Friday, 1. July 2016
05.01.2016
 
 

Zentauren-Alarm: Forscher warnen vor einem viel größeren Kometenrisiko als bisher angenommen

Andreas von Rétyi

Vor Kurzem sind Planetenforscher zu einer eher ungemütlichen Einsicht gelangt. Sie hängt mit der großen Zahl neu entdeckter Riesenkometen in den Außenbereichen des Sonnensystems zusammen. Aktuelle Erkenntnisse lassen darauf schließen, dass die Kollisionsgefahr der Erde mit anderen Himmelsobjekten bislang deutlich unterschätzt wurde. Alles nur Panikmache oder doch ein begründeter »Sinneswandel«?

 

An sich sind Himmelsforscher eher ein stilles, unauffälliges Volk und auch nicht gerade dafür bekannt, Ängste in der Bevölkerung zu schüren. Im Gegenteil, in aller Regel wiegeln sie eher ab, um ihren wissenschaftlichen Ruf nicht zu beschädigen. Immer wieder ereignen sich allerdings spektakuläre Entdeckungen zu kosmischen Vorgängen, die auch für das Leben auf der Erde fatale Folgen haben können.

Die Medien stürzen sich nur zu gerne auf solche Meldungen, schlagen ihren Konsumenten explodierende Sonnen und apokalyptische Asteroiden genüsslich um die Ohren. In einigen Fällen stellt sich die Situation aber auch genau umgekehrt dar. Dann gibt sich die Wissenschaft »seriöser« als die Natur erlaubt.

 

Sogenannte Katastrophentheorien sind bis heute vielfach ungeliebte Konzepte, obwohl unser Planet nachweislich auch das Produkt gewaltiger Katastrophen ist. Trotzdem: Noch vor gar nicht so langer Zeit war es beispielsweise geradezu verpönt, das gewaltige Dinosauriersterben auf einen gewaltigen Kometeneinschlag zurückzuführen oder ernsthafter über bedrohliche Asteroideneinschläge nachzudenken, die uns noch heute ereilen könnten.

 

Wer wollte in Fachkreisen schon als sensationsgierig verschrien sein? Heute möchten viele von diesen Berührungsängsten kaum mehr etwas wissen. Extraterrestrische Katastrophenszenarien werden weltweit diskutiert. Gerade hierzulande aber war die Ablehnung deutlich zu spüren. Ich erinnere mich zumindest recht gut an so manche Reaktion aus Fachkreisen, als ich Anfang der 1990er-Jahre das erste deutschsprachige Buch zum Thema veröffentlichte.

 

Jahre später schrieben renommierte Wissenschaftsjournalisten dann hemmungslos daraus ab und so manches Buch zum Thema folgte. Der Direktor eines naturwissenschaftlichen Museums kündigte ebenfalls einige Bedenken an, als ich in der Schriftenreihe über kosmische Ursachen des Dinosauriersterbens schrieb und mächtige Kollisionsereignisse diskutierte. Dabei sprachen die Indizien schon damals deutlich für die Möglichkeit eines Großimpakts. Wiederum Jahre später zeigte sich der gleiche Museumsleiter durchaus zufrieden mit der damaligen Entscheidung, die »gewagten Thesen« einzubeziehen.

 

Heute existieren automatisierte Suchprogramme nach erdnahen, potenziell bedrohlichen Asteroiden, Raumschiffe sollen erste Versuche starten, kleinere Himmelskörper abzulenken. Doch ist das erst ein Anfang. Außerdem wird es nicht genügen, sich lediglich nach möglicherweise gefährlichen Asteroiden im erdnahen Raum umzusehen.

 

Das belegen jetzt auch Untersuchungen britischer Astronomen, die eine bislang unbekannte Gefahr wittern: in Gestalt der Zentauren. Diese Gruppe von Himmelskörpern ist zwar schon seit vielen Jahren bekannt. Doch erst jetzt offenbart sich, welche Rolle sie für die Erde spielen könnten.

 

Im Lauf der letzten beiden Jahrzehnte stießen Astronomen auf eine wachsende Zahl von Kleinkörpern des Sonnensystems, die sich im Bereich der Riesenplaneten jenseits von Jupiter um die Sonne bewegen. Sie befinden sich damit im Übergangsbereich zu den Transneptuniern und tragen zur Vielfalt verschiedenster Objektgruppen im äußeren Sonnensystem bei.

 

Die Zentauren sind nach jenen berühmten Fabelwesen der griechischen Mythologie benannt, imposanten Mischwesen, halb Mensch, halb Pferd. Tatsächlich besteht eine gewisse Analogie zu den Himmelskörpern, selbst wenn Pferde und Menschen im äußeren Sonnensystem (bislang) wohl kaum anzutreffen sind.

 

Die Analogie tritt allerdings im ungewöhnlichen Erscheinungsbild deutlich zutage. Denn die interplanetaren Zentauren stellen so etwas wie eine Mischform zwischen Asteroid und Komet dar. Sie weisen Eigenschaften beider Klassen auf. So sind sie mit meist etwa 50‒100 Kilometern Durchmesser wesentlich größer als ein typischer Komet und passen damit besser in das Schema der Asteroiden. Ihre Bahnen scheinen sich teils in einem Übergangszustand zu befinden, Zentauren können genau wie Kometen auch eine Gas-Staub-Hülle um sich herum entwickeln.

 

Zu den größten Vertretern unter ihnen zählen Objekte wie 2060 Chiron (»1977 UB«) oder 10199 Chariklo, beide mit über 200 Kilometern Durchmesser. Da die Riesenplaneten den Kurs der Zentauren gravitativ deutlich beeinflussen, sind deren Bahnen instabil. Die kosmischen Chimären können auch in Richtung Erde abgelenkt werden.

 

Spätestens dann wandeln sich die eigentümlichen Asteroiden in echte kurzperiodische Riesenkometen, die mit Planeten des inneren Sonnensystems kollidieren können. Gegenwärtig sind einige hundert Zentauren bekannt, ihre Gesamtzahl wird allerdings auf über 40 000 geschätzt.
Die Astronomen des ir(d)ischen Armagh-Observatoriums sowie der Universität Buckingham veröffentlichten in der Dezemberausgabe des RAS-Fachblatts Astronomy and Geophysics (A and G) ihre aktuellsten Forschungsergebnisse zu den Zentauren und deren Kollisionsgefahr mit der Erde.

 

Von vornherein liegt dabei vor allem eines auf der Hand: Derart gewaltige Brocken würden bei einem solchen Zusammenstoß noch verheerendere Auswirkungen nach sich ziehen als der schicksalhafte Himmelskörper, der vor 65 Millionen Jahren im Gebiet des heutigen Golfs von Mexiko einschlug, dort einen beinahe 200 Kilometer großen Krater riss und zumindest ein wesentlicher Faktor beim wohl berühmtesten, wenn auch nicht größten Faunenschnitt der Erdgeschichte war.

 

Die neuen Berechnungen lassen darauf schließen, dass rund alle 40 000 bis 100 000 Jahre ein Zentaur auf eine Bahn gelenkt wird, die unseren Erdorbit kreuzt. Die britischen Forscher gehen zwar davon aus, dass ein solcher Riesenkomet bei seiner Sonnen- oder auch Erdannäherung in Staub und etliche größere Einzelteile zerfallen dürfte, doch würde damit das innere Sonnensystem mit Trümmermaterial regelrecht überflutet, sodass Kollisionen unvermeidlich wären. Immerhin liefert ein einziger Zentaur mehr Masse als alle heute bekannten erdnahen Asteroiden zusammen.

 

Bislang wurde diese Gefahr noch nicht in die Erwägungen zu kosmischen Einschlägen einbezogen, sodass die Liste potenziell bedrohlicher Objekte jetzt deutlich erweitert und das extraterrestrische Impaktrisiko neu bewertet werden muss. Die bisherige Statistik eines solchen Risikos basiere »allein auf den Zählungen erdnaher Asteroiden und unterschätzt dessen Natur und Ausmaß«, so erklären die Forscher in ihrer Arbeit, um außerdem zu betonen: »Die Desintegration solcher Riesenkometen würde vorübergehende, aber ausgedehnte Perioden eines Bombardements hervorrufen, die bis zu 100 000 Jahre andauerten.«

 

Vielleicht müssen dann auch einige jüngere Ereignisse der Erd- und Menschheitsgeschichte neu beurteilt werden. Bekannt sind etliche radikale Veränderungen der irdischen Umwelt sowie Unterbrechungen bei der Weiterentwicklung alter Zivilisationen. Sie könnten mit der Ankunft eines Zentauren vor rund 30 000 Jahren in Verbindung stehen, der das innere Sonnensystem mit Trümmerbrocken anreicherte, die teils mehrere Kilometer groß gewesen sein dürften. Dafür sprechen auch neuere Erkenntnisse über interplanetare Materie im erdnahen Raum. Diese Informationen zu Kometenpopulationen decken sich mit geologischen und paläontologischen Anomalien, die für die Zeit um 10 800 und 2300 v. Chr. registriert wurden. Interessant auch, dass Mikrokrater in Mondgestein beinahe allesamt jünger als 30 000 Jahre sind – demnach muss damals der Staubgehalt in Erdnähe sehr wesentlich zugenommen haben.

 

Der an der Studie beteiligte Asteroidenforscher William M. »Bill« Napier resümiert: »In den vergangenen drei Jahrzehnten haben wir viel Arbeit investiert, um Asteroiden zu verfolgen und das Kollisionsrisiko mit der Erde zu analysieren. Unsere Forschung legt nahe, dass wir auch jenseits unserer unmittelbaren Nachbarschaft sowie jenseits der Jupiterbahn Ausschau halten müssen, um schließlich auf die Zentauren zu stoßen. Wenn wir Recht haben, könnten diese fernen Kometen eine ernsthafte Gefahr darstellen, und es ist an der Zeit, sie nun besser zu verstehen.«

 

 

 

 

 

 

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