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Die Studie hat ergeben, dass schon eine Minderheit von fünf Prozent ausreicht, um die Richtung festzulegen, die eine Menschenmenge einschlägt, die restlichen 95 Prozent folgen, ohne überhaupt zu merken, was vor sich geht.
Professor Krause und sein Doktorand John Dyer führten eine Reihe von Experimenten durch, bei denen Freiwillige gruppenweise ungeordnet durch eine große Halle gingen. Einzelne aus
der jeweiligen Gruppe erhielten Anweisungen, wohin sie gehen sollten. Die Teilnehmer durften untereinander weder kommunizieren noch einen anderen bewusst beeinflussen.
In allen Fällen zeigte sich, dass die übrigen den instruierten Personen folgten und eine sich selbst organisierende, schlangenartige Struktur bildeten (oder eine Schafherde, was immer Ihnen lieber ist).
»Jeder von uns ist schon einmal in einer Situation gewesen, in der er von einer Menge mitgerissen wurde«, sagte Professor Krause. »Bei unserem Projekt war jedoch interessant, dass die Teilnehmer sich am Ende einheitlich entschieden, obwohl sie weder miteinander sprechen noch sich durch Gesten verständigen durften. Zumeist bemerkten die Teilnehmer nicht einmal, dass sie von anderen geführt wurden.«
Das ist schon beängstigend. Sind wir solche Herdentiere, dass wir es einigen »Informierten« gestatten, uns herumzuführen, ohne dass wir überhaupt wissen, was vor sich geht? Leider scheint es so zu sein, denn wie viele fallen durch Freunde oder »informierte Quellen« auf Schwindeloperationen aller Art herein, seien es Schneeballsysteme, religiöse Verführung oder politische Verschleierungsversuche. Anscheinend glauben wir praktisch alles, oder tolerieren es blind, solange es mit ausreichender gesellschaftlicher Glaubwürdigkeit vorgetragen wird.
Wie Sie zu einem eigenständigen Menschen werden
Man kann einiges tun, um nicht nur nicht als Herdentier zu leben, sondern sich eines erfüllten und interessanten Lebens zu erfreuen. Es folgen einige grundlegende Dinge, die Herdentiere in der Regel verpassen:
Legen Sie fest, was Sie sich von ihrem Leben wünschen.
In meiner 25-jährigen Tätigkeit als Lehrer für Neurolinguistisches Programmieren (NLP) haben sich Tausende die Frage gestellt: Was wollen Sie? Ich bin immer wieder erstaunt, wie wenige diese Frage beantworten können. Was sind Ihre vorrangigen Ziele? In welche Richtung steuern Sie? Wo wollen Sie in fünf Jahren stehen? Die häufigste Antwort: Ich weiß es nicht. Warten wir es ab. Allenfalls einer von zehn Befragten kann überzeugt und mit genauen Angaben antworten, wie etwa:
- Meine drei vorrangigen Ziele sind zurzeit …
- In fünf Jahren wird mein Leben anders aussehen, und zwar so …
- Die Haupthindernisse auf meinem Weg sind die folgenden …
- Um mein Ziel zu erreichen, muss ich folgende Fähigkeiten entwickeln …
Niemand kann die Zukunft voraussehen, aber in mancherlei Hinsicht ist es besser, bewusst in eine gewählte Zukunft zu steuern, als »abzuwarten, was passiert«. Wenn Sie Ihre Ziele nicht selbst wählen, werden es (bewusst oder unbewusst) die Familie, die Freunde, die
Gemeinde und die Kultur für Sie tun. Das nennt man Status quo. Es ist keine Überraschung, dass der Status quo nicht gerade inspirierend wirkt.
Lernen Sie bewusste, umfassende Entscheidungen zu treffen.
Viele unserer Entscheidungen sind nicht gut überlegt. Bei der NLP lernen wir, dass sich Entscheidungen und Motivation einfach aus visuellen, auditiven und kinästhetischen (gefühlsorientierten) Phänomenen zusammensetzen. Das sind die Bausteine mentaler Prozesse. Bei schlechten Entscheidungen, impulsiven Entscheidungen und letztlich bedauerlichen Entscheidungen fehlt häufig einer dieser Bausteine. Wir treffen impulsive Entscheidungen, ohne über andere Möglichkeiten nachzudenken (Fehlen des Auditiven). Wir treffen emotionale Entscheidungen, ohne über andere Möglichkeiten nachzudenken (Fehlen des Visuellen und Auditiven). Oder wir verfangen uns in gedanklichen Schleifen ohne Ausweg (endloser innerer Dialog ohne das Gefühl, das uns zur Tat auffordert).
In all diesen Fällen sind wir schutzlos dem Willen anderer ausgeliefert, weil uns die Grundlage für tragfähige Entscheidungen fehlt. Wenn wir nicht in der Lage sind, Entscheidungen zu besprechen und zu analysieren, nehmen wir möglicherweise die Analyse anderer für bare Münze. Wenn wir zu emotionalen Entscheidungen neigen, laufen wir Gefahr, jedem zum Opfer zu fallen, der uns in einen Gefühlszustand hineindrängen kann. Wenn wir unsere Gedanken nicht mit einem Gefühl der Selbstsicherheit zu Ende bringen können, tun wir vielleicht einfach dasselbe, was alle anderen tun, nur um uns aus dieser inneren Endlosschleife zu befreien.
Merkwürdig ist, dass in unserem Bildungssystem nicht gelehrt wird, Ziele zu setzen und Entscheidungen zu treffen. Denn die helfen, die Grundlage von wahrem Charakter und Persönlichkeit zu bilden – und schützen uns von übergroßer Abhängigkeit von den Vorstellungen oder Meinungen anderer.
Treffen Sie Ihre Entscheidungen mithilfe aller Bausteine und einer klaren Zielsetzung vor Augen. Dann laufen Sie nicht Gefahr, zum Herdentier zu werden.
Aber verlassen Sie sich nicht auf mich. Denken Sie es durch.
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Quelle für diesen Beitrag war unter anderem:
PsychCentral
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