Monday, 27. June 2016
25.10.2014
 
 

Kalifornien droht Massenflucht – 14 Gemeinden nun fast völlig ohne Wasser

Jonathan Benson

Kalifornien benötigt Starkregen, und zwar schon bald, ansonsten sitzen die 38 Millionen Bürger des US-Bundesstaates buchstäblich auf dem Trockenen. Laut jüngsten Medienberichten stehen inzwischen 14 Gemeinden in Kalifornien fast völlig ohne Wasser da. Ändert sich die Situation nicht grundsätzlich, könnten im kommenden Jahr viele weitere folgen.

 

Vor wenigen Monaten waren es Kaliforniens Wasserwächtern vom State Water Resources Control Board (SWRCB) zufolge noch 28 Gemeinden gewesen, denen das Wasser fast vollständig ausging. 14 gelang es, sich zumindest temporär etwas Luft zu verschaffen. Den anderen 14 Gemeinden jedoch droht ein beispielloser Notstand, der Tausende kalifornischer Familien zwingen könnte, ihre Zelte abzubrechen und sich saftigere Weiden zu suchen.

 

Dass derzeit drastische Maßnahmen ergriffen würden, sei »ein Signal dafür, wie schwer diese Dürre ist«, sagte Bruce Burton der Los Angeles Times. Burton ist stellvertretender SWRCB-Direktor. Erstmals überhaupt überwacht das Board Gemeinden im Staat, denen das Wasser vollends auszugehen droht – eine Situation, für die es keinerlei historische Präzedenzfälle gibt.

 

Die meisten der gefährdeten Gemeinden liegen im Central Valley des Bundesstaates, dem »Brotkorb« Amerikas, einer Region, die die New York Times einst als größte Lebensmittelressource des Landes bezeichnete. Nirgendwo sonst im Land werden so viele Mohrrüben angebaut, auch der Großteil der Salate, Mandeln und Zitrusfrüchte Amerikas stammt von hier – noch, denn hält die Dürre an, könnte es damit schon bald vorüber sein.

 

In einigen betroffenen Gebieten konnten sich die Wasserversorger kurzfristig solange Hilfe von Nachbargemeinden sichern, bis eine dauerhaftere Lösung gefunden ist. In Siskiyou County nahe der Grenze zu Oregon hat die Stadt Montague einen neuen Bewässerungskanal gegraben, der Wasser von einem rund 40 Kilometer entfernten See transportiert. Der alte Kanal war im April leer gelaufen.

 

Die meisten Gemeinden, denen ein völliger Wassermangel droht, sind vergleichsweise klein, dort leben nur wenige tausend Menschen. Dennoch steigt die Wahrscheinlichkeit, dass auch größere Gemeinden in Mitleidenschaft gezogen werden.

 

Sollte die Dürre anhalten, würden viele der bekannteren Regionen Kaliforniens leiden, sagte Tom Quinn von der Association of California Water Agencies, dem größten kalifornischen Verband von Wasserwerken.

 

»Hält die Dürre weiter an, werden kommendes Jahr einige größere, modernere Gemeinden in Not geraten«, sagte Quinn der LA Times. Kalifornien leidet darunter, dass nicht nur kein neues Wasser ins Land fließt, auch die unterirdischen Vorkommen und andere Wasserquellen laufen leer.

 

Im Wissenschaftsmagazin Science erschien ein Forschungsbericht, demzufolge der gesamte Westen der Vereinigten Staaten seit 2013 unglaubliche 240 Gigatonnen Wasser verloren hat – eine Menge, die ausreichen würde, alles Land westlich der Rocky Mountains zehn Zentimeter hoch unter Wasser zu setzen.

 

Diese Einbußen haben der Studie zufolge nicht nur das Gravitationsfeld Kaliforniens verändert, sondern auch dazu geführt, dass sich in einigen Bereichen der Region Berge angehoben haben.

 

»In 100 Prozent des Bundesstaates herrscht Dürre, in 82 Prozent des Landes herrscht eine extreme oder außergewöhnliche Dürre, was den beiden höchsten Kategorien auf der landesweiten Dürreskala entspricht«, heißt es im National Journal. »37 Millionen Menschen sind von der Dürre betroffen.«

 

 

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Leser-Kommentare (17) zu diesem Artikel

27.10.2014 | 17:22

Res

Res
Alles nicht von Menschen verursacht, das kommt einfach so. Wie oft im KOPP veröffentlicht ist der Mensch
absolut unschuldig an solchen Veränderungen.


27.10.2014 | 10:01

Nero

...verstehe diese Hysterie nicht, die könen sich doch Regen "herbei HAARPEN"?!


27.10.2014 | 09:20

Ben Springfield

Kalifornier, übergebt die Wasserrechte Nestle und schon ist das Problem gelöst!


26.10.2014 | 18:45

Hans Ohlsen

Zu behaupten, es gäbe keine signifikante Zunahme von Extrem-Wetterlagen, oder unnatürlichen Klimaveränderungen, zeugt nach meiner Meinung von Naturwissenschaftlicher Halbbildung und Ignoranz. Man kann sich damit allerdings von der Masse der Kommentare abheben!


25.10.2014 | 18:26

HG

Räumt die Badezimmer leer und holt sie in die Bunte Republik!


25.10.2014 | 15:30

M.G.

Das Thema muß seriös und umfassend beleuchtet werden, bevor Schlussfolgerungen gezogen werden können. Die Fehler großflächig intensiver Landwirtschaft in Wüstenklimata sind beispielsweise in Spanien zu beleuchten. Zersiedelung ist immer ein Problem, wenn es in Ortsgröße erfolgt und einzelne Quellen und Brunnen nicht ausreichen. Klimatische Fluktuationen sind das normalste der Welt. Wenn das technische Wassermanagement dies nicht kompensieren kann, muß man vielleicht die...

Das Thema muß seriös und umfassend beleuchtet werden, bevor Schlussfolgerungen gezogen werden können. Die Fehler großflächig intensiver Landwirtschaft in Wüstenklimata sind beispielsweise in Spanien zu beleuchten. Zersiedelung ist immer ein Problem, wenn es in Ortsgröße erfolgt und einzelne Quellen und Brunnen nicht ausreichen. Klimatische Fluktuationen sind das normalste der Welt. Wenn das technische Wassermanagement dies nicht kompensieren kann, muß man vielleicht die Konsequenzen ziehen und weichen oder die Feldbewirtung anpassen. Ähnlich "nicht katastrophal" im Sinne mangelnder Eigenverantwortung sind die Feuer im Großraum L.A. Vor allem gilt festzuhalten: in historischem Maßstab gibt es keine signifikante Zunahme von Extremwetterlagen.

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