Monday, 21. May 2012
25.11.2011
 

Prognose zur partiellen Sonnenfinsternis am 25.11.2011

Brigitte Hamann

Heute, Freitag, der 25.11.2011, ist ein besonderer Tag. Es ist nicht nur Neumond, es findet auch eine partielle Sonnenfinsternis statt – die letzte von vier partiellen Sonnenfinsternissen, die den großen Zyklus zwischen der totalen Sonnenfinsternis vom 11. Juli 2010 bis zur nächsten totalen Sonnenfinsternis am 13. November 2012 unterteilen. Die Euro-Krise beherrscht die Medien. Wird ein Land die Eurozone verlassen (müssen)? Die EU auseinanderbrechen? Wird mehr Geld »gedruckt«? Die Kanzlerin sagt nein. Keine Ausweitung der Staatsanleihenkäufe durch die EZB. Keine Eurobonds, die jetzt nach dem Willen des Chefs der EU-Kommission Barroso elegant »Stabilitätsbonds« heißen sollen. Werfen wir einen Blick in die Horoskope der betroffenen Länder…

 

Geldtsunami ante portas

 

»Profitiert vom Euro haben die arbeitenden Deutschen in keinem Jahr – es sei denn, sie spekulierten an der Börse, und das mit Erfolg«.

 

Prof. Dr. Wilhelm Hankel

 

 

 

Um es kurz zu machen: Wir gehen in eine neue Runde der Geldschwemme, nur dass sie diesmal ein Ausmaß annehmen dürfte, das selbst abgebrühte Vertreter der Ansicht, dass es dazu kommen wird, fassungslos machen wird. Die europäische Misere nimmt rasende Fahrt auf.

 

Noch nennt sich Bundeskanzlerin Merkel, gestützt von EZB-Chef Draghi, in ihrem Standpunkt in Sachen »Gelddrucken« »unglaublich gefestigt« und »klopft ihre harte Haltung in der Schuldenkrise fest« (18. und 23. November). Die Ereignisse der kommenden Tage und Wochen werden sie zu einem Meinungsumschwung veranlassen, wie schon so oft in der Geschichte ihrer Amtszeit. Schon im Horoskop der totalen Sonnenfinsternis vom 11. Juli 2010 war zu erkennen, dass die Bundesregierung sich gegen eine Geldmengenausweitung und andere Bail-out-Maßnahmen stemmen – und einknicken würde. Das Desaster bei der Staatsanleihen-Auktion vom 23.11. wird das seine dazu tun. Unter dem Titel Auktions-Flop: Anleger boykottieren deutsche Staatsanleihen

schrieb das Handelsblatt: »Investoren verlieren den Appetit auf deutsche Staatsanleihen. Sechs Milliarden Euro wollte der Bund am Mittwoch bei der Versteigerung neuer Papiere mit zehnjähriger Laufzeit einsammeln. Die Anleger boten aber nicht einmal 3,9 Milliarden Euro, so dass für 35 Prozent des angebotenen Volumens die Nachfrage fehlte. Analysten sprachen von einem Desaster, Euro und Aktienmärkte gerieten unter Druck.« Bisher galt Deutschland in der Euro-Krise als Zuflucht für Anleger. Die Zinsen für deutsche Staatsanleihen sanken, der Bund konnte sich billig Geld besorgen. Nun gab es bereits zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage einen drastischen Mangel an Nachfrage. Während die Zinsen anderer EU-Länder auf Rekordhöhe schnellen und deren Anleihen selbst dann kaum gekauft werden, nivellieren die wachsenden finanziellen Belastungen der Bundesrepublik den bisherigen Sicherheitsvorteil und senken das Interesse der Anleger, die dafür die niedrigen Zinsen in Kauf nahmen. Die Bundesregierung und die EZB beschwichtigen und erklären, »es ergebe sich daraus überhaupt kein Problem« (Sprecher von Finanzminister Wolfgang Schäuble). Tatsache ist: Deutschland hat ein blaues Wunder erlebt, wie in der Neumondprognose vom 3. April 2011 im Abschnitt »Was erwartet uns im Herbst ?« angekündigt. Weitere »blaue Wunder« und »schwarze Schwäne« stehen an. In der Neumondprognose schrieb ich: »Im Horoskop der totalen Sonnenfinsternis vom 11. Juli 2010, berechnet auf Brüssel, steht die für das Ergebnis bis November 2012 gültige IC/MC-Achse auf einem Uranus-Neptun-Grad, der >blaue Wunder< in der EU und auch in Belgien selbst ankündigt. Das Neumondhoroskop für Brüssel vom 25. November 2011 wiederholt diesen Grad. So könnten uns Ende November und Dezember >schwarze Schwäne< ereilen.« Zu diesem Prozess gehört die Flucht der großen Kapitalanleger aus Anlagen in Europa. In wachsendem Maße kommen die Großinvestoren zu der Ansicht, dass es besser ist, »auf der sicheren Seite zu sein, als das Nachsehen zu haben« und ziehen ihr Geld ab, was nicht nur zu dem genannten Rekordanstieg der Zinsen, zu denen viele europäische Länder sich noch Geld leihen können, führt, sondern auch zu einem Sprung der Zinsen, zu denen die Banken sich noch gegenseitig Geld leihen, denn die europäischen Banken sind restlos verschuldet. Als Folge des Anstiegs der Zinsen für Staatsanleihen fällt deren Marktwert, wodurch jede Bank, die europäische Staatsanleihen hält, enorme Verluste hinnehmen muss, worauf auch der US-Kongressabgeordnete Ron Paul hinweist.

 

 

Noch während ich das schreibe, heute, am 24.11., einen Tag vor der Finsternis, die sich immer schon kurz zuvor bemerkbar macht, kommt die Nachricht herein: »Zeitung: Koalition schließt Zustimmung zu Eurobonds nicht mehr aus«

 

Für den Chef der Fed, Ben Bernanke, der in jeder Richtung in der Falle sitzt, bietet die Euro-Krise eine willkommene Gelegenheit, die exorbitant anwachsenden Schulden der USA (aktuell über 15 Billionen Dollar, das entspricht 99 Prozent des Bruttoinlandsprodukts) mit einem offiziellen »Quantitative Easing 3 (QE 3)« zu beantworten, das er bisher nicht durchsetzen konnte. Ein amerikanischer Bail-out für Europa schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe. Unter der Überschrift »Bernanke Is Going To End Up Bailing Out All Of Europe« (Bernanke wird letzten Endes ganz Europa retten) erläutert der Blogger James Pethokoukis im Businessinsider, dass »Bernanke nicht willens sein wird, zuzulassen, dass die Unfähigkeit der EZB die US-Banken und die Weltwirtschaft zerstört«. Dem kann ich nur zustimmen: Das Horoskop der Fed weist auf ein QE 3 hin. Allerdings ist die im Privatbesitz befindliche US-Notenbank ebenso pleite wie die EZB. Würde ein Unternehmenschef mit den Buchhaltungstricks der Fed arbeiten, käme er dafür ins Gefängnis. So stellt sich der Blogger die interessante Frage, wer eigentlich die Fed retten wird, wenn die Gelddruckmaschinen als Instrument zu versagen beginnen.

 

Was die Welt, die Fed und Europa noch für eine Weile »retten« wird, ist Geld, Geld, Geld. Josef Ackermann ist jedenfalls der aktuell von den Eurostaaten geplante Rettungsschirm von einer Billion Euro zu wenig. Der Chef der Deutschen Bank fordert im Vorfeld schon mal einen Rettungsschirm von bis zu 1,5 Billionen Euro… Was das alles für den Bürger bedeutet, fasst die Wirtschaftswoche unter dem Titel »Die Enteignung der Sparer beginnt« zusammen: »Sparsame Normalbürger zahlen die Zeche für die ausufernde Schuldenpolitik. Die Jagd auf das Geld der Deutschen hat begonnen. Es drohen niedrige Zinsen, fallende Aktienkurse und steigende Steuern.« Es könnte eine gute Idee sein, nicht nur in finanzielle Vorsorge, sondern auch in Dinge zu investieren, die uns seelisch und geistig weiterbringen.

 

Der Finanzierungsdruck der größten Sorgenkinder Europas wird massiv zunehmen und mit ihm der Druck aus Brüssel. EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso wird eine schnelle Lösung für die Krise verfügen , indem er die Kontrolle der EU-Kommission über die Euro-Länder drastisch verschärfen wird. Nicht nur die Hauptkrisenländer, alle 17 Mitgliedsstaaten werden ihre Haushalte von Brüssel genehmigen lassen und nach dem dort geforderten Zeitplan ausrichten müssen. Der Brüsseler Plan, auch die Kontrolle über die Wirtschafts- und Finanzpolitik der Staaten zu übernehmen, wird auf den Weg gebracht werden. Dies gilt auch für die von Deutschland abgelehnten Eurobonds, die die Kommission jetzt freundlich »Stabilitätsbonds« nennt. Mit dem Bail-out Griechenlands werden weitere Länder, allen voran Italien, ihren Bedarf anmelden und erfüllt bekommen. Ab März bis etwa Mitte Juni 2012 könnte sich nach außen eine Lageberuhigung abzeichnen. Spätestens im Oktober 2012 wird es wieder turbulent. Die Eurozone wird trotz aller Zentralisierungsversuche – oder gerade deswegen – permanent vor dem Auseinanderbrechen stehen. Wie ich im »2. Teil zur Prognose zur totalen Sonnenfinsternis vom 11.07.2010 – Worum es auf der globalen Ebene geht« im Abschnitt »Die Entwicklung in der EU« schrieb, gehe ich nach wie vor von »einem Auseinanderbrechen der Währungsunion in ihrer aktuellen Form und einer neuen (Euro-)Währung, die wenige Länder unter der Führung Deutschlands vereint«, aus, wobei allerdings die Wahrscheinlichkeit eines geordneten Übergangs drastisch sinkt.

 

Dass die EU in der gegenwärtigen Form nicht zu retten ist, zeigt auch die Entwicklung in Belgien. Über die Schicksalsverbindung zwischen dem Land, das Sitz der EU ist, und der Eurozone als Ganzes, habe ich in meiner »Prognose für die Neumondphase vom 4. Januar bis 3. Februar 2011 und die partielle Sonnenfinsternis« berichtet: »Für den weiteren Verlauf der Dinge ist es wichtig, einen astrologischen Zusammenhang zu kennen, der für astrologisch nicht Versierte zunächst ungewohnt sein mag. Da Brüssel sowohl die Hauptstadt von Belgien als auch der Hauptsitz der Europäischen Union ist, gilt das Neumondhoroskop für Brüssel immer für beide. Wenn Sie sich nun fragen, wie das möglich sein soll, so lautet die Antwort: Belgien und die EU teilen ein analoges – nicht ein identisches – Schicksal. Zwischen beiden verläuft die Entwicklung ähnlich. Nicht umsonst steht Belgien, wie in meiner Neumondprognose vom 8. September 2010 angekündigt, nun mit hoher Wahrscheinlichkeit vor einer Teilung. Diese Schicksalsverbindung zwischen Belgien und der EU als Ganzer hat auch der britische Politiker Nigel Farage intuitiv erfasst. Farage ist seit 1999 Mitglied des Europäischen Parlaments und einer der beiden Vorsitzenden der europaskeptischen Fraktion >Europa der Freiheit und der Demokratie<. In seiner jüngsten Rede äußerte er: >Wir können Ende 2010 nicht nur die Lage der Union, sondern auch die Belgiens betrachten<«. Am 21. November ist der Versuch einer Regierungsbildung in Belgien ein weiteres Mal gescheitert.

 

Weltwirtschaftslokomotive China

In derselben Finsternisprognose, zu einer Zeit, als man China noch als den Retter der Weltwirtschaft sah, zeigte das Sonnenfinsternishoroskop berechnet auf Peking, dass China ebenfalls mit wachsenden Problemen zu kämpfen haben wird. »Die Ursachen sind vielfältig. Sie reichen von einem sich verlangsamenden Wirtschaftswachstum über die Immobilienblase, marode Bankbilanzen, höhere Lohnforderungen der Arbeiter, eine hohe Umweltverschmutzung und -zerstörung bis zu der zu erwartenden Dollarmisere, die die Substanz des Landes empfindlich treffen wird. Den völlig überhitzten Immobiliensektor wird Peking massiv abbremsen und Kreditrestriktionen verhängen.« Eine Zusammenfassung der aktuellen, wenig erfreulichen Nachrichten aus China lieferte Michael Brückner am 14.11.2011. In diesem und dem Neumondmonat, der mit dem 24.12.2011 beginnt, wird Peking ins Rampenlicht rücken. Dies könnte zunächst der Beginn einer veränderten Finanz- und Währungsreservenpolitik sein, die aufgrund einer virulent gewordenen Immobilienblase notwendig wird. Ab Dezember wird es einen definitiven Kurswechsel geben, eventuell in Form einer Aufwertung des Yuan.

 

Deepwater Horizon und Fukushima

Über den Zusammenhang zwischen den beiden Katastrophen habe ich in der »Prognose für die Neumondphase vom 3. April bis zum 3. Mai 2011 und ein Ausblick« ausführlich berichtet. Um diesen Artikel nicht unnötig lang zu gestalten, bitte ich Sie, liebe Leser, dort nachzulesen, wenn Sie mehr darüber wissen wollen. Was die dort gestellte Prognose einer Wiederholung betrifft (»Sowohl Deepwater Horizon als auch Fukushima oder eines der anderen Kraftwerke in Japan könnte ab Herbst erneut Probleme aufweisen. Ebenso kann ein vergleichbares Ereignis anderswo stattfinden. Vom analogen Denken her müsste es mit Erdöl oder radioaktivem Material zu tun haben und Wasser betreffen. Da Neptun für die Auflösung von Konzentrationen steht, wird sich die radioaktive Strahlung gleichmäßig über die Welt verteilen.«) gab es am 2. November die Nachricht: »Unglücksreaktor: Fukushima zeigt Anzeichen von Kernspaltung«. Ein besonderes Datum in diesem Zusammenhang könnte der 4. Dezember 2011 oder ein Tag zuvor oder danach sein. Die Drohung einer weiteren, analogen Umweltkatastrophe steht bis Anfang 2013 im Raum mit einer Beruhigungsphase von März bis etwa Mitte Juni 2012.

 

 

 

 


 

 

 

 

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