Monday, 26. September 2016
27.12.2013
 
 

Rohöl im Handumdrehen: Jahrmillionen, auf Minuten gekürzt

Andreas von Rétyi

Beinahe unglaublich, aber wahr: Rohöl lässt sich in Minutenschnelle herstellen. Während Öl nach landläufiger Auffassung als fossiler Energieträger über Millionen von Jahren andauernde Zeiträume entsteht, kann der kostbare, wenn auch nicht mehr zeitgemäße Brennstoff nun beinahe schon von einem Moment auf den anderen hergestellt werden. Ein neues Verfahren erlaubt die relativ preiswerte Produktion von Rohöl aus Algen.

Man könnte auch von »Instant-Öl« sprechen – denn ein neues Rezept des Pacific Northwest National Laboratory (PNNL) macht die Herstellung von Rohöl zu einer zügig realisierbaren Angelegenheit. Das Labor des US-amerikanischen Energieministeriums hat in Kooperation mit der Genifuel Corporation aus Utah einen Prozess entwickelt und getestet, der nach weniger als 60

Minuten bereits Rohöl liefert. Ausgangsmasse ist dabei Algenschlamm, der gegenüber früheren Methoden auf eine deutlich vereinfachte Weise aufbereitet werden kann. Ein wesentlicher Vorteil ist die Verwendbarkeit von feuchten Algen. Alle bisherigen Prozesse benötigten getrocknete Algen, was die Kosten extrem in die Höhe trieb und das Verfahren unrentabel werden ließ.

 

Diese Trocknung zehrte große Energiemengen auf. Der PNNL-Prozess kann hier deutlich punkten, er kommt auch mit Algenschlamm zurecht, der rund 80 bis 90 Prozent Wasser enthält. So werden Algen als Biotreibstoff wieder attraktiver. Die neue Herangehensweise erlaubt zudem, mehrere chemische Schritte innerhalb eines einzigen, kontinuierlichen Ablaufs zu vereinen. Dabei lässt sich der Einsatz von Lösungsmitteln vermeiden, die in ziemlich umständlichen Arbeitsgängen dafür sorgen, energiereiches Öl von der übrigen schleimigen Algenmasse abzuscheiden. Im PNN-Labor wird stattdessen bei hohen Druckwerten sowie Temperaturen im Bereich von 350 Grad Celsius eine Substanztrennung erreicht.

 

Natürlich ist auch diese Technologie kostspielig, doch in der Bilanz kommt das PNNL-Verfahren zumindest nach aktueller Aussage der beteiligten Experten immer noch deutlich besser weg als die herkömmlichen Methoden der Algenaufbereitung – einmal ganz abgesehen von der Schnelligkeit. Auch die »Abfallprodukte« sind gut wieder in den Prozess rückführbar. Beispielsweise lassen sich phosphorhaltige Substanzen zur Produktion neuer Algen einsetzen, ebenso wie das gleichfalls frei werdende Wasser. Hinzu kommen Brenngase, die für die Stromerzeugung oder aber in gereinigter, komprimierter Form als Treibstoff für Fahrzeuge geeignet sind.

 

Der Versuchsreaktor erzeugt derzeit rund 1,5 Liter Rohöl pro Stunde. Die PNNL-Forschergruppe um Douglas Elliott zeigt sich mit dieser bescheiden wirkenden Rate durchaus zufrieden. Zumindest seien alle Voraussetzungen für ein effektives System zur Produktion im großen Stil gegeben. Elliott ist bereits 40 Jahre auf dem Sektor hydrothermaler Technologien tätig und hat mit unterschiedlichsten Ausgangsmaterialien experimentiert, von Algen bis zu Holzspänen. So scherzt er auch über die eigenwillige Geruchsmischung in seinem Labor, die »einem Mix aus schmutzigen Socken, verfaulten Eiern und Holzrauch« gleiche. Doch was sich dort abspielt, stinkt nicht nur zum Himmel, sondern scheint vielversprechend. Das attestiert auch ein Mann mit dem phonetisch nicht gerade unpassenden Namen James Oyler, seines Zeichens Chef von Genifuel: »Der von PNNL für Biomasse entwickelte hydrothermale Verflüssigungsprozess lässt die Umwandlung von Algen in Biotreibstoff weitaus wirtschaftlicher werden«, so betont er. Diese Technologie solle außerdem zur Kommerzialisierung verbessert werden. Das Projekt wird vom US-Energieministerium im Rahmen von Programmen zu erneuerbaren Energien unterstützt.

 

Selbstverständlich bliebe auch in diesem Fall noch einiges zu relativieren, selbst die Überschrift dieses Beitrags, die von Jahrmillionen spricht, wie sie die natürliche Entstehung von Erdöl laut gängiger Lehrmeinung in Anspruch nimmt. Trotzdem wurde dessen fossile Bildung bis heute nicht in jedem Schritt wirklich exakt dokumentiert, außerdem gibt es etliche Hinweise darauf, dass Öl (auch) abiotisch im Erdinneren produziert wird. Die kontroverse Diskussion ist umfangreich und würde hier deutlich zu weit führen, wobei die bemerkenswerte Geschichte der Theorie nicht-fossiler Ölentstehung ausführlich in Energie ohne Ende zur Sprache kommt. Wichtig dürfte auch die Beobachtung sein, dass sich die Prozesse nicht gegenseitig ausschließen müssen, sondern möglicherweise koexistieren, was die Situation allerdings nicht gerade übersichtlicher gestaltet.

 

Schon vor vielen Jahren aber haben vorwiegend russische Forscher klar auf Unzulänglichkeiten der allgemein akzeptierten Ansicht hingewiesen, und auch Experten anderer Nationen zeigen sich keineswegs vom »Mehrheitsentscheid« über die Öl-Genese überzeugt. So wies die amerikanische Geochemikerin Dr. Jean K. Whelan schon im Herbst 1995 auf ein natürliches Auffüllen von Ölfeldern aus extrem tiefen Quellen hin. Nebenbei bemerkt wundern sich manche Beobachter, warum Ölkonzerne noch in solchen Tiefen nach Öl suchen, in denen theoretisch gar kein fossiles Öl mehr zu erwarten ist. Dr. Whelan stellt ihrerseits jedenfalls fest, dass Öl ganz offenkundig in massiven Schüben von unten in die oberflächennahen Lager nachströmt. Sie leitete dies aus ihrer eigenen Arbeit am erstaunlich ergiebigen Feld Eugene Island 330 im Golf von Mexiko ab.

 

Auch hier schien aus dem Erdinneren »nachgetankt« zu werden. Insgesamt vermuten unabhängige »Nonkonformisten« der Branche vergleichsweise unerschöpfliche Ölmengen im Erdinneren. Selbst der US-Chemienobelpreisträger Dudley Herschbach hält die vom Mainstream abgelehnte Alternativtheorie für völlig realistisch. Angesichts dessen und mit Blick auf die gewaltigen Mengen potenziellen Tiefenöls bleibt anzumerken, dass allein diese Perspektiven eine langfristige und relativ preiswerte Versorgung mit Treib- und Brennstoff nahelegen. Demnach steht also keineswegs ein baldiges Versiegen der Quellen bevor, das eine astronomische Preisspirale rechtfertigen soll.

 

Um sich aber der Kontrolle von Monopolisten zu entziehen und umweltfreundliche, überall zum Nulltarif verfügbare Energiequellen zu erschließen, müsste das Problem auf ganz andere Füße gestellt werden. Doch selbst hier wurde bereits von unabhängiger Seite die nötige Grundlagenforschung geleistet. Nur bedenklich, wenn das Establishment all jenen, die hier zukunftsträchtiges Neuland betreten, ohne dabei Profitstreben in den Vordergrund zu stellen, unmittelbar Traumtänzerei oder Pseudowissenschaft vorwirft, vor allem, indem pauschal unterstellt wird, Freie-Energie-Forschung komme der Behauptung gleich, ein Perpetuum mobile bauen zu wollen. Derartige Argumente sind allerdings meist verdächtig, dienen sie in aller Regel doch dem Zweck, sämtliche weiteren unbequemen Fragen und Fakten kollektiv im Keime zu ersticken. Totschlagargumente eben. Als Tatsache dürfte hingegen in jedem Falle gelten, dass das Erschließen völlig neuer Energiequellen an sich rein gar nichts mit der angeblichen Behauptung gemein hat, Energie aus dem puren Nichts zu schaffen, sondern lediglich das so rationale wie lautere Ziel verfolgt, bislang ungenutzte Ressourcen anzuzapfen und nutzbar zu machen.

 

Wenn es um Übergangslösungen geht, könnten aber die aktuellen, in der Fachzeitschrift Algal Research publizierten Ergebnisse des PNNL einen wichtigen Fortschritt darstellen. So stellt James Oyler optimistisch fest: »Dies ist ein gewaltiger Schritt in die richtige Richtung.«

 

 

 


 

 

 

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