Dienstag, 27. Juni 2017
02.03.2012
 
 

Warum Mediziner, Pfleger und Lehrer mehr vom Leben nach dem Tod wissen müssten

Jörgen Bruhn

Es ist schon eine geraume Zeit her, da schrieb Veronica Carstens, die Gattin des ehemaligen Bundespräsidenten, in der Mitgliederzeitschrift Natur und Medizin einen Beitrag über Erlebnisse von vielen Menschen, die nach einem »klinischen Tod« wiederbelebt worden waren. Etliche hatten eine – wie man es nennt – »Nahtod(es)erfahrung« gemacht und konnten über die Vorkommnisse im Bereich zwischen dem Hier und einem möglichen jenseitigen Dort viel Spannendes berichten. Die einzelnen »Mosaiksteine« solcher Episoden wurden als sehr wichtig empfunden, geben sie doch eine Antwortmöglichkeit auf die Frage, was denn der Mensch überhaupt ist, was er tun soll und hoffen darf.

Mich beschäftigen diese Phänomene seit mehreren Jahrzehnten, und ich möchte hier gerne einige zusätzliche Schwerpunkte setzen, die mir nach fast 40jähriger Unterrichtstätigkeit in den Fächern

Religion und Philosophie/Ethik bedeutsam geworden sind. Die einzelnen Erlebnismomente werden manchem bekannt sein. Es lohnt sich aber immer wieder, sich mit ihnen auseinanderzusetzen und sie gedanklich weiterzuführen.

Wenn Menschen dabei sind, diese Welt zu verlassen, vielleicht schon für tot erklärt worden sind, erleben sie meistens kaum in Worte zu fassende Glücksgefühle. Sie haben dann die Empfindung, ihr Ich verlasse den Körper und verfüge über außergewöhnliche Wahrnehmungsfähigkeiten. Der zunächst sehr skeptische amerikanische Herzchirurg M. Sabom hat die Aussagen der Betroffenen über ihre außerkörperlichen Wahrnehmungen inhaltlich auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie stimmten mit der Wirklichkeit überein.

Das außerkörperliche Ich, wir sind es gewohnt, hier von »Seele« zu sprechen, gleitet durch eine Art Tunnel, wird von bereits Verstorbenen begrüßt und erfährt schließlich als Höhepunkt die Begegnung mit einem überirdischen, Liebe verströmenden Licht, das nach der Wiederbelebung immer, auch von vormals atheistischen Menschen, als etwas Heiliges gedeutet wird. In einer Art Gespräch wird dem Erlebenden klar, worauf es im Leben ankommt. Immer geht es dabei um zwei Punkte: Man soll Liebe und einen Zuwachs an Wissen als Ziel anstreben. In einem Lebensfilm wird das bisherige Leben daraufhin betrachtet, wie weit man dem hat gerecht werden können. Der wieder in seinen Körper zurückgekehrte Mensch hat jegliche Angst vor dem Tod verloren, ändert seine bisherigen ethischen Normen und führt ein von Spiritualität und Nächstenliebe geprägtes Leben. Materielle Güter verlieren an Bedeutung.

Der Verlust von Todesangst und anderen Ängsten wirkt in vielen bedrohlichen Situationen als ein Heilmittel und kann manche Genesungsprozesse fördern. Mediziner und Pflegepersonal müssen unbedingt von Nahtoderfahrungen etwas wissen, um den Patienten im Falle, dass solche Erlebnisse berichtet werden, gerecht werden zu können. Nichts ist in solchen Situationen für die psychische Verfassung der Kranken und Pflegebedürftigen schlimmer, als aus Unkenntnis hier nicht ernst genommen zu werden.

Darüber hinaus sind vor allem auch Pädagogen in dem eingangs erwähnten Artikel aufgefordert worden, Nahtoderfahrungen im Unterricht weiterzugeben. Warum ist das so wichtig? Vor allem Jugendliche leben heute häufig ohne wertvolle ethische Richtlinien und führen ein oberflächliches Leben, das mit dem Wort »Spaßgesellschaft« zutreffend charakterisiert ist. Geistig ist ihr Leben fast leer. Der große Psychologe V. Frankl spricht von einem »existenziellen Vakuum«, dem Grund für viele seelische Erkrankungen und auch  Süchte aller Art.

Wird dieses Vakuum nun durch Berichte von Nahtoderfahrungen und ihre sich dadurch einstellenden gedanklichen und ethischen Neuorientierungen, über die man etwas im Unterricht hört, mit Sinn gefüllt, ist auch das ein nicht zu unterschätzendes psychisch wirksames Heilmittel, eine »kausale Therapie«. Vielleicht kann sogar ein Mitschüler über ein eigenes Erlebnis dieser Art etwas erzählen. Beides habe ich in meinem Berufsleben erfahren.

Im Lebensfilm erfährt man auch, dass alles, was an Freudvollem oder Leidvollem aus freien Stücken im Leben anderen gegenüber getan wurde, einem als Freude oder Leid »zurückgegeben« wird. Man trägt für sein Leben und den daraus resultierenden Lebensfilm selbst die Verantwortung, wenn man eigenverantwortlich zu handeln in der Lage ist. Diese Erkenntnis führt zu einem heilsamen, pädagogisch außerordentlich wertvollen  Prozess, den auch Eltern kennen sollten.

Von ganz besonderer Bedeutung war es für mich, als mir von mehreren Mädchen der Oberstufe mitgeteilt wurde, durch die Gedanken der Nahtoderfahrungen seien sie vor dem Suizid bewahrt worden; denn von solchen Erfahrungen her ergibt sich eine Ablehnung des Suizids. Mir kamen da Forschungsergebnisse aus Amerika in den Sinn, die Dr. M. Schröter-Kunhardt, ein Psychiater aus Heidelberg, veröffentlicht hat. Er schrieb in einem Text der Zeitschrift PSYCHOLOGIE HEUTE:

»Auch haben sich Nah-Todeserfahrungen als das beste Vorbeugemittel gegen Suizid erwiesen. Sogar die bloße gedankliche Beschäftigung mit solchen Erfahrungen scheint eine taugliche Medizin gegen Selbstmordgedanken zu sein.« (6/93)

Sich über solche Erlebnisformen, die unnötigerweise bei einigen Menschen zu unbegründeter Ängstlichkeit führen, zu informieren oder sie als Nahtoderfahrener weiterzugeben, ist eigentlich für jeden Menschen heilsam und deswegen in seiner Wichtigkeit kaum zu überschätzen. Man sollte auf dieses geistige Heilmittel der Natur nicht deswegen verzichten, weil mancher solche Thematik noch für ein Tabu hält.

 

 


 

 

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