Sunday, 20. April 2014
28.02.2009
 

Antike Statue nahe den Gizeh-Pyramiden gefunden

Andreas von Rétyi

Kürzlich berichtete das ägyptische Kulturministerium über eine neue Entdeckung auf dem Gizeh-Plateau, eine lebensgroße Quarzitstatue, die nördlich der Mykerinos-Pyramide unter dem Sand gefunden wurde. Aus welcher Zeit aber stammt sie – und könnte sie das Geheimnis lüften, wer die Pyramiden wirklich erbaut hat?

Das Gizeh-Plateau westlich von Kairo steckt bekanntlich voller Rätsel, und die meisten davon befinden sich noch irgendwo unter dem Sand verborgen. Vor einigen Jahren sagte mir Dr. Zahi Hawass, seiner Einschätzung nach dürften bisher nur etwa 30 Prozent der antiken Schätze gefunden sein. Also liegen demnach noch volle 70 Prozent bis heute unter der Oberfläche, Altertümer, die seit Unzeiten darauf warten, ans Licht gebracht zu werden.

Neben der systematischen Suche spielt immer wieder auch blanker Zufall den Archäologen interessante Objekte in die Hände. Es ist eben ein »fruchtbarer« Boden dort auf dem Gizeh-Plateau! Über die Jahrtausende hinweg haben sich unvorstellbare Mengen an antiken Gegenständen angesammelt, und niemand kann mit Sicherheit sagen, aus welcher Zeit die allerersten Relikte wirklich stammen.

Kürzlich stolperten Wartungsarbeiter nördlich der kleinsten jener drei großen Pyramiden über ein solches Relikt. Hier, nahe der Mykerinos- oder Menkaure-Pyramide, fanden sie eine uralte Statue aus rötlichem Quarzit, die eine sitzende Gestalt in Lebensgröße zeigt. Die Gesichtszüge des Mannes sind verwittert und daher nicht mehr klar zu erkennen, das Haupt wird von einer schulterlangen Perücke bedeckt. Die Linke ruht auf dem Schenkel, in der Rechten hält der Sitzende einen nicht identifizierten Gegenstand. Um wen es sich bei dieser Person handelt, geht durch nichts hervor. Es gibt keinerlei Inschriften, die ihn kennzeichnen würden. Ägyptologen ordnen den Stil des Kunstwerks in die frühe Zeit des Alten Reichs ein, jene Epoche, in der auch der Herrscher Mykerinos lebte, Sohn des Chephren und Enkel des großen Cheops, der die mächtigste Pyramide errichten ließ.

Doch wie genau lassen sich die alten Epochen festlegen und welche Indizien deuten wirklich darauf hin, dass die drei großen Pyramiden auch tatsächlich von jenen drei altägyptischen Königen errichtet worden sind? Die Verbindungen sind spärlich. Nichts, was auf einen direkten Zusammenhang hindeutet. So unglaublich es auch klingt, aber das einzig bis heute bekannte Abbild des Cheops oder auch Khufu wurde 1903 von dem berühmten Ägyptologen Sir William M. Flinders Petrie ausgegraben: ein nur 7,5 Zentimeter hohes Elfenbeinfigürchen. Allerdings fand Petrie dieses Objekt nicht etwas auf dem Gizeh-Plateau selbst, sondern vielmehr im Tempelbezirk des uralten Abdydos – und damit Hunderte von Kilometern südlich des Pyramidenplateaus. Zwar tauchten auch in Gizeh etliche Statuen auf, die Cheops zugeschrieben wurden. Doch keine ist vollständig erhalten und keine beweist, dass Cheops der Erbauer der ihm zugeschriebenen Pyramide war. Diverse Datierungen sowie geologische, astronomische sowie auch archäologische Funde deuten auf ein weit höheres Alter des Komplexes hin. Es scheint diesen Informationen zufolge bei mindestens 10.000 Jahren zu liegen. Allerdings wird die kontroverse Diskussion des Themas sich aufgrund der insgesamt unklaren Faktenlage und auch aufgrund einer Reihe etablierter Dogmen noch sehr lange fortsetzen. Daran vermag sicherlich auch der neue Statuenfund nichts zu ändern.

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