Wednesday, 29. June 2016
09.09.2010
 
 

Rasend schnelle Umpolung des Erdmagnetfelds

Andreas von Rétyi

Eine neue wissenschaftliche Erkenntnis sorgt derzeit für Aufsehen unter Experten. Zwei US-amerikanische Forscher glauben entdeckt zu haben, dass eine Umpolung des Erdmagnetfelds wesentlich schneller erfolgen kann als bisher vermutet. Statt mehrere Jahrtausende in Anspruch zu nehmen, seien den aktuellen Analysen zufolge nur wenige Jahre dafür erforderlich. Die nächste Feldumkehr ist überfällig. Sollte sie ebenso schnell erfolgen, könnte dies gefährliche Folgen für uns haben.

Unsere Erde befindet sich im ständigen Wandel, das dürfte wohl niemand bestreiten. Trotzdem waren so genannte »Katastrophentheorien« bei Naturwissenschaftlern nie sonderlich beliebt. Sie scheinen hier beinahe schon von einer ähnlich anrüchigen Aura umgeben wie die großen »Verschwörungstheorien«.

Veränderungen spielen sich selbst nach heute weit verbreiteter Ansicht eher langsam ab, evolutionär, nicht aber schnell und »revolutionär«. Dennoch sieht sich die Wissenschaft auf den verschiedensten Gebieten immer wieder gezwungen, ihre Ansichten deutlich zu revidieren. Auch in der Astronomie stellt sich heraus, dass Welten radikal umgeformt werden, wozu äußere Prozesse ebenfalls beitragen. Da waren die großen Faunenschnitte, die jeweils fast alles Leben von unserem Planeten gefegt haben. Der Kreide-Tertiär-Umbruch löschte beinahe sämtliche Dinos aus, und jetzt haben Wissenschaftler sich endlich durchgerungen anzuerkennen, dass es eben doch ein riesiger Komet oder Asteroidenbrocken war, der damals in die Erdkruste stürzte und eine globale Katastrophe heraufbeschwor.

Jetzt erkennt die Fachwelt auch mit Erstaunen, wie oft Planeten heute noch von Restmaterie des Sonnensystems getroffen werden. Innerhalb rund eines Jahres wurde Jupiter mindestens rund dreimal Zielscheibe solcher kosmischen Geschosse. Das hätte zuvor auch kaum jemand erwartet. Gerade kürzlich, am vergangenen Mittwoch, dem 8. September, zogen gleich zwei Asteroiden in weniger als Mondentfernung an der Erde vorbei. Es tut sich also was. Und das auch in anderer Hinsicht. Diese Erkenntnis führt allerdings ähnlich wie das Dino-Sterben in eine recht weit entfernte Epoche zurück, in die Zeit vor 16 Millionen Jahren.

Zwei US-amerikanische Geophysiker haben jetzt nämlich verblüffende neue Einsichten in das Treiben unseres irdischen Magnetfelds gewonnen. Ihre Ergebnisse werden sie demnächst im Fachblatt Geophysical Research Letters publizieren. Die Autoren, Scott Bogue und Jonathan Glen, untersuchten alte Lavaströme im US-Bundesstaat Nevada. Dort maßen sie die Gesteinsmagnetisierung in 16 Millionen Jahre alten Lavaströmen. Bei Erkaltung wird die augenblickliche Feldorientierung wie auf einer natürlichen Speicherplatte im Fels festgehalten. Das Gestein in Nevada wurde allerdings gleich zweimal innerhalb nur eines Jahres vulkanisch aufgeschmolzen. Wie sich jetzt gezeigt hat, drehte sich das Magnetfeld zwischen den beiden Abkühlphasen um sage und schreibe 53 Grad. Nun suchen die US-Wissenschaftler nach Belegen dafür, dass es sich bei der schnellen Veränderung um ein globales Phänomen handelte. Denn immer noch gehen viele Fachkollegen davon aus, dass hier lediglich eine lokale Anomalie vorlag.

Ein ähnliches Ergebnis hatten allerdings andere Wissenschaftler bereits im Jahr 1995 in Oregon erzielt. Die dort aufgefundenen Indizien deuteten ebenfalls auf eine sehr schnelle Felddrehung hin, sechs Grad pro Tag! Das entspräche einer kompletten Feldumkehr innerhalb von nur einem Monat. Allerdings klang dies so unglaublich, dass die Resultate vielfach angezweifelt wurden. Irgendetwas schien hier etwas faul mit den Daten zu sein. Und doch, niemand konnte sie wirklich entkräften. Jetzt werden diese Funde von neuen, sehr ähnlich lautenden Messungen bestätigt. Kann es sein, dass unser Magnetfeld auch auf globaler Ebene einer sehr schnellen Veränderung unterworfen ist?

Durchschnittlich alle 300 000 Jahre kippt das Feld der Erde, dreht sich um 180 Grad. Das hätte bereits längst wieder geschehen müssen. Das letzte Ereignis dieser Art fand nämlich bereits vor 780 000 Jahren statt, hier klafft also eine extrem große Lücke. Seit mehr als einem Jahrhundert aber schwächt sich der natürliche Schutzschirm der Erde nun bereits tatsächlich wieder ab. Etliche Fachleute sehen darin erste Anzeichen für den Beginn einer neuen Umpolung.

Ein nahe dem Umkehrpunkt stark geschwächtes Erdmagnetfeld lässt kosmische Strahlung und energiereiche solare Teilchen verstärkt zum Boden vordringen – wir wären diesen Einflüssen also über geraume Zeit völlig ungeschützt ausgeliefert. Dabei handelt es sich bekanntlich um Vorgänge, die sowohl moderne Technik als auch das irdischen Leben nachteilig beeinflussen und deutliche Gesundheitsrisiken bergen. Eine unerwartet baldige Umkehr könnte demnach unsere gesamte Zivilisation gefährden. Je nachdem, wie schnell sie abläuft und wie lange unser Planet ohne effektiven Schutz ist, wäre auch mit unterschiedlich deutlichen Folgen zu rechnen.

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