Wednesday, 16. April 2014
08.09.2013
 

Neue Beweise: Pestizide bringen Honigbienen um

Ethan A. Huff

Dank einer neuen Studie ist die lange Liste bekannter chemischer Gifte, die Bienen umbringen, um drei gewachsen. Die Studie, die in der Zeitschrift Toxicology and Chemistry veröffentlicht wurde, war von Forschern erstellt worden, die der nicht profitorientierten Gruppe Society of Environmental Toxicology and Chemistry (SETAC) angehören.

Sie hatten ermittelt, dass selbst nicht-tödliche Dosen von drei häufig verwendeten Insektiziden Bienen so schwer schädigen, dass es zum Bienenvolk-Kollaps (»CCD« nach dem englischen »Colony Collapse Disorder«) und anderweitigem Massensterben von Bienen kommen kann.

Für ihre Untersuchung hatten Dr. Stephan Caravalho und seine Kollegen an der Universidade Federal de Lavras in Brasilien und am französischen Institut National de la Recherche Agronomique die physiologische Wirkung von Deltamethrin, Fipronil und Spinosad auf die Honigbienenart Apis mellifera untersucht. Die drei Chemikalien wurden den Bienen in unterschiedlichen Dosierungen gegeben, um die entstehende Schädigung zu messen und die Sterberate zu beobachten.

 

Es zeigte sich, dass die Agrarchemikalien unabhängig von der Dosierung die Gesundheit der Bienen beeinträchtigte, und zwar gleich in mehrfacher Hinsicht. Neben der Schwächung des Immunsystems beeinträchtigten alle drei Substanzen auch die kognitiven Fähigkeiten der Bienen, die bei der Futtersuche und physischen Orientierung unerlässlich sind.

 

»Die in Landwirtschaft und Haushalt häufig zur Schädlingsbekämpfung verwendeten Substanzen Deltamethrin, Fipronil und Spinosad wurden Honigbienen gegeben. Sie erwiesen sich unabhängig von der Dosierung in gewissem Grade als toxisch«, heißt es in einer Meldung über die Studie bei EurekAlert!. »In nicht-tödlicher Dosierung führten die Pestizide zu einer Veränderung wichtiger Enzyme, die physiologische Prozesse, kognitive Funktionen und die Immunantwort steuern, beispielsweise den Zielflug, das assoziative Lernen, die Nahrungssuche und die Entwicklung der Brut.«

 

Deltamethrin ist ein Insektizid aus der Gruppe der Pyrethroide, das häufig in Sprays gegen Wanzen und Ameisen im Haushalt und zur Anwendung in Außenbereichen wie Golfplätzen und Gärten verwendet wird. Fipronil ist ein Breitband-Insektizid, das normalerweise in der Erwerbslandwirtschaft verwendet wird. Spinosad findet Verwendung in Hausgärten und Pflanzenbeeten, manchmal aber auch bei der Läuse-Behandlung bei Kindern.

 

 

Eine Unzahl wissenschaftlicher Studien kann nicht falsch sein: Viele Arten von Insektiziden bringen Bienen um

 

Diese Studie ist nur eine von vielen aus den letzten Jahren, bei denen eine Verbindung zwischen dem Einsatz von Pestiziden und dem rätselhaften Verschwinden und Tod von Millionen von Bienen auf der ganzen Welt nachgewiesen wurde. Andere Studien neueren Datums haben ergeben, dass Neonicotinoide wie Imidacloprid ebenfalls für Bienen giftig sind, genauso wie das Pyrethroid und eine ganze Reihe von Organophosphat-Insektiziden.

 

»Pestizide werden durchweg im Zusammenhang mit dem Rückgang der Bestäuber als wichtiges Problem genannt, nicht nur beim unmittelbaren Tod von Bienen, sondern auch bei nicht-tödlichen Dosen, die zu Veränderungen der Reproduktion, Navigation und Nahrungssuche der Bienen führen«, erklärt die nicht gewinnorientierte Gruppe Beyond Pesticides [Jenseits von Pestiziden]. »Diese Chemikalien wirken auf Bienen, auf andere Bestäuber wie Hummeln und Kolibris sowie auf andere Nützlinge.«

 

Beyond Pesticides hat eine Liste neuerer Studien erstellt, die die Gefahren von Pestiziden für Bienen belegen. Das Abstract der neuen Studie über Deltamethrin, Fipronil and Spinosad können Sie hier nachlesen.

 

 

Quellen für diesen Beitrag waren u.a.:

 

EurekAlert.org

NIH.gov

Extension.org

BeyondPesticides.org

NaturalNews.com

NaturalNews.com

NaturalNews.com

NaturalNews.com

NaturalNews.com

 

 

 


 

 

 

 

 

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