Wednesday, 29. June 2016
25.12.2009
 
 

Geheimexperimente zur Züchtung eines »Neuen« Menschen

Michael Grandt

Dass die Bolschewisten bereits über 20 Jahre vor den Nationalsozialisten biologische Geheimexperimente vollzogen haben, ist weitgehend unbekannt. Durch die Kreuzung von Affen und Menschen wollten sie menschenähnliche Hybriden erzeugen.

Nach der erfolgreichen bolschewistischen Revolution im Jahre 1917 stand die erste Sowjetregierung vor einem Scherbenhaufen: Das Land war bettelarm und gegenüber den europäischen Industriestaaten um Jahrzehnte zurück.

Experimente zur Züchtung eines »Neuen« Menschen

Dennoch glaubten die Ideologen der kommunistischen Utopie, dass die Menschen der alten feudalen und kapitalistischen Weltordnung nicht geeignet wären, die Sowjetunion in ein neues, technisches Zeitalter zu führen. Die Bolschewiken vertrauten aber der Biologie, der Technik und Naturwissenschaften.

Ein neuer Bürger musste also geschaffen werden und so hieß das Ziel gewagter Experimente in den 1920er-Jahren: die Züchtung eines »Neuen« Menschen.

»Affenmenschen« für gefährliche Arbeiten

Manche Wissenschaftler wollten durch Blutaustausch zwischen Jung und Alt den makellosen Menschen für eine perfekte bolschewistische Gesellschaft schaffen. Andere wiederum experimentierten mit Menschen und Affen, die sie kreuzen wollten, um menschenähnliche Hybriden zu zeugen. Diese »Affenmenschen« sollten den Militärchemikern als Versuchsobjekte für neue Giftstoffe dienen und schwere und gefährliche Arbeiten übernehmen.

Andere Theoretiker propagierten die künstliche Befruchtung von Frauen mit dem Sperma herausragender Revolutionäre. Damit wollten sie eine enorme Steigerung der geistigen und moralischen Eigenschaften der nächsten Generationen erreichen. So schrieb der marxistische Genetiker Serebrowski: »Die beste Methode zur eugenischen Umgestaltung der Gesellschaft« (ist) »die künstliche Besamung«. Er schlug vor, die Frauen mit dem »Sperma der in genetischer Hinsicht wertvollsten Männer« zu befruchten. Seiner Ansicht nach konnte man im Sozialismus das Kindergebären als gesellschaftliche Maßnahme von der Liebe trennen: »Unter solchen Bedingungen wird die Selektion des Menschen mit gigantischen Schritten voranschreiten. Einzelne Frauen und ganze Kommunen werden nicht von ›ihren‹ Kindern sprechen, sondern von ihren Erfolgen und Leistungen auf diesem zweifellos äußerst erstaunlichen Gebiet – auf dem Gebiet der Erschaffung neuer Formen des Menschen.«

Die Experimente der 1920er-Jahre, mit denen die menschliche Natur verbessert und  verändert werden sollte, fanden in den Bereichen Genetik, Primatologie und Physiologie statt.

Organverpflanzungen und künstliche Befruchtungen

Sinnbild für die aberwitzigen Experimente ist die Affenzucht-Station in Suchumi, die 1917 eingerichtet und mit den damals besten sowjetischen Wissenschaftlern besetzt wurde. Die geheimen Tests der Bolschewiki zur »Ewigen Jugend« schlossen unter anderem Organverpflanzungen, Herzoperationen und künstliche Befruchtungen ein.

Der Petersburger Biologe Ilja Iwanow war ein Kreuzungsfanatiker und wollte einen Hybriden zwischen Mensch und Affe züchten, einen »Urmenschen« konstruieren. Die Bolschewiki unterstützten ihn dabei. Im Jahre 1928 unternahm Iwanow dann die ersten praktischen Schritte und besamte drei Schimpansenweibchen. Doch dies misslang: Zwei davon starben, das dritte wurde nicht trächtig.

Iwanow plante auch, afrikanische Frauen im Krankenhaus ohne ihr Wissen mit Affensperma befruchten zu lassen. Aber auch dies konnte er nicht umsetzen.

In der Sowjetunion fand der Biologe schließlich einige Freiwillige, die sich mit Orang-Utan-Sperma besamen lassen wollten. Dafür erhielt Iwanow später sogar eine neue Forschungsstation am Schwarzen Meer. Doch sein einziger Orang-Utan starb und so platzte auch der Traum vom wiedererstandenen Urmenschen. Iwanow wurde später nach Kasachstan verbannt, wo er auch starb.

Alle Versuche, einen »Neuen Menschen« in der Sowjetunion zu züchten, scheiterten.

__________

Quellen:

Kulturzeit (3sat)

– »Menschenlabor Sowjetunion« (Arte, ausgestrahlt am 02.12.2009)

– Dunja Melcic: »Vergleiche des Unvergleichbaren. Biopolitik und Vernichtungsfantasien«

Taz vom 20.05.2008    

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