Friday, 1. August 2014
31.08.2012
 
 

Zwei Planeten, zwei Sonnen: NASA-Entdeckung könnte dazu beitragen, auf außerirdisches Leben zu stoßen

Redaktion

Das NASA-Weltraumteleskop Kepler hat zwei Planeten entdeckt, die um zwei Sonnen kreisen. Diese spektakuläre und bisher erstmalige Entdeckung könnte unser Wissen um die Planetenbildung revolutionieren und möglicherweise dazu beitragen, bewohnbare Welten außerhalb unseres Sonnensystems zu finden.

Dieses Sonnensystem mit der Bezeichnung »Kepler-47« ist etwa 3.900 Lichtjahre von der Sonne entfernt und befindet sich im Sternbild Schwan. Es umfasst eine helle und eine weitere blassere

Sonne, die sich gegenseitig umkreisen, sowie zwei Planeten, die größer als die Erde sind, die wiederum um die beiden Sonnen kreisen.

 

Greg Laughlin, Professor für Astrophysik und Planetenkunde an der Universität von Kalifornien in Santa Cruz, erklärte, diese Entdeckung könnte unser Verständnis der Prozesse der Planetenentstehung nach dem Urknall auf den Kopf stellen: »Dies ist eine unglaubliche Entdeckung«, erklärte er gegenüber SPACE.com. »Mit der vorherrschenden Theorie ist die Entstehung solcher Planetenkonstellationen nur sehr schwer zu erklären. Und deshalb müssen sich die Theoretiker jetzt an die Arbeit machen, unser konzeptionelles Verständnis über die Entstehung  und Formierung von Planeten und Planetensystemen neu zu überdenken.«

 

In der bekannten Kinofilmreihe Krieg der Sterne spielte der Wüstenplanet Tatooine eine Rolle, der die beiden Sonnen Tatoo I und Tatoo II umkreiste. Zunächst handelte es sich nur um eine Erfindung der Drehbuchautoren und Filmemacher. Erst vor weniger als 20 Jahren wurden dann im Weltraum tatsächlich erste Konstellationen dieser Art, so genannte »Circumbinary Systems«, bei denen ein Planet zwei Sonnen umrundet, entdeckt.

 

Man war eigentlich davon ausgegangen, dass ein solches System mit mehr als einem Planeten, die zwei Sonnen umkreisen, aufgrund der gleichzeitigen Wirkung der Schwerkraft beider Sonnen instabil wäre: Entweder würden die Planeten sozusagen aus ihren jeweiligen Umlaufbahnen »weggestoßen«, oder sie würden angezogen und dann irgendwann ineinander krachen.

 

Jetzt hoffen die Wissenschaftler, noch weitere dieser komplexen Sonnensysteme zu finden.

 

»Wenn wir noch weitere Daten erhalten, die sogar einen dritten Planeten bestätigen, sind nach oben keine Grenzen mehr gesetzt«, erklärte Jerome Orosz von der Universität in San Diego, der die Entdeckung des Systems Kepler-47 im Wissenschaftsmagazin Science veröffentlichte. Es sei nicht einmal auszuschließen, dass im System Kepler-47 noch ein weiterer Planet entdeckt werde, fuhr er fort.

 

Das Weltraumteleskop Kepler wurde im März 2009 in Betrieb genommen und sollte das All nach extrasolaren, erdähnlichen  Planeten in »prinzipiell bewohnbaren Zonen«, in denen Leben möglich wäre, durchforsten. Insgesamt wurden bereits 2.300 Welten gefunden, in denen es außerirdisches Leben geben oder in denen es sich entwickeln könnte.

 

Die neue Entdeckung macht die Suche nun etwas einfacher. »Bei den meisten Sonnen in unserer Galaxis handelt es sich um Doppelsternsysteme oder Systeme noch höherer Ordnung mit weiteren Sonnen. Die Entdeckung, dass sich in diesen Sonnensystemen Planetensysteme herausbilden können, ist von großer Wichtigkeit. Müssten wir uns darauf beschränken, nur nach Planeten zu suchen, die einzelne Sonnen umkreisen, müssten wir die meisten Sonnensysteme unserer Galaxis links liegen lassen«, sagte Orosz weiter.

 

Der innere Planet mit der Bezeichnung »Kepler-47b« besitzt eine Umlaufzeit von 49 Tagen. Aufgrund der Nähe zu den beiden Sonnen ist der Planet, der dreimal so groß wie die Erde ist, wahrscheinlich sengend heiß und unbewohnbar. Der zweite, äußere Planet, »Kepler-47d«, umkreist die beiden Sonnen mit einer Umlaufzeit von 303 Tagen in einem Entfernungsbereich, der zumindest prinzipiell bewohnbar ist und das Vorhandensein von Wasser ermöglicht. Es handelt sich vermutlich um einen Gasgiganten von der Größe des Uranus, aber nach Ansicht von Wissenschaftlern sei eventuell auf seinen Monden Leben möglich.

 

Und selbst wenn das nicht der Fall wäre, existieren allein in unserer Galaxis noch Milliarden weiterer Doppelsternsysteme. »Ich empfinde dieses Potenzial der Bewohnbarkeit von Doppelsternsystemen [mit einem oder sogar mehreren Planeten] als ungeheuer aufregend«, erklärte William Welsh von der Universität San Diego, einer der Mitautoren der Science-Studie.

 

Quelle: Russia Today

 

 


 

 

Interesse an mehr Hintergrundinformationen?

 

Werfen Sie einen Blick hinter die Kulissen der Macht – und erfahren Sie, was die Massenmedien Ihnen verschweigen!

 

Lesen Sie weitere brisante Informationen im neuen KOPP Exklusiv. KOPP Exklusiv wird grundsätzlich nicht an die Presse verschickt und dient ausschließlich zu Ihrer persönlichen Information. Jede Ausgabe ist gründlich recherchiert, im Klartext geschrieben und setzt Maßstäbe für einen kritischen Informationsdienst, der nur unter ausgewählten Lesern zirkuliert und nur im Abonnement zu beziehen ist.

 

In der aktuellen Ausgabe finden sie unabhängige Hintergrundinformationen unter anderem zu folgenden Themen:

  • Finanzvermittler: Wie Provisionen die Rendite drücken
  • Schützt Käse vor Diabetes?
  • Der Traum von der klimaneutralen Bioenergie platzt
  • Frankreich rüstet sich gegen den Bürgerkrieg

 

 

Das alles und viele weitere Kurzberichte im neuen KOPP Exklusiv, fordern Sie noch heute Ihr Probeabonnement an!

Ergänzende Beiträge zu diesem Thema

Marsleben: Vor 36 Jahren nachgewiesen und getötet?

Andreas von Rétyi

In diesen Tagen ist es nunmehr 36 Jahre her, dass die US-Raumsonde Viking 1 auf dem Roten Planeten landete. Der unbemannte Raumflugkörper lieferte erstmals hoch aufgelöste Farbaufnahmen der fernen Marswüste. Ein Labor an Bord konnte Hinweise auf bakterielles Marsleben finden, doch galten die Ergebnisse als widersprüchlich – daher wurde offiziell  mehr …

Gibt es höher entwickelte Wesen? Und wie sehen sie die Erdenmenschen?

Mike Adams

Durch eine neue astrophysikalische Studie wissen wir, dass bis zu 40 Prozent der so genannten Roten Zwerge (eine Art von Sternen oder »Sonnen«) über Planeten verfügen, die der Erde ähnlich sind und sie in genau der richtigen Entfernung umkreisen, die Leben in der uns bekannten Form zulässt. Warum das so bedeutsam ist?  mehr …

Fremde Welten, alles andere als selten

Andreas von Rétyi

Höchste Zeit für einen Paradigmenwechsel – das Bild des Weltraums hat sich in den vergangenen zwanzig Jahren weitgehend unbeachtet von der Öffentlichkeit weit mehr geändert als in Jahrhunderten zuvor, und ein Ende dieser Entwicklung ist nicht in Sicht. Denn viele neue Entdeckungen haben vor allem »neue« Rätsel geschaffen. Doch abgesehen von großen  mehr …

Wer diesen Artikel gelesen hat, hat sich auch für diese Beiträge interessiert:

Mondlandung: Warum schwieg Neil A.?

Gerhard Wisnewski

Neil Armstrong setzte 1969 als erster Mensch seinen Fuß auf den Mond? Na und – das ist noch gar nichts. Laut Bild betrat er erst vor zwei Jahren zum ersten Mal in seinem Leben ein TV-Studio – so öffentlichkeitsscheu war der Mann. Er dürfte wohl der erste große Entdecker der Menschheit gewesen sein, der vor Publikum 40 Jahre lang kaum ein Wort über  mehr …

Etikettenschwindel: Viele Zusatzstoffe im Wein

Christine Rütlisberger

Wein gilt in der Europäischen Union nicht als Lebensmittel. Wein ist kein Naturprodukt. Ebenso wie beim Bier ist die Liste der erlaubten und nicht deklarationspflichtigen Zusatzstoffe endlos lang. Wein und Bier sind heute Industriewaren, deren Geschmack im Labor genormt wird.  mehr …

Brutal verstümmelter Leichnam eines elfjährigen pakistanischen Christen gefunden

Redaktion

Gerade als die öffentliche Hysterie im Zusammenhang mit der Verhaftung einer am Down-Syndrom erkrankten jungen Christin wegen angeblicher Gotteslästerung langsam abebbte, wurde die grausam entstellte Leiche eines elfjährigen Christen in der Provinz Punjab aufgefunden. Die Leiche Samuel Yaquubs war schwer verstümmelt. Nase und Lippen waren  mehr …

Marsleben: Vor 36 Jahren nachgewiesen und getötet?

Andreas von Rétyi

In diesen Tagen ist es nunmehr 36 Jahre her, dass die US-Raumsonde Viking 1 auf dem Roten Planeten landete. Der unbemannte Raumflugkörper lieferte erstmals hoch aufgelöste Farbaufnahmen der fernen Marswüste. Ein Labor an Bord konnte Hinweise auf bakterielles Marsleben finden, doch galten die Ergebnisse als widersprüchlich – daher wurde offiziell  mehr …

Gibt es höher entwickelte Wesen? Und wie sehen sie die Erdenmenschen?

Mike Adams

Durch eine neue astrophysikalische Studie wissen wir, dass bis zu 40 Prozent der so genannten Roten Zwerge (eine Art von Sternen oder »Sonnen«) über Planeten verfügen, die der Erde ähnlich sind und sie in genau der richtigen Entfernung umkreisen, die Leben in der uns bekannten Form zulässt. Warum das so bedeutsam ist?  mehr …

Werbung

Newsletter-
anmeldung!
Hier erhalten Sie aktuelle Nachrichten und brisante Hintergrundanalysen
(Abmeldung jederzeit möglich)

KOPP EXKLUSIV – Jetzt bestellen

Brisante Hintergrundanalysen wöchentlich exklusiv nur bei uns.

Katalog – Jetzt kostenlos bestellen

Bestellen Sie unseren Katalog kostenlos und unverbindlich.