Friday, 29. July 2016
20.08.2014
 
 

Wie die extreme Dürre in Kalifornien zu einer Welle von Erdbeben führen wird

Ethan A. Huff

60 Prozent des US-Bundesstaats Kalifornien erleben zurzeit die schlimmste Dürre seit Beginn der Aufzeichnungen. Sie bedeutet eine beispiellose Wasserkrise, die nicht nur Versorgungsausfälle auslöst, sondern auch die Belieferung des gesamten Landes mit frischem Obst und Gemüse beeinträchtigt. Den Einwohnern des Staates und einiger Nachbarstaaten droht aber noch mehr: die erhöhte Wahrscheinlichkeit von Erdbeben.

 

In einer neuen Studie, die in der Zeitschrift Nature veröffentlicht wurde, werden ernste Fragen über die Stabilität Kaliforniens aufgeworfen, da die unterirdischen Wasserleiter auf einen historischen Tiefstand fallen. Überall im Central Valley, in dem Salat, Mandeln und andere Feldfrüchte wachsen, die im ganzen Land konsumiert werden, wird mehr Wasser aus dem Boden gepumpt als ihm zurückgegeben wird. Das führt nach Expertenaussage zu einer Verschiebung des Bodens.

Wie ein Geologenteam unter Leitung von Colin B. Amos von der Western Washington University berichtet, trennt sich in ganz Kalifornien die unterirdische Landschaft, auch bekannt als Lithosphäre, buchstäblich von dem darüberliegenden Land. Die California Coast Ranges, die Tehachapi Mountains und die südliche Sierra Nevada steigen durchschnittlich um bis zu drei Millimeter pro Jahr, sagt Chris Clarke von TakePart.

 

Insgesamt 500 GPS-Aufzeichnungsgeräte, die im Central Valley und auf den umgebenden Bergen aufgestellt wurden, zeigten, dass der Wasserspiegel unter dem Gebiet rapide sinkt. Das bedeutet, dass die Masse von 176 Milliarden Tonnen Wasser, die normalerweise die Lithosphäre nach unten drückt, immer geringer wird und zu einer Trennung des Landes führt, die historisch gesehen den Boden anfälliger für seismische Aktivität macht.

 

»Das Pumpen von Grundwasser entlastet die Lithosphäre«, sagte William Hammond, Geologe an der University of Nevada und Koautor der Studie, wieder zitiert von TakePart. »Wenn so viel Grundwasser abgepumpt wird, wird die Last genommen, und die Landschaft springt praktisch nach oben. Die Sierra Nevada steigt infolge des Abpumpens von Grundwasser im Central Valley schneller.«

Spanisches Erdbeben von 2011 wurde durch zu hohe Wasserentnahme ausgelöst, sagen Wissenschaftler

 

2011 erschütterte ein Erdbeben von der Stärke 5,2 die spanische Stadt Lorca; zehn Menschen kamen ums Leben, zahlreiche Gebäude und Infrastruktur wurden beschädigt. Später stellte sich heraus, dass das Beben dadurch verursacht wurde, dass zu viel Wasser aus unterirdischen Wasserleitern entnommen wurde. Forscher kamen zu dem Schluss, aufgrund des Musters der Verwerfungsverschiebung und der Bewegung des Landes an der Oberfläche seien Veränderungen des Wasserleiter-Volumens als wahrscheinlichste Ursache des Erdbebens anzunehmen.

 

»Der Bereich der Verwerfungsverschiebung passt zu dem Muster der positiven Coulomb-Stress-Veränderung, die wir als Resultat der Entnahme von Grundwasser aus einem nahegelegenen Wasserleiter errechnet haben«, schrieben die Autoren in einer Studie, die in der Zeitschrift Nature Geoscience erschien. »Unsere Resultate lassen darauf schließen, dass anthropogene Aktivitäten Zeit und Ort des Auftretens von Erdbeben beeinflussen könnten.«

 

Im Central Valley wurde ein ähnliches Phänomen hinsichtlich der Entnahme von sehr viel Wasser zur Bewässerung von Feldern dokumentiert. Im Spätsommer und Frühherbst zeigt der Parkfield-Abschnitt der berüchtigten San-Andreas-Verwerfung nach Angaben von Geologen eine charakteristische erhöhte seismische Aktivität in einer Stärke von 1,25 und höher – genau dann, wenn das meiste Wasser entnommen wird.

 

»Diese saisonale Veränderung bedeutet, dass die Lithosphäre belastet und entlastet wird«, erklärte Hammond weiter. »Die Erde biegt sich nach oben und unten, kleine Erdbeben scheinen eine Reaktion darauf zu sein.«

 

 

 

Quellen für diesen Beitrag waren u.a.:

 

TakePart.com

Nature.com

BBC.com

NaturalNews.com

 

 

 

 

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Leser-Kommentare (2) zu diesem Artikel

20.08.2014 | 18:58

Uri

Die USA sollten einfach mal anfangen wie die BRICS zu denken und sich 1.) vom angelsächsischen Spielgeld-Kult lossagen und 2.) wieder der eigenen Entwicklung zuwenden. Wie das funktoniert demonstrieren China und Russland derzeit sehr eindrucksvoll mit Wachstumsraten jenseits der 5% und wachsendem Wohlstand seiner Bürger. Gegen die Wasserknappheit im US-amerikanischen Südwesten gibt es übrigens seit langem ein Konzept zur Renaturierung der dortigen Wüsten. Nennt sich NAWAPA und...

Die USA sollten einfach mal anfangen wie die BRICS zu denken und sich 1.) vom angelsächsischen Spielgeld-Kult lossagen und 2.) wieder der eigenen Entwicklung zuwenden. Wie das funktoniert demonstrieren China und Russland derzeit sehr eindrucksvoll mit Wachstumsraten jenseits der 5% und wachsendem Wohlstand seiner Bürger. Gegen die Wasserknappheit im US-amerikanischen Südwesten gibt es übrigens seit langem ein Konzept zur Renaturierung der dortigen Wüsten. Nennt sich NAWAPA und wurde in den USA selbst vom LPAC ausgearbeitet. In D bekannt durch die Bürgerechtsbewegung. http://www.bueso.de/infrastruktur


20.08.2014 | 10:15

Livia

Die Spanier haben daraus gelernt und Treibhäuser mit geschlossenen Wasserkreisläufen gebaut. Das geht natürlich nur wenn man die Pflanzen von Hand pflegt und erntet. Den Amis hingegen können die Entemaschinen nicht groß genug sein. Dabei konnten - wegen der Nähe zur San Andreas Verwerfung kleinere Erdbeben in Kalifornien den ganz großen Knall auslösen ... Industrialisierte Landwirtschft ist eben immer schlecht!

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