Monday, 30. May 2016
06.10.2013
 
 

Zurück in die Steinzeit? Wissenschaftler warnen vor einer galaktischen Superwelle

Peter Orzechowski

Kaum hat die NASA Entwarnung gegeben, was die Aktivität der Sonnenflecken betrifft, da melden die Astronomen neue Bedenken an: Eine Explosion im Zentrum unserer Milchstraße stehe unmittelbar bevor. Die dabei entstehende Strahlungswelle könnte die Erde treffen und unsere Zivilisation in die Steinzeit zurück katapultieren.

Michael Morris hat bereits im Juli auf Kopp Online von der Welle geschrieben. Inzwischen kommen immer mehr Erkenntnisse – die zum Teil schon Jahre zurückliegen – ans Tageslicht. Hier ein kurzer Überblick:

 

Durch die nunmehr seit Jahren anhaltende außerordentlich geringe Sonnenaktivität wird der Schutzschild der Erde, der so genannte Van-Allen-Gürtel, geschwächt. Hier drängt sich der Vergleich mit dem menschlichen Immunsystem auf: Indem es immer wieder Bakterien und Viren abwehrt, gewinnt es an Stärke und Abwehrkraft. Muss es dagegen nicht aktiv werden, wird es

nicht gefordert, mobilisiert also nicht seine Kräfte.

 

Der Van-Allen-Gürtel hat die Form eines riesigen Schwimmreifens und umgibt die Erde in 700 bis 6000 Kilometern Höhe mit einer Zone hochenergetischer Protonen, die aus kosmischer Strahlung und von Sonnenwinden stammt. Lassen diese nach – wie im derzeitigen Sonnenflecken-Minimum – dann verliert er seine Schutzkraft und lässt mehr Teilchenstrahlung aus dem Kosmos auf die Erde durch. Diese Strahlung ist derzeit so hoch wie in den letzten 50 Jahren nicht, berichtet die NASA (1).

 

Der Druck des Sonnenwindes sei seit Mitte der 1990er Jahre um ein Fünftel gesunken, so die NASA. »Die Messungen der Ulysses-Sonde deuten darauf hin, dass der Druck des Sonnenwinds zur Zeit der niedrigste ist, der jemals seit Beginn des Raumzeitalters registriert worden ist«, sagt Dave McComas, leitender Wissenschaftler beim Ulysses-Projekt (2). Richard Mewaldt vom California Institute of Technology hat zeitgleich einen Anstieg der kosmischen Strahlung um etwa 19 Prozent beobachtet (3).

 

Diese Entwicklung hat die Theorien eines Wissenschaftlers wieder populär gemacht, der 1983 die Fachwelt aufhorchen ließ: Er heißt Paul LaViolette und er hat im August 1983 an der Portland State University in Portland im US-Bundesstaat Oregon seine Doktorarbeit abgegeben mit dem Titel »Galactic Core Explosions, Cosmic Dust Invasions, and Climatic Change« (Explosionen im galaktischen Kern, das Eindringen kosmischen Staubs und der Klimawandel). Darin hat er den Nachweis geführt, dass die Klimaveränderungen in der Erdgeschichte von kosmischen Strahlen ausgelöst worden sind – genau genommen von einer kosmischen Strahlensalve, die etwa alle 10 000 Jahre auf die Erde einprasselt. Ausgelöst wird dieser Beschuss dadurch, dass der Kern unserer Milchstraße explodiert.

 

Zwei Jahre nach LaViolettes Dissertation entdeckten Astronomen, dass Cygnus X-3 die Erde mit Hochenergiepartikeln beschießt. Cygnus ist so weit von der Erde entfernt wie das galaktische Zentrum, nämlich 25 000 bis 30 000 Lichtjahre. Die Teilchen von Cygnus erreichten die Erde mit Lichtgeschwindigkeit auf exakt geradem Kurs (4). Im Jahr 1988 fanden Wissenschaftler heraus, dass die Erde von dem Röntgenstrahlenpulsar Hercules X-1 beschossen wurde. Die Quelle dieser Energiestrahlung lag etwa 12 000 Lichtjahre von der Erde entfernt (5). Auf einem Treffen der American Astronomical Society im Januar 2000 kam erneut Bestätigung für LaViolettes Thesen: Radioastronomen berichteten von ihren Beobachtungen, dass aus dem Zentrum unserer Galaxie Synchrotonradiowellen spiralförmig ausströmten (6).

 

Heißt das, dass das Zentrum bereits explodiert ist und die Galaktische Superwelle schon mit Lichtgeschwindigkeit auf die Erde zurast?

 

Der Physiker und Astronom LaViolette, der nach seiner Dissertation für die UN als Berater sowie für die griechische Regierung und den Club of Rome (Goals for Mankind Project ) arbeitete und heute die Starburst Foundation, ein interdisziplinäres wissenschaftliches Forschungsinstitut (7), leitet, glaubt es: »Die Polareisdaten zeigen, dass die letzte große Superwelle ihren Höhepunkt vor 14 500 bis 11 500 Jahren hatte – bei einem Zyklus von 11 500 Jahren wäre die nächste große Superwelle derzeit überfällig.« (8) Ein weiteres Indiz sieht LaViolette in den Gasausstößen. Astronomen haben bereits im Jahr 1977 darauf hingewiesen, dass das galaktische Zentrum in den vergangenen 5300 Jahren 14 Wolken ionisierten Gases ausgestoßen hat und zwar im Abstand von weniger als 500 Jahren (9). Seit der letzten Eruption sind jedoch bereits 700 Jahre vergangen. »Auch hier kommen wir also wieder zu dem Schluss, dass ein derartiges Ereignis überfällig ist.« (8)

 

Die Auswirkungen einer Galaktischen Superwelle


Das Erdmagnetfeld wäre einer Superwelle nicht gewachsen. Niederfrequente Radiowellen, sichtbares Licht, ultraviolettes Licht, Röntgenstrahlung, Gammastrahlung und die alles durchdringende Teilchensalve würden ungebremst auf die Erde treffen. LaViolette prophezeit: »Bei Ankunft einer solchen Superwelle wäre unser vorrangiges Problem der elektromagnetische Impuls (EMP), der vor der Welle herläuft. Die hochintensive elektromagnetische Schockwelle würde jedes elektrisch leitende Objekt unter Hochspannung setzen.« (8)

 

Der EMP würde für Überspannungen im Stromnetz sorgen und sämtliche Transformatoren kurzschließen oder durchschmoren lassen, über die Strom ins Hochspannungsnetz eingespeist oder wieder entnommen wird. Stromausfälle wären die Folge. Jedes an das Stromnetz angeschlossene Gerät würde ebenfalls durchschmoren – einschließlich aller Computer. Kurzum: Die industrialisierte Welt käme zum Stillstand. Im Januar 2009 haben die amerikanische National Academy of Sciences und das National Research Council LaViolettes Warnungen bestätigt. In ihrem Bericht Severe space weather events: Understanding societal and economic impacts (Heftige Ereignisse im Weltraumwetter und ihre Auswirkungen auf Gesellschaft und Wirtschaft) sorgen sich die Forscher vor allem darum, dass es bis zu einem Jahr dauern könnte, bis neue Transformatoren zur Verfügung stünden. Insgesamt rechnen sie, dass die westlichen Staaten vier bis zehn Jahre brauchen würden, um sich von den Schäden des EMP zu erholen (10).

 

Aber das Schlimmste kommt noch: LaViolette rechnet damit, dass die Superwelle von einer Gravitationswelle begleitet wird, die Erdbeben und Vulkanausbrüche auslösen könnte. Und er befürchtet, dass der Wind, der durch die kosmische Strahlung der Welle entsteht, die gefrorenen Kometentrümmer auftaut. Diese umgeben derzeit unser Sonnensystem wie eine Wolke, würden dann aber als Staub und Gas ins Innere treiben und das Sonnenlicht mit einem Nebel verschleiern. Die Sonnenstrahlung würde daher in der oberen Atmosphäre bleiben. Damit käme es zu einer deutlichen Abkühlung der Erdoberfläche, wenn nicht gar zu einer neuen Eiszeit.

 

Der deutsche Biophysiker Dieter Broers erwähnt in seinem viel beachteten Blog Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik in Garching bei München, die Beobachtungen mit dem europäischen Gammateleskop Integral durchführten. Dieses Teleskop umkreist die Erde oberhalb der Atmosphäre, damit die Gammastrahlung gemessen werden kann. Bereits im Jahr 1967 entdeckte der amerikanische Satellit OSO-3 die ersten Gammastrahlenemissionen in unserer Galaxie. Es stellte sich heraus, dass die Strahlungsquellen entlang des galaktischen Äquators dabei besonders rund um das Zentrum der Milchstraße konzentriert sind – ein eindeutiger Hinweis darauf, dass es im »Herzen unserer Galaxie« nicht eben ruhig zugeht. Woher kommt die Strahlung aus dem Zentrum unserer Heimatgalaxie?

 

Broers zitiert dazu eine Meldung der Deutschen Presse Agentur vom 30. April 1997:

»Geheimnisvolle Entdeckung: 3000 Lichtjahre von der Milchstraße entfernt fanden US- Astronomen eine gewaltige Anti-Materie-Wolke. Sie ist 4000 Lichtjahre (38 Billiarden Kilometer) breit. Bislang galt dieser Weltraumabschnitt als leer.

›Der Ursprung der Wolke ist mysteriös‹, sagt Mit Entdecker William Purcell. Anti-Materie hat dieselben Eigenschaften wie herkömmliche Materie, nur entgegengesetzte elektrische Ladungen. Wenn die aufeinandertreffen, vernichten sie sich gegenseitig. Ihre gesamte Masse wird zu Energie.« (11)

In einem weiteren Beitrag weist Broers auf Alexander Presman und Fritz Popp hin. Beide hatten entdeckt, dass kybernetische Informationsverbindungen zwischen biologischen Kernstrukturen existieren, die hierarchisch aufgebaut sind. Das Verhältnis zwischen den 200 Milliarden Sonnenkernen, welche zu unserer Galaxis gehören, und dem Kern unserer Galaxis kann als eine entsprechende hierarchisch-kybernetische Struktur im astronomischen Bereich angesehen werden. Es ist naheliegend, dass die Aktivität der Sonnen vom Kern der Galaxis her mit kybernetischen Mitteln derart geregelt wird, dass das Gesamtniveau der Aktivität der Sonnen dem Entwicklungsziel der Galaxis entspricht. Sollte dieses zutreffen, so muss sich der Regulierungsprozess auch in der Einzelbeziehung zwischen unserer Sonne und dem Zentrum der Galaxis nachweisen lassen. Dies setzt jedoch voraus, dass sich alle Elemente eines Informationssystems wie Sender, Empfänger, Informationskanal in einem solchen astronomischen Informationsmodell definieren lassen (12).

 

Der galaktische Kern kommt nach Broers auch als Sender von Gravitationswellen in Betracht. Gerade die Massenkonzentration im galaktischen Zentrum ist für die Entstehung von Gravitationsstrahlung günstig. Nach neuesten Beobachtungen mit der Technik der Radio-, Infrarot- und Gammaastronomie befindet sich im Milchstraßenzentrum ein Schwarzes Loch, dessen Masse etwa 4,31 Millionen Sonnenmassen erreicht. Ist dies richtig, so ist damit zu rechnen, dass die auf das Schwarze Loch zustürzenden Massen Gravitationswellen aussenden (12).

 

Fazit

Wann die Superwelle kommt, wissen wir nicht. Denn die kosmischen Strahlen einer solchen Welle sind nicht zu sehen. »Ihre lange, 23 000 Lichtjahre dauernde Reise vom galaktischen Zentrum bis zu uns würde gänzlich unentdeckt bleiben«, schreibt LaViolette (8). Die einzige Warnung bestünde im Aufblitzen der Explosion kurz zuvor. »Wir leben am Fuße eines galaktischen Vulkans und kennen weder den Zeitpunkt noch die Stärke des nächsten Ausbruchs« (8).

 

Fussnoten:

(1) spiegel.de vom 02.04.09

(2) astronews.de vom 30.10.09

(3) ebd.

(4) Marshak u.a.: »Evidence for muon production by particles from Cygnus X-3«, in : Physical Review Letters, 1985, 54:2079

(5) Dingus, B.L. u.a.: »High-energy pulsed emission from Hercules X-1 with anomalous air-shower muon production«, in: Physical Review Letters, 1988, 61:1906

Und: Schwarzschild, B.: »Are the ultra-energetic cosmic gammas really photons?«, in: Physics Today, Nov. 1988, 17

(6) AAS.org (Session 62)

(7) Etheric.com

(8) LaViolette, Paul: »Droht eine galaktische Superwelle?«, in: Nexus Magazin Nr. 24

(9) Zook, H.A.; Hartung, J.B., und Storzer, D.: »Solar flare activity: evidence for large-scale changes in the past«, in: Icarus, 1977, 32:106

(10) NAP.edu (US National Research Council: Severe space weather events: Understanding societal and economic impacts)

(11) Revolution-2012.com

(12) Revolution-2012.com

 

 

 

 


 

 

 

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