft schon umdenken müssen.


18.09.2014 | 01:08

Irene

Wandale: Der einzige Fehler an dieser Sache ist dass man dabei nichts verdienen kann und deshalb die fadenscheinigen Ausreden.

Ergänzende Beiträge zu diesem Thema

»Energiefresser« einmal anders: Bakterien, die sich von blanken Elektronen ernähren

Andreas von Rétyi

Kalifornische Mikrobiologen erklären, hoch ungewöhnliche Bakterien entdeckt zu haben, die sich von puren Elektronen ernähren. Sie sehen in diesem Fund völlig neue Perspektiven der Biologie, vielleicht auch für außerirdisches Leben.  mehr …

Die Geburt der »Energiewende« aus der katholischen Häresie

Edgar Gärtner

Im diesjährigen Magazin des Hilfswerkes der deutschen katholischen Bischöfe MISEREOR nimmt sich der einschlägig bekannte Autor und Greenpeace-Lobbyist Toralf Staud unter dem Titel »Zweifel ist unser Produkt« jene Skeptiker oder Klimarealisten vor, die sich unter anderem beim Europäischen Institut für Klima und Energie (EIKE) zusammengefunden  mehr …

Freie Energie für alle Menschen: So wird der Traum wahr

Janne Jörg Kipp

Die Energiewende in Deutschland ist aus dem Ruder gelaufen. Alle wissen dies, Politik, Energiewirtschaft und wir als Verbraucher. So genannte »alternative« Energie wird teuer an Orten produziert, wo wir sie nicht brauchen und auch nicht speichern können. Prof. Claus W. Turtur hat ein Buch vorgelegt, das langfristig andere Aussichten verspricht.  mehr …

Wer diesen Artikel gelesen hat, hat sich auch für diese Beiträge interessiert:

Geheimplan Volksbetrug: Verlogene EU-Politiker

Udo Ulfkotte

Die Europäische Union hat mit allen Mitteln versucht, die Aufklärungsarbeit über die amerikanische NSA-Spionageaffäre in Europa zu verhindern.  mehr …

Washingtons Krieg gegen Russland

Dr. Paul Craig Roberts

Als reine Wirtschaftsmaßnahmen ergeben die Sanktionen, die Washington und Europa gerade gegen Russland verhängt haben, keinen Sinn. Es sollte mich überraschen, wenn Ölbranche und Militärindustrie in Russland in größerem Umfang von Europas Kapitalmärkten abhängig wären. Eine derartige Abhängigkeit spräche nämlich für einen Fehler im strategischen  mehr …

Mehr US-Soldaten im Kampf gegen Ebola als gegen IS-Terroristen

Markus Gärtner

Barack Obama schickt 3.000 Soldaten zum Kampf gegen die Ausbreitung der Ebola-Epidemie nach Westafrika. Das ist zehnmal so viel militärisches Personal wie die 300 Berater und Ausbilder, die im Irak und in Syrien den Kampf gegen den sogenannten »Islamischen Staat« unterstützen sollen.  mehr …

Überfälliger Schritt: Bundesregierung verbietet Terrororganisation »Islamischer Staat« (IS)

Torben Grombery

Wenn nach langer Zeit ein vorzeigbares Ergebnis erzielt wird, benutzt man gerne die Phrase: »Was lange währt, wird endlich gut.« Mit der längst überfälligen Maßnahme hat die Bundesregierung, stellvertretend durch den zuständigen Bundesinnenminister Thomas de Mai­ziè­re (CDU), jetzt richtigerweise alle Aktivitäten der Terrororganisation Islamischer  mehr …

Werbung

Newsletter-
anmeldung!
Hier erhalten Sie aktuelle Nachrichten und brisante Hintergrundanalysen
(Abmeldung jederzeit möglich)

KOPP EXKLUSIV – Jetzt bestellen

Brisante Hintergrundanalysen wöchentlich exklusiv nur bei uns.

Katalog – Jetzt kostenlos bestellen

Bestellen Sie unseren Katalog kostenlos und unverbindlich.