Sunday, 24. July 2016
12.01.2011
 
 

Gibt es ein Leben nach dem Tod? (Teil II)

Eva Herman

Die DVD-Produktion Nahtod, Jenseits, Reinkarnation – gibt es ein Leben nach dem Tod? ist seit wenigen Tagen auf dem Markt. Doch erhitzt sie die Gemüter wie selten eine Sendung zuvor. Mit dem Nahtod- und Sterbeforscher Bernard Jakoby sprach ich ebenso wie mit dem Geisteswissenschaftler Jörgen Bruhn über insgesamt zwei Stunden lang über ein mögliches Weiterleben nach dem Tod. Auch das berühmte Schweizer Medium Pascal Voggenhuber – er sah schon als Kind wie selbstverständlich die Verstorbenen – berichtete auf natürliche und einfache Weise über seine Erfahrungen mit den Toten und deren lebenden Angehörigen.

Voggenhuber arbeitet als »Kontaktmann« zwischen den Welten des Dies- und des Jenseits, tröstet Hinterbliebene, die ihre Kinder oder Ehepartner verloren haben, hilft, Trauer und Schmerz leichter zu überwinden, denn auch er ist sich sicher: Man sieht sich eines Tages wieder, drüben, auf der anderen Seite.

Erstaunlicherweise ist die westliche, die christliche Kultur nahezu die einzige auf der ganzen Welt, die hinsichtlich dieses Themas mit Scheuklappen herumläuft. Während in den frühen Menschheitskulturen vielfältige archäologische Funde Aufschluss darüber geben, dass schon der Vorzeitmensch an ein Weiterleben nach dem Tode glaubte und man sich auch in den allermeisten heutigen Kulturen weltweit ebenso einig ist, dass das Leben mit dem irdischen Tod nicht endet, steht das Christentum in dieser Frage isoliert da.

Die Reinkarnation findet sich als gesamtheitliches, religiöses Denken im Hinduismus und Buddhismus. Zahlreiche Götter sind im Hinduismus aus dem Urgrund Gottes hervorgegangene Wesenheiten, sind Ausgestaltungen des EINEN. Dieses absolute Sein ohne Anfang und Ende, unveränderlich und ewig wird in der indischen Kultur als Brahma bezeichnet. Nach indischem Glauben findet der Mensch zu Gott, der sein Selbst erkennt. Auch bei den Muslimen beginnt das Weltende mit der Auferstehung der Toten. Wie in vielen anderen Religionen ist das Jenseits des Islams von Himmel und Hölle geprägt. Der Einzelne muss beim Jüngsten Gericht vor Gott Rechenschaft ablegen.

In den monotheistischen Religionen sind die Welt und ihre Gesetze das Werk eines allmächtigen, allwissenden Gottes, der sich außerhalb seiner Schöpfung befindet. Gott greift nicht in das Weltgeschehen ein, da der Mensch mit einem freien Willen ausgestattet und dieser das Werkzeug der Eigenverantwortung ist. Im Alten Testament findet Moses durch eine Gotteserfahrung seine Berufung. Gott gibt sich in einer Lichterscheinung zu erkennen. Es handelt sich hierbei offenbar um eine innere Erfahrung und Wende, aus der Moses’ Motivation zu religiösem Handeln erwachsen ist, um seiner verantwortungsvollen Aufgabe gerecht zu werden. Das Alte Testament ist die Grundlage der israelischen Religion, wobei die fünf Bücher Moses als Thora bezeichnet werden. Der Mensch erfährt die Begrenztheit des eigenen Lebens als Folge der Missachtung der göttlichen Verbote seiner Stammeltern Adam und Eva. Der Tod wird generell als Strafe betrachtet. Der Jüdische Glaube beinhaltet die Erwartung, dass das Gottesreich eines Tages auf Erden anbricht und durch einen Messias errichtet wird.

Die Bibel berichtet bereits auf den ersten Seiten vom Umgang mit Geistwesen, Begegnungen mit Verstorbenen, Engeln oder Lichterscheinungen. Im Gegensatz zum Hinduismus oder Buddhismus gibt es in der jüdischen und christlichen Religion keine Wiedergeburt. Jedes Individuum ist danach einmalig und lebt auch nur einmal.
Das Wissen um die Reinkarnation könnte nach Ansicht einer wachsenden Zahl von Wissenschaftlern vielen Menschen helfen, die Angst vor dem Tod und dem Jenseits zu überwinden. Eine flächendeckende Kenntnis davon würde erkennbar gesellschaftsverändernde Folgen haben: verantwortlicheres Handeln, ein höheres, sensibleres Bewusstsein und Achtsamkeit anderen Menschen gegenüber wären zweifellos damit verbunden.

Ist es Zufall, dass über zwei Drittel der Deutschen heute an ein Weiterleben der Seele im Jenseits glaubt, während man vor wenigen Jahrzehnten derartige Themen nicht einmal zu nennen wagte? Vielleicht liegt Veränderung in der Luft?

Einen beeindruckenden Beweis über höheres Wissen lieferte der ehemalige Papst Johannes Paul II. in seiner Generalaudienz vom 28.10.1998. Er formulierte wörtlich: »Man darf nicht glauben, dass das Leben nach dem Tode erst mit der endzeitlichen Auferstehung beginnt. Ihr geht jener spezielle Zustand voraus, in dem sich jeder Mensch vom Augenblick des physischen Todes an befindet. Es handelt sich um eine Übergangsphase, bei welcher der Auflösung des Leibes das Überleben und die Fortdauer eines geistigen Elementes gegenübersteht, das mit Bewusstsein und Wille ausgestattet ist, sodass das Ich des Menschen weiterbesteht, auch wenn die Ergänzung seines Körpers fehlt.«

Der höchste Würdenträger der Katholischen Kirche, Papst Johannes Paul II., offenbarte mit diesen Worten sein tiefes Wissen über das Jenseits. Ebenso wirken denn auch die Worte eines Schreibens der Kongregation für die Glaubenslehre zu einigen Fragen der Eschatologie vom 17. Mai 1979, denen man ebenso spirituelles Wissen entnehmen kann: »Die Kirche bekräftigt das Überleben und Fortbestehen eines geistigen Elementes nach dem Tod, das mit Bewusstsein und Willen ausgestattet ist, sodass das ›Ich‹ des Menschen fortbesteht. Um dieses Element zu bezeichnen, verwendet die Kirche das Wort ›Seele‹, welches durch Schrift und Tradition sanktioniert ist.«

Die Kirche bezeichnete in den zurückliegenden Jahrhunderten die Reinkarnationslehre nicht selten als Scharlatanerie und Teufelswerk. Doch scheinen immer mehr jener Kirchenhirten, die in höchsten Ämtern und häufig in enger Beziehung zum Vatikan stehen, in Wahrheit weitaus mehr zu wissen, als öffentlich bekannt ist. Ein Beispiel solcher Menschen, die als Mittler zwischen den »Lebenden« und den »Verstorbenen« dienten, ist unter vielen anderen der ehemalige Abt vom Kloster St. Ottilien, Pater Frumentius Renner. Letzter dokumentierte Erscheinungen von Verstorbenen, mit denen er als Medium Kontakt hatte, in seinen Aufzeichnungen, die später  in seiner Biografie veröffentlicht wurden. Er sprach mit erdgebundenen Toten und half ihnen, die Erde zu verlassen. Pater Frumentius war unter anderem über mehrere Jahre hinweg der Beichtvater von Kardinal Ratzinger, dem heutigen Papst Bendedikt XVI. Ebenso schrieb und korrigierte er viele Reden für Ratzinger.

Zum Tode von Pater Frumentius schrieb der Erzbischof von Bamberg, Karl Braun, im Jahr 2001 das Vorwort zu dessen Biografie. Darin heißt es: »Der Theologe Karl Rahner schrieb: ›Der Christ von morgen wird ein Mystiker sein, einer, der etwas erfahren hat – oder er wird nicht mehr sein.‹ Dieses bekannte und häufig zitierte Wort möchte ich im Blick auf den unvergessenen Pater Frumentius Renner so interpretieren: Der Christ der Zukunft muss übernatürlich denken – oder er wird die Prüfungen, denen sein Glaube ausgesetzt sein wird, nicht bestehen. In unserer Zeit, in der auch Christen oft fixiert sind auf das Sichtbare sowie empirisch Belegbare – die von einem übernatürlichen Heilsglauben in eine vermenschlichte Religiosität zurückfallen, in eine Religion innerhalb der Grenzen der ›reinen Vernunft‹, in ein Christentum ohne Übernatur – in einer solchen Zeit ist die Wiedergewinnung des Transzendenten, dessen also, was über unsere fünf Sinne hinausgeht und sie übersteigt, von äußerster Dringlichkeit. Wie der Fisch im Wasser, so lebte Pater Frumentius in dem geheimnisvollen Raum des Glaubens, der ein Überzeugtsein von Dingen ist, die man nicht sieht. Der Heimgegangene schaute im Glauben durch die sichtbaren Dinge, durch alles Vordergründige hindurch auf die Tiefen des Mysteriums Gottes. So öffneten sich ihm Einblicke in die Welt des Unsichtbaren und in das wunderbare Handeln Gottes gerade auch da, wo es kaum jemand ahnt. Er traute Gott und seinen Heiligen viel mehr zu, als wir das gewöhnlich tun – auch das beinahe Unglaubliche, von dem viele in ihrer Befangenheit durch Rationalismus und Glaubensmangel meinen, dass es ein Märchen aus früheren Zeiten sei.«

Diese eindeutigen Worte des Erzbischofs von Bamberg, die den Schöpfer bei Jenseits und Spiritualität nicht aus- sondern klar und deutlich einschließen, geben Hoffnung, dass die drängenden Themen nicht mehr lange verdrängt, sondern endlich auf den Tisch gelegt und offen diskutiert werden.

Was sich derzeit in der Kirche bewegt, könnte zukunftsweisenden Charakter haben. Ganz im Gegensatz dazu befindet sich die klassische Wissenschaft in diesem Fall weiter in der Starre. Die meisten Akademiker und Forscher natur- und geisteswissenschaftlicher Herkunft wagen sich so gut wie überhaupt nicht an das Thema. Zu groß ist immer noch die Gefahr für sie, die schwer erarbeitete Reputation, die einen als ernstzunehmenden Akademiker ausweist, zu verlieren. Einzelne mutige Forscher wie Alois Serwaty oder  Pim van Lommel melden sich zu Wort. Serwaty gelangte durch ein persönliches Nahtoderlebnis, durch langjähriges Forschen und Zusammentragen zahlreicher Fälle, zu der sicheren Überzeugung: Mit dem irdischen Tod ist das Leben noch längst nicht vorüber. Serwaty schloss sich mit anderen Forschern, zu denen auch der Geisteswissenschaftler Jörgen Bruhn gehört, im »Netzwerk Nahtod« zusammen. Hier finden jene Menschen eine Anlaufstelle, die sich sicher sind, dass über das so überaus drängende und wichtige Thema endlich offen gesprochen werden muss. Frei nach dem Motto des weltberühmten Physikers Stephen Hawking: »Die Fortschritte unseres Verständnisses vollziehen sich nicht immer in kleinen und stetigen Zuwächsen, die auf der vorhandenen Arbeit aufbauen. Manchmal ist ein geistiger Sprung zu einem neuen Weltbild erforderlich.«


Ergänzende Beiträge zu diesem Thema

Gibt es ein Leben nach dem Tod? (Teil I)

Eva Herman

Ist die Diskussion über Nahtoderlebnisse eigentlich erlaubt? Oder sind Gedanken über das Jenseits generell verboten? Darf der Mensch sich fragen, ob es die Reinkarnation gibt und wie es wohl nach dem irdischen Sterben mit ihm weitergehen mag? Was geschieht mit seiner Seele? Fliegt sie davon, hoch hinauf? Oder landet sie in der Hölle? All das ging  mehr …

Sensationelle Enthüllungen: Warum der Mensch nach dem Tod weiterlebt

Redaktion

Es klingt wie ein Wunder, und doch muss man es ernst nehmen: Ein Weiterleben nach dem Tod erscheint immer wahrscheinlicher. Drei ausgesuchte Experten, Nahtod- und Sterbeforscher, enthüllen in einem exklusiven Kopp-Interview mit Eva Herman, warum es keinen Zweifel an einem Weiterleben nach dem Tod geben kann. In einer spannenden Dokumentation, die  mehr …

Wer diesen Artikel gelesen hat, hat sich auch für diese Beiträge interessiert:

Gibt es ein Leben nach dem Tod? (Teil I)

Eva Herman

Ist die Diskussion über Nahtoderlebnisse eigentlich erlaubt? Oder sind Gedanken über das Jenseits generell verboten? Darf der Mensch sich fragen, ob es die Reinkarnation gibt und wie es wohl nach dem irdischen Sterben mit ihm weitergehen mag? Was geschieht mit seiner Seele? Fliegt sie davon, hoch hinauf? Oder landet sie in der Hölle? All das ging  mehr …

Sensationelle Enthüllungen: Warum der Mensch nach dem Tod weiterlebt

Redaktion

Es klingt wie ein Wunder, und doch muss man es ernst nehmen: Ein Weiterleben nach dem Tod erscheint immer wahrscheinlicher. Drei ausgesuchte Experten, Nahtod- und Sterbeforscher, enthüllen in einem exklusiven Kopp-Interview mit Eva Herman, warum es keinen Zweifel an einem Weiterleben nach dem Tod geben kann. In einer spannenden Dokumentation, die  mehr …

Kripobeamter sieht Mordverdacht im Fall Heisig

Gerhard Wisnewski

Das seltsame Schicksal der am 3. Juli 2010 tot aufgefundenen Jugendrichterin Kirsten Heisig lässt viele nicht ruhen. Über 200 E-Mails und Briefe gingen nach der Auskunft der Staatsanwaltschaft im Fall Heisig bei mir ein. Darunter waren deutlich erkennbar auch Stellungnahmen von Polizeibeamten. Die ausführlichste stammt von einem  mehr …

Fünf EU-Länder wollen private Altersersparnisse ihrer Bürger beschlagnahmen

Udo Ulfkotte

Wenn sich gleich mehrere EU-Staaten bei den privaten Ersparnissen ihrer Bürger bedienen, dann sollte man meinen, dass die Deutschen darüber von den Medien unterrichtet würden. Doch weit gefehlt – unsere »Qualitätsjournalisten« schweigen. Sie konzentrieren sich derzeit lieber auf die Regierungspropaganda zum angeblichen Jobwunder. Dabei übersehen  mehr …

WikiLeaks-Dokumente enthüllen: USA planen Vergeltungsmaßnahmen gegen europäische Nationen, die sich gegen gentechnisch veränderte Organismen wehren

Mike Adams

WikiLeaks lässt in seinen Bemühungen, Licht in das Dunkel von Verschwörungen, Korruption und Vertuschungen zu bringen, nicht nach und erschüttert damit weiterhin die politische Welt. Aus den jüngsten, von WikiLeaks veröffentlichten amerikanischen Botschaftsberichten geht hervor, dass die USA als treibende Kraft hinter den Kulissen daran beteiligt  mehr …
Newsletter-
anmeldung!
Hier erhalten Sie aktuelle Nachrichten und brisante Hintergrundanalysen
(Abmeldung jederzeit möglich)

Werbung

KOPP EXKLUSIV – Jetzt bestellen

Brisante Hintergrundanalysen wöchentlich exklusiv nur bei uns.

Katalog – Jetzt kostenlos bestellen

Bestellen Sie unseren Katalog kostenlos und unverbindlich.