Saturday, 28. May 2016
21.08.2014
 
 

Tesla-Turm aus Sowjetzeit mit spektakulären Blitzen wieder in Betrieb genommen

Redaktion

Eine große und wuchtige Hochspannungs-Testanlage aus der Sowjetära, die einst dazu diente, Schutzvorrichtungen von Fahrzeugen, Flugzeugen und anderer elektronischer Ausrüstung gegen Blitzschläge zu testen, aber aus Spargründen weitgehend eingemottet wurde, stellte auf Anfrage von Russia Today ihre Leistungsfähigkeit schlagend unter Beweis.

 

Die »Blitzmaschine« in der Kleinstadt Istra, etwa 50 Kilometer von Moskau entfernt, besteht aus Kaskadenspannungswandlern mit einer Leistung von drei Megawatt, einem Impulsspannungsgenerator (PVG) mit einer Leistung von neun Megawatt und einer Konstantspannungseinheit mit einer Leistung von 2,25 Watt. Sie erreicht eine Höhe von 39,30 Metern und ist in der Lage, einen künstlichen Blitz mit einer Länge von bis zu 200 Metern zu erzeugen. Sie wurde in den 1970er Jahren errichtet, aber ihre Nutzung wurde nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion weitgehend eingestellt.

 

Der futuristisch anmutende Komplex aus miteinander verbundenen Metallspulen wurde zum Kultobjekt für Schaulustige aus der Stadt. Insbesondere zahlreiche Gruppen Jugendlicher mit Kameras durchstreiften immer wieder das Gelände und dokumentierten mit ihren Fotos die vor sich hin rostenden Spulen in ihren Internetblogs.

 

Aber viele verstanden nicht, dass sich ihre Haare aufgrund der statischen Ladung zu sträuben begannen, je näher sie der sogenannten »heißen Zone« der geheimnisumwitterten Anlage kamen und waren später noch mehr verblüfft, wenn blaue Blitze nur wenige Meter von ihnen entfernt einschlugen. Wladimir Sjosojew, ein leitender Forschungsmitarbeiter in der Einrichtung, erklärte, viele Besucher seien nur knapp dem Tode entronnen, und es sei reines Glück gewesen, dass bisher während eines Tests noch niemand den Tod gefunden habe. »Immer wieder tauchen hier ungebetene Besucher auf, aber bisher hatten sie noch immer Glück. Niemand von ihnen erlitt nachhaltige Schäden oder wurde sogar getötet. Es ist schier unmöglich, diese ›Touristen‹ von hier fernzuhalten«, sagte er weiter.

 

Denn obwohl die Anlage allgemein als stillgelegt gilt, wurde dieser Tesla-Turm (bei dem es sich eigentlich um einen gigantischen Marx-Generator und nicht um einen Tesla-Transformator handelt) in all den Jahren immer wieder einmal zu Testzwecken genutzt.

 

Die »Hochspannungs-Forschungseinrichtung zu Marx- und Tesla-Generatoren« des Allrussischen Instituts für Elektro-Ingenieurswissenschaft – benannt nach Wladimir Iljitsch Lenin und besser bekannt unter seiner Abkürzung VNITZ VEI – betreibt eine eigene Internetseite, in der man Testläufe für Schutzvorrichtungen gegen Blitzeinschlag und Nichtleiter für Flugzeuge und andere schwere Industrieausrüstung, die einer Zertifizierung bedarf, anmelden kann.

 

Da sich auch Russland in Richtung einer nachindustriellen Wirtschaft entwickelt, nahm die Nachfrage nach Tests immer mehr ab. Und selbst unter den Sowjets wurde die Einrichtung kurz nach ihrer Fertigstellung vom Militär einer zivilen Nutzung übergeben.

 

Aber damals störte sich zumindest niemand an den enormen Stromkosten. Denn die Spitzenleistung dieser Testanlage, wenn sich ein Blitz auf einer isolierten Plattform entlädt, erreicht einen Wert, der der Erzeugung aller russischen Stromerzeugungsanlagen zusammengenommen – einschließlich aller Wärmekraftanlagen, Wasserkraftwerke sowie Kernkraftwerke, Solar- und Windanlagen – entspricht. Allerdings wird diese Leistung nur für etwa 100 Mikrosekunden erreicht, wie der russische Fernsehsender Rossija 1 berichtete. Die entsprechenden Stromkosten belaufen sich alljährlich auf mehrere zehntausend Euro.

 

Die kleine Gruppe der dort arbeitenden Wissenschaftler, die dort oft schon seit vielen Jahrzehnten tätig sind und eine verschworene Gemeinschaft bilden, hofft nun, dass die jüngsten spektakulären Blitzentladungen für mehr Aufmerksamkeit und damit größeres Interesse an der Anlage sorgen. Und aus diesem Grund − und um zweifelsfrei zu beweisen, dass die Anlage immer noch betriebsfähig ist − erklärte sie sich auch bereit, exklusiv für RussiaToday Blitze zu produzieren.

 

Und wie man hier sehen kann, ist unabhängig davon, ob jemals wieder Flugzeuge zu Testzwecken hier herkommen, allein der ästhetische Wert und Eindruck atemberaubend.

 

 

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Leser-Kommentare (5) zu diesem Artikel

22.08.2014 | 09:31

Alexander

Man erzeugt Stromschläge mit den Leistungen wie es bei natürlichen Blitzen sind und untersucht derer Wirkung auf die Flügzeuge. Desweiteren untersucht man Blitze an sich. Es ist wichtig genug, weil die Natur und Entstehung von Blitzen - terra incognita in der Physik bleiben.


21.08.2014 | 23:12

Eckart

@ Lutz Schon allein dieser Satz: "Denn die Spitzenleistung dieser Testanlage, wenn sich ein Blitz auf einer isolierten Plattform entlädt, erreicht einen Wert, der der Erzeugung aller russischen Stromerzeugungsanlagen zusammengenommen – einschließlich aller Wärmekraftanlagen, Wasserkraftwerke sowie Kernkraftwerke, Solar- und Windanlagen – entspricht." läßt sich an populistischer Honigsaugerei nicht mehr übertreffen. Wobei die fachliche Sachaussage Meganull ist. Du...

@ Lutz Schon allein dieser Satz: "Denn die Spitzenleistung dieser Testanlage, wenn sich ein Blitz auf einer isolierten Plattform entlädt, erreicht einen Wert, der der Erzeugung aller russischen Stromerzeugungsanlagen zusammengenommen – einschließlich aller Wärmekraftanlagen, Wasserkraftwerke sowie Kernkraftwerke, Solar- und Windanlagen – entspricht." läßt sich an populistischer Honigsaugerei nicht mehr übertreffen. Wobei die fachliche Sachaussage Meganull ist. Du darfst dir denken was du willst - ist ja alles freiwillig. Nur trifft man fachlich oft auf begrenztes Wissen, also sogenanntes Halbwissen. Das Problem dabei besteht nun darin, dass fast immer der verkehrten Hälfte geglaubt und vertraut wird. Der Rest wird dann mit rhetorischer Akrobatik aufgefüllt. - So bleiben aber wenigstens alle fitt.


21.08.2014 | 20:37

Lutz

Sehr geehrter Herr Eckart, aus meiner Sicht als Elektroingenieur wird jetzt schon ein populärwissenschaftlicher Beitrag als Populismus abgestempelt?! Gibt Ihnen das als Ingenieur zu denken? Mir schon.


21.08.2014 | 20:02

Schwurbelstein

Was bitte stiftet denn hier Verwirrung ? Bitte genauer erläutern. Derjenige der sich für Technik im allgemeinen und speziell für Elektrotechnik nicht interessiert, muss diesen interessanten Artikel ja nicht lesen ! (Und auch keinen Sinn-und Nutzfreien Kommentar abgeben).


21.08.2014 | 17:35

Eckart

Was will uns dieser Artikel eigentlich sagen? Eine Hochspannungstestanlage wird wieder in Betrieb genommen. Was ist schon besonderes dabei? Populistisch werden wieder die Begriffe für die elektrische Arbeit , elektrische Leistung und Strom und Spannung ohne sachlichen Bezug mit Kosten und Gefahrenpotentialen sowie Anwendungsprofilen vermixt. Aus Sicht eines jeden Elektroingenieurs ein ziemlich schlechter und nur Verwirrung stiftenderArtikel.

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