Sonntag, 25. Juni 2017
20.10.2015
 
 

Russland und Europa fliegen gemeinsam zur Rückseite des Mondes und bauen dort einen Stützpunkt

Redaktion

Die Europäische Weltraumagentur ESA beteiligt sich an den ehrgeizigen Plänen Russlands, den Mond zu besiedeln. Die ESA wird den für 2020 vorgesehenen Explorationsflug technisch unterstützen. Auch am Bau eines dauerhaften Stützpunktes wird sich die Agentur möglicherweise beteiligen.

 

Vergangenen November hatte die russische Raumfahrtagentur Roskosmos angekündigt, dass »Luna 27« im Südpol-Aitken-Becken landen soll. Bei dem Becken handelt es sich um einen riesigen Krater auf der erdfernen Seite des Mondes. Die Sonde soll dort nach Bodenschätzen suchen, die künftige Mondbewohner nutzen könnten.

»Der Südpol des Mondes lässt sich mit keinem Ort vergleichen, an dem wir schon einmal waren«, sagte der ESA-Projektleiter James Carpenter vergangene Woche der BBC. »Es herrschen dort völlig andere Bedingungen und wegen der extremen Kälte, die dort herrscht, könnte man größere Mengen Wassereis finden sowie andere chemische Verbindungen an der Oberfläche, auf die wir zugreifen könnten und die wir als Raketentreibstoff oder für Lebenserhaltungssysteme nutzen können, um künftige menschliche Missionen zu erleichtern, die an derartige Orte gehen.«

 

Die ESA wird voraussichtlich das Landesystem »Pilot« für die Mission zur Verfügung stellen. »Pilot« arbeitet lasergesteuert und mit hochmodernen Kameras und soll auf diese Weise die für die Exploration günstigste Landestelle erkunden. ESA steuert auch einen revolutionären neuen Bohrer bei, der bis zu zwei Meter unter die Oberfläche vorstoßen kann. Mithilfe eines ebenfalls von den Europäern entwickelten Labors an Bord der Sonde sollen entnommene Proben unverzüglich analysiert werden können.

 

Wissenschaftler und Ingenieure arbeiten bereits an Entwürfen für das Projekt, aber offiziell wird die Europäische Weltraumagentur ihre Mitarbeit an »Luna 27« erst Ende 2016 beschließen. Die ESA solle sich Russlands Vorhaben anschließen, fordert Roskosmosʼ zuständiger Chefwissenschaftler für »Luna 27«, Igor Mitrofanow.

 

»Wir müssen zum Mond. Das 21. Jahrhundert wird das Jahrhundert sein, in dem der Mond zum dauerhaften Außenposten der menschlichen Zivilisation wird. Unser Land muss sich an diesem Prozess beteiligen und wir müssen dabei mit unseren internationalen Kollegen zusammenarbeiten«, erklärte Mitrofanow, Professor am Weltrauminstitut in Moskau, gegenüber der BBC.

 

Unabhängig von eventuellen Ergebnissen ist »Luna 27« auch ein Lackmustest für die Zusammenarbeit zwischen den Weltraumagenturen und ein Schritt hin zu größeren Zielen. Bislang hatte die ESA nur mit verhaltenem Interesse auf die Pläne Russlands reagiert.

 

Roskosmos will bis 2030 eine bemannte Expedition auf den Mond bringen und dort einen dauerhaften Stützpunkt errichten und einen weiteren Stützpunkt in einer Mondumlaufbahn.

 

Seit Juli hat die ESA mit Johann-Dietrich Wörner einen neuen Generaldirektor. Er macht sich sehr für eine Besiedelung des Mondes stark und hat Vorschläge für ein internationales Weltraumdorf vorgelegt, die der russischen Vision ähneln. »Wir haben das Ziel, europäische Astronauten auf den Mond zu bringen. Derzeit finden auf internationaler Ebene Gespräche statt, um im Rahmen einer weit gesteckten Zusammenarbeit zu erörtern, wie wir auf den Mond zurückkehren können«, sagte Bérengère Houdou, die bei Estec, dem Weltraumforschungs- und Technologiezentrum der ESA, die Mond-Gruppe leitet.

 

Reisen zum Mond mögen heute ein hoch gestecktes Ziel sein, aber sie sind nur der Auftakt für eine Erkundung des Weltraums, die gründlicher und systematischer ablaufen soll als alles bislang Versuchte.

 

»Es geht um die Beobachtung des Weltraums, die Nutzung von Mineralien und anderen lunaren Ressourcen und darum, einen Außenposten aufzubauen, den die Kosmonauten in Vorbereitung auf künftige Mars-Flüge zu Übungszwecken nutzen können«, so Mitrofanow.

 

»Diese ganze Serie von Missionen fühlt sich an wie eine Rückkehr zum Mond, aber gleichzeitig handelt es sich auch um etwas Neues im Hinblick auf die Erkundung des Sonnensystems«, erklärte Richard Fisackerly, ESA-Chefingenieur für »Luna 27«.

 

 

 

 


 

 

 

 

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Leser-Kommentare (17) zu diesem Artikel

22.10.2015 | 13:35

gladibärtor

wetten nicht ! !
Die kaugummifresser waren auch nicht oben, denn sonst wäre heute schon ein MC. Drive oben !

Alles verarsche , weiter wie die 400km zur Iss kommen wir nicht wegen der Strahlung im Weltraum und das ist auch gut so,
Denn unsere Spezies ist echt mega übel.


20.10.2015 | 21:05

geneigter Leser

Auf der Rückseite des Mondes? Na so ein Pech. Dann kann man ja von der Erde aus gar nicht sehen, was dort abläuft. Oder man könnte es sehen, wenn den die Technik vorhanden wäre. Aber so? Bleiben wieder mal nur Fernsehbilder übrig. Ein Schelm, wer Arges dabei denkt!


20.10.2015 | 18:18

rotepmal

Na also, geht doch! Mit oder ohne Amis, die Welt dreht sich weiter und die Erkundung unseres Sonnensystems auch - wenn wir überleben wollen. Aber ich bin sicher, die Amis werden früher oder später Einsteigen, denn gegen den Mond sind selbst alle Rohstoffe Russlands eine Marginalie. Denn es lacht das reichlich vorhandene Helium-4 und damit der Start in das Fusionsenergiezeitalter!


20.10.2015 | 17:30

Thomas Wunderlich

• Das wäre zu schön um wahr zu sein. Aber da fällt mir schon wieder auf, daß man von der damals hoch gelobten NASA nichts mehr hört! Die Russen rennen anscheinend den Amis in vielen Bereichen einfach davon. • www.DDRZweiPunktNull.de


20.10.2015 | 13:13

Klopf klopf?

seid ihr da? Die von vril Gesellschaft ? Klopf klopf?? Es ist ein Science Fiction Roman!! Erde an Fantasy Land! Wachen Sie auf!! Kommen sie an die Realität zurück! Hier wird jedes Menschlein gebraucht! Selbst wenn plim plim im Kopf. Oder glauben Sie die Avengers wird die Erde retten??


20.10.2015 | 12:52

Luna Torwächter

@ Fernandinho 20.10.2015 | 12:38 : "Hoffnung" ist nicht das richtige Wort, Vril "wissen" es.

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