»Wunder gibt es immer wieder«, singt Katja Ebstein. Und sie hat gar nicht so unrecht. Es gibt Wunder, also Vorgänge, die man beim besten Willen nicht verstehen kann, die es eigentlich gar nicht geben dürfte, aber trotzdem gibt es sie. Manchmal erregen sie großes Aufsehen, doch oft sind sie angeblich »unbedeutend«, so dass man sie kaum wahrnimmt.
Alle Jahre wieder… Die Natur erwacht, und auch unser Körper verlangt jetzt nach mehr Luft und Beweglichkeit. Während viele Menschen in den vergangenen Wochen ein paar Fastentage einlegten, um alle möglichen Gifte und Kilos aus dem Körper zu beseitigen, schwören andere geradezu auf den berühmten Maitrunk von Hildegard von Bingen. Auf Weinbasis mit Frühlingswermutsaft und Honig bereitet, wirkt das wohlschmeckende Getränk vor allem gegen Verkalkung in den Adern, Arteriosklerose, Nierenbeschwerden und schlechte Verdauung. Die Augen werden klar, das Herz gestärkt, die Gelenke und Glieder funktionieren reibungsloser.
Christen feiern Ostern. Dazu gehört der Karfreitag, jener Tag, an dem Christus am Kreuz starb, zum Fest gehört ebenso die Auferstehung Jesu am Ostersonntag, das leere Grab. Wer regelmäßig die Kirche besucht, lernt dort, dass die Kreuzigung angeblich sein musste, damit den Menschen ihre Sünden vergeben werden können. Ein sogenannter Liebesakt Gottes soll es gewesen sein. Doch starb Jesus für oder wegen der Sünden Vieler? Und verstößt der Mord am Gottessohn nicht eigentlich klar gegen das fünfte Gebot, das da lautet, du sollst nicht töten? Die Meinungen in der Kirche gehen in dieser Sache zunehmend auseinander.
Um den bekannten Bert Hellinger und das von ihm in die Welt gesetzte »Familienaufstellen« ist es ruhig geworden. Ganz anders als in den späten 1990er Jahren. Wenn er damals in irgendeiner größeren deutschen Stadt einen Auftritt hatte, musste der Veranstaltungsort mindestens eine Mehrzweckhalle sein, um den Ansturm an Teilnehmern zu bewältigen. Seminare mit bis zu zwölfhundert teilnehmenden Personen waren bei ihm keine Seltenheit. Heute kaum noch vorstellbar. War das Familienstellen nur eine Modeerscheinung?
Die Autorin und Lebensberaterin Brigitte Hamann entwirft in ihrem Buch Das Geheimnis der Wunscherfüllung ein interessantes Bild der menschlichen Psyche. Sie vergleicht sie mit einem Eisberg.
Es ist schon eine geraume Zeit her, da schrieb Veronica Carstens, die Gattin des ehemaligen Bundespräsidenten, in der Mitgliederzeitschrift Natur und Medizin einen Beitrag über Erlebnisse von vielen Menschen, die nach einem »klinischen Tod« wiederbelebt worden waren. Etliche hatten eine – wie man es nennt – »Nahtod(es)erfahrung« gemacht und konnten über die Vorkommnisse im Bereich zwischen dem Hier und einem möglichen jenseitigen Dort viel Spannendes berichten. Die einzelnen »Mosaiksteine« solcher Episoden wurden als sehr wichtig empfunden, geben sie doch eine Antwortmöglichkeit auf die Frage, was denn der Mensch überhaupt ist, was er tun soll und hoffen darf.
»›Nimm diesen Ring und behalte ihn!‹, sprach sie. ›Doch wisse, es ist ein Wunschring. Drei Wünsche stehen dir frei. Wie auch immer sie lauten mögen: Wenn du sie aussprichst und ihn drehst, erfüllt er sie dir.‹ Kasper ließ sich den Ring an den Finger stecken und dankte der Fee Amaryllis.« Diese kleine Episode aus dem Kinderbuch Der Räuber Hotzenplotz lässt Erwachsene neidisch werden, denn wer hätte ihn nicht gern, diesen Wunschring, der drei Träume im Leben wahr werden lässt?
Wie kommt es, dass bei einigen Menschen finanziell alles rund läuft, während andere in diesen Dingen immer nur Pech haben? In jetzigen Tagen, wo man von kaum etwas anderem hört als von unfähigen oder betrügerischen Politikern, skrupellosen Bankern und Wirtschaftsstrategen, durch die wir »Kleinen« bluten müssen, mag sich wohl schon manch einer diese Frage gestellt haben. Doch nicht nur jetzt. Auch vor der Lehman-Pleite 2008, als wirtschaftlich noch eitel Sonnenschein herrschte, gab es schon nicht wenige, die wie die Löwen um ihr Geld ringen mussten und dennoch auf keinen grünen Zweig kamen. Auch da hatte diese Frage schon ihren Sinn.