Saturday, 25. June 2016
22.06.2010
 
 

Nahtoderfahrungen – bloß ein chemisches Phänomen?

Armin Risi

Beim Phänomen der Nahtoderfahrungen scheiden sich die Geister. Handelt es sich hier um eine außerkörperliche Erfahrung oder einfach um eine außergewöhnliche Hirnfunktion? Eine Forschergruppe von der Universität Maribor in Slowenien veröffentlichte Anfang April 2010 eine vielbeachtete Studie, die zeigt, dass Nahtoderfahrungen (NTE) mit besonderen chemischen Zuständen im Körper verbunden sind. Die Presse verkündete danach, diese chemischen Zustände seien die Ursache der NTE. Die Komplexität des NTE-Phänomens legt jedoch nahe, dass bei dieser Interpretation Ursache und Wirkung verwechselt werden. Das eindrückliche Beispiel einer NTE, das in der zweiten Hälfte dieses Artikels angeführt wird, zeigt, dass NTE nicht bloß die Folge einer chemischen Hirnfunktion sind, sondern eher umgekehrt. Die hier vorgestellte NTE führte zur spontanen Heilung eines als tödlich diagnostizierten Krebses.

Die slowenische NTE-Studie

Am 8. April 2010 veröffentlichte die Fachzeitschrift Critical Care einen Artikel mit dem Titel: »Die Wirkung von Kohlendioxid auf Nahtoderfahrungen bei spitalentlassenen Herzstillstandüberlebenden: eine provisorische Beobachtungsstudie«, verfasst von den Leitern dieser Studie, Zalika Klemenc-Ketis, Janko Kersnik und Stefek Grmec.

http://ccforum.com/content/14/2/R56

Die Studie beruhte auf der Arbeit einer Forschergruppe von der Universität Maribor (Slowenien), die in den drei größten Kliniken des Landes untersuchten, bei wie vielen Fällen von Herzinfarkten die Patienten eine Nahtoderfahrung machen. Bei den 52 untersuchten Fällen zeigte sich, dass elf Patienten eine Nahtoderfahrung gemacht hatten, was 21,2 % entspricht. Das Durchschnittsalter der Patienten betrug 53,1 Jahre, 42 von ihnen waren Männer. Statistisch zeigte diese Studie, dass NTE nicht etwas Seltenes sind. Wenn diese Prozentzahl verallgemeinert werden darf, bedeutet dies, dass jeder vierte bis fünfte Herzinfarkt-Erleidende eine Nahtoderfahrung macht!

Die elf Patienten bekamen unterschiedliche Medikamente, hatten ein unterschiedliches Alter und gehörten unterschiedlichen Religionen oder gar keiner Religion an und hatten auch ganz unterschiedliche Ansichten über den Tod und ein mögliches Leben nach dem Tod. Was jedoch bei allen elf festgestellt wurde, war ein erhöhter CO2-Gehalt sowie ein leicht erhöhter Kaliumwert im Blut.

Die Schlußfolgerung der beteiligten Forscherinnen und Forscher in dieser Studie lautete: »Wir kommen deshalb zum Schluß, dass das CO2 einer der Hauptfaktoren sein könnte, die zu einer Nahtoderfahrung führen, unabhängig davon, wann die NTE eintreten. … Höhere Serumanteile von Kalium könnten ebenfalls von Bedeutung sein.« Eine der hervorgehobenen Erkenntnisse der Studie war auch, dass Nahtoderfahrungen häufiger bei Patienten auftreten, die bereits einmal eine NTE hatten.




Reaktionen auf die slowenische NTE-Studie

Die slowenische NTE-Studie wurde von vielen Zeitungen und anderen Kanälen aufgegriffen, aber diese Berichte verschwiegen meistens den differenzierten und provisorischen Charakter dieser Studie und verkündeten, die slowenische Forschergruppe habe gezeigt, dass Nahtoderfahrungen die Folge erhöhter CO2- und Kaliumwerte im Blut seien. Nicht selten wurde diese (angebliche) Erkenntnis mit kritischen bis hämischen Seitenhieben gegen all jene versehen, die sagen, Nahtoderfahrungen entstünden dadurch, dass die als immateriell gesehene Seele den physischen Körper verlasse. Diese Artikel wurden verfaßt, um das materialistische Weltbild zu unterstützen, das besagt, es gebe keine immaterielle Seele und keinen feinstofflichen Körper, weshalb es keine Astralreisen und keine außerkörperlichen NTE geben könne. Der Zürcher TagesAnzeiger suggerierte in seinem Bericht sogar, diese Studie sei ein Beweis für die Nichtexistenz Gottes!

Aus der Sicht der umfassenden parapsychologischen Forschung und des alten Mysterienwissens sind Astralreisen und außerkörperliche Erfahrungen sehr wohl möglich, ebenso wie unser Leben nicht auf das sterbliche Dasein in der physischen Welt beschränkt ist.

Wie wir mit unserem Bewußtsein auf unser Energiefeld und dadurch auch auf unseren Körper einwirken, wird im folgenden Nahtoderlebnis von Anita M. beschrieben, veröffentlicht in Englisch auf www.nderf.org (Übersetzung von AR und MC).


Anita M.s wundersame Nahtoderfahrung

Anita M., eine Inderin, die in Hong Kong aufwuchs, hatte im Februar 2006 eine Nahtoderfahrung mit einer nachfolgenden Spontanheilung. Sie berichtet:

»Im April 2002 wurde mir Krebs (Lymphogranulomatose) diagnostiziert, den ich in der Folge zu bekämpfen versuchte. Im Februar 2006 kam der schicksalhafte Morgen, an dem ich mich nicht mehr bewegen konnte. Mein Mann Danny fuhr mich umgehend zum Krankenhaus, wo die Ärzte bei mir ein 4B Lymphknotengeschwulst (die höchste Stufe) entdeckten. Die Ärzte gaben mir nur noch 36 Stunden zu leben, da meine Organe auszusetzen begannen. Sie begannen mit einer Chemotherapie und gaben mir Sauerstoffinfusionen. Dazu testeten sie meine Organfunktionen, um zu bestimmen, welche Medikamente ich bekommen sollte.
Während dieser Zeit war ich abwechselnd bei Bewußtsein und dann wieder nicht, und ich konnte fühlen, wie meine Seele den Körper verließ. Ich sah und hörte die Gespräche zwischen meinem Mann und den Ärzten, die außerhalb meines Zimmers, etwa 10 Meter entfernt im Gang, stattfanden. Ich konnte später den Gesprächsinhalt meinem Mann wiedergeben, der sie verwundert bestätigte.
Ich ging in eine andere Dimension ein, wo ich mich vollständig in einem Gefühl der Liebe empfand. Es war eine überwältigende Liebestiefe, die ich plötzlich fühlen durfte. Ich erlebte zudem eine außergewöhnliche Klarheit und erfuhr, warum ich Krebs hatte und aus welchem Grund ich dieses Erdenleben angenommen hatte. Mir wurde auch gezeigt, welche Rolle jedes Familienmitglied in meinem Leben und im kosmischen Plan spielte und wie das Leben in dieser Welt funktioniert. Die Klarheit und das Verständnis, das ich in jenem Zustand erlangte, sind nahezu unbeschreiblich. Es in Worte auszudrücken schmälert und begrenzt die Erfahrung. Die Wörter, die erforderlich wären, um das zu beschreiben, was ich sah, wahrnahm und fühlte, sind noch gar nicht erschaffen worden.
Ich erkannte das Geschenk, das das Leben bietet, und erkannte auch, dass ich immer von liebenden spirituellen Wesen umgeben bin, selbst dann, wenn ich mir dessen nicht bewußt bin. Mir wurde gezeigt, welche erstaunlichen Möglichkeiten wir als Menschen erlangen können. Mein Lebenssinn bestand darin, mit meinem neu gewonnen Verständnis »Himmel auf Erden« zu leben und dieses Wissen mit anderen Menschen zu teilen. Ich hatte trotzdem die Wahl, zurück ins Leben zu gehen oder mich für den Tod zu entscheiden. Mir wurde zu verstehen gegeben, dass meine Zeit noch nicht gekommen war und ich stets eine Wahl hätte. Wenn ich mich für den Tod entschiede, würde ich aber all die Geschenke, die der Rest meines Lebens bereithielt, nicht erfahren.
Was ich unbedingt wissen wollte, war, ob ich dann wieder in diesen kranken Körper zurückkehren müsse, wenn ich mich für das Leben entscheide. Mir wurde mitgeteilt, dass mein Körper sehr schnell wieder heilen würde – und zwar nicht innerhalb von Monaten oder Wochen, sondern innerhalb von Tagen! Mir wurde gezeigt, wie Krankheiten auf der energetischen Ebene beginnen, bevor sie sich körperlich manifestieren. Wenn ich mich für das Leben entscheide, verschwände der Krebs aus meinem Energiefeld, und mein physischer Körper würde dann schnell heilen. Ich verstand, dass wir, wenn wir uns einer ärztlichen Behandlung unterziehen, die Krankheit nur auf körperlicher Ebene angehen. Wenn wir die Krankheit jedoch nicht auch im Energiefeld beseitigen, wird sie wieder kommen. Ich erkannte, dass ich mit einer sehr gesunden Energie zurückkommen würde, was sich auch schnell – und anhaltend – auf den physischen Körper auswirken würde. Dieser Grundsatz bezieht sich nicht nur auf Krankheiten, sondern auf alles im Leben. Alles, was in unserem Leben geschieht, ist von dieser von uns erschaffenen Energie abhängig. Wir selbst sind es, die unser Umfeld, unsere Lebensumstände usw. erschaffen.
Ich wußte, dass ich zwischen den beiden Welten hin- und herschweifte, doch jedes Mal, wenn ich zur ‚anderen Seite‘ kam, wurden mir noch mehr Bilder gezeigt. Es gab eine Szene, in der ich das Leben aller Menschen um mich herum berührte – es war eine Art Wandteppich, auf der ich dieses Bild sah. Eine andere Szene zeigte meinen Bruder in einem Flugzeug, nachdem er gehört hatte, dass ich im Sterben liege (das wurde mir bestätigt, als es mir wieder besser ging und mein Bruder gerade angekommen war). Ich sah auch ein flüchtiges Bild von meinem Bruder und mir, und ich hatte irgendwie das Gefühl, dass es sich um ein früheres Leben handelte, da ich viel älter war als er, wie eine Mutter (in diesem Leben ist er älter als ich). Ich sah, wie ich in jenem Leben ihm gegenüber sehr beschützend war. Mir wurde plötzlich bewußt, dass er im Flugzeug saß und kam, mich zu sehen. Ich fühlte: ‚Ich kann ihm das nicht antun, dass er kommt und mich tot sieht.‘ Dann sah ich, wie der Lebenssinn meines Mannes mit dem meinigen verknüpft war und wie er sich entschlossen hatte, dieses Leben gemeinsam mit mir zu erleben. Wenn ich ginge, würde er mir bald danach folgen.
Bei den Organtests standen die Ergebnisse noch aus. Wenn ich mich für das Leben entscheide, so wurde mir klargemacht, würden meine Organe bald wieder normal funktionieren. Wenn ich mich für den Tod entscheide, würden die Ergebnisse der Tests Organversagen aufgrund von Krebs als Todesursache angeben. Ich konnte den Ausgang der Testergebnisse also durch meine Wahl beeinflussen!
Ich traf meine Wahl, und als ich langsam aufwachte (in einem sehr verwirrten Zustand, da ich zu dem Zeitpunkt nicht sagen konnte, auf welcher Seite des Vorhangs ich mich befand), eilten die Ärzte mit einem großen Lächeln auf dem Gesicht in mein Zimmer und sagten meiner Familie: ‚Gute Neuigkeiten. Wir haben die Testergebnisse erhalten und ihre Organe funktionieren – wir können es nicht glauben! Es schien wirklich, als würde ihr Körper aufgeben!‘
Danach begann ich mich schnell zu erholen. Die Ärzte warteten, bis sich mein Zustand wieder stabilisiert hatte, um eine Lymphknotenbiopsie durchzuführen und Krebszellen zu bestimmen. Doch sie konnten nicht einmal einen Lymphknoten finden, der groß genug gewesen wäre, um auf eine Krebserkrankung hinzuweisen. (Als ich im Krankenhaus angekommen war, waren in meinem ganzen Körper die Lymphdrüsen angeschwollen gewesen.) Daraufhin führten sie eine Knochenmarkbiopsie durch, um eine Krebsaktivität zu finden und dementsprechend eine Chemotherapie zu bestimmen. Doch auch im Knochenmark konnten sie nichts finden. Die Ärzte waren verwirrt und kamen zur Schlußfolgerung, dass ich spontan auf die anfängliche Chemotherapie angesprochen hätte. Da sie selbst nicht imstande waren zu verstehen, was tatsächlich ablief, führten sie einen Test nach dem anderen durch, die ich alle mit wehenden Fahnen bestand. Mit jedem bestandenen Test wurde ich noch stärker. Ich unterzog mich einem Ganzkörperscan, und weil sie nichts finden konnten, ließen sie ihn noch einmal von einem Radiologen durchführen.
Aufgrund meiner Erfahrungen teile ich allen, die ich kenne, mit, dass Wunder jeden Tag deines Lebens möglich sind. Nachdem, was ich gesehen habe, erkannte ich, dass wirklich alles im wahrsten Sinn des Wortes möglich ist und dass wir nicht hierhergekommen sind, um zu leiden. Das Leben sollte großartig sein, und wir werden sehr, sehr geliebt. Die Art, wie ich auf das Leben schaue, hat sich drastisch verändert, und ich bin froh, dass mir eine zweite Chance gegeben wurde, den ‚Himmel auf Erden‘ zu erfahren.«

Weitere Interviews und Anitas Antworten auf Fragen finden sich auf Englisch hier:
http://www.nderf.org/anita_m's_nde.htm#NDERF_INTERVIEW_




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