Monday, 27. June 2016
01.06.2010
 
 

Wirbel um angeblichen Arche-Noah-Fund

Armin Risi

Ende April 2010 verkündeten die Sprecher einer chinesich-türkischen Expedition, sie hätten am Berg Ararat in rund 4000 m Höhe die Überreste der Arche Noah entdeckt. Diese Meldung erlangte einige Medienaufmerksamkeit, sogar National Geographic veröffentlichte einen Bericht auf seiner Website. Unter den kritischen Stimmen finden sich sogar solche, die von einem groß angelegten Betrug sprechen.

Mit dieser Überschrift veröffentlichte National Geographic am 28. April 2010 einen Bericht mit dem ironischen Untertitel-Kommentar: »Expeditionsteam ist ›99,9%‹ sicher. Andere, na ja, sind’s weniger.«

 

Die Verkünder der angeblichen Entdeckung sind Mitglieder der evangelikalen Organisation »Noah’s Ark Ministries International« mit Sitz in Hong Kong, deren explizites Ziel darin besteht, die Arche Noah zu finden. Diese Organisation gründete 1991 auch The Media Evangelism (TME) mit dem Ziel, alle moderen Kommuniktionsmittel auszuschöpfen, um »das Königreich unseres Herrn Jesus Christus zu fördern«.

 

Webseiten von »Noah’s Ark Ministries International« mit Berichten über den angeblichen Fund:

noahsarksearch.net

media.org

 

Chinesische Evangelisten behaupten, die Arche Noah gefunden zu haben.

 

In einer groß angelegten Pressekonferenz verkündet diese Organisation nun, sie hätten die Arche Noah am Berg Ararat unter Schnee, Eis und Vulkanschichten in rund 4000 Metern Höhe gefunden: »Es ist nicht 100% sicher, dass es sich hier um die Arche Noah handelt, aber wir glauben, dass sie es mit 99,9%iger Sicherheit ist«, wird ein Sprecher dieser Expedition in den Medien zitiert. Ihre Expeditionen hätten bereits 2007 und 2008 verschüttete und von Schnee und Eis zugedecke Holzstrukturen gefunden, die einen siebenfach unterteilten Hohlraum darstellen, ähnlich wie ein Schiffsrumpf. Nun seien sie im Oktober 2009 erneut an die Fundstelle zurückgekehrt, diesmal auch mit einem Filmteam. (Die veröffentlichte kurze Filmsequenz hat jedoch keine Beweiskraft.) Die Organisation nennt die genaue Fundstelle nicht, sagt aber, sie habe Holzproben mit der C14-Methode datieren lassen, was ein Alter von rund 4800 Jahren ergeben habe – genau das Alter, das den Angaben der Bibel entspreche, denn die Sintflut habe rund 2800 v.Chr. stattgefunden.

 

 

Wurde das chinesische Team betrogen?

 

Kurz nach der Pressekonferenz erschien im Internet eine Stellungnahme von Dr. Randall Price, einem evangelikalen Bibelarchäologen. Diese Stellungnahme hatte er als internen Rundbrief an die Mitglieder seiner Kongregation gesandt, aber sein Text wurde schon bald (ohne seine Erlaubnis) im Internet verbreitet. Was Dr. Price berichtet, ist bemerkenswert und instruktiv.

 

Randall Price nahm als Archäologe an der chinesischen Expedition im Sommer 2008 teil und bekam bereits damals die Fotos zu Gesicht, die jetzt, 2010, als »Innenansicht der Arche« veröffentlicht wurden. Auf einem der Fotos sind Spinnennetze zu sehen, was zeigt, dass diese Fotos nicht aus einer eiskalten Höhe stammen können. Price sagt, diese Fotos kämen aus einer alten Holzkonstruktion in der Nähe des Schwarzen Meers. Der kurdische Bergführer, mit dem die chinesisch-christliche Expedition zusammenarbeitet, habe Arbeiter angestellt, die diese alte Holzkonstruktion abbrachen und auf dem Ararat in eine Eishöhle einbauten. Price sagt, er habe Verbindungsleute vor Ort, die genau wüssten, wo und von wem diese falsche Arche aufgebaut worden sei. Die Leute vor Ort hätten sogar die Lastwagen gesehen, die in Richtung dieses Ortes gefahren seien. Die Arche-Noah-Organisation sei also von ihrem kurdischen Bergführer getäuscht worden. Die Summe, um die es hier geht, bewegt sich laut Randall Price in der Höhe von rund 100.000 US-Dollar, für die Bergführer-Clans in der Türkei ein Heidengeld!

 

Seit Generationen hoffen Forscher, das biblische Schiff zu finden. Gesucht wird dabei meist in der Region um den Berg Ararat.

 

Randall Price glaubt selbst ebenfalls, dass die Arche Noah noch auf dem Berg Ararat zu finden sei, und will demnächst mit einer eigenen Expedition losgehen, um eine durch Satellitenaufnahmen gesichtete Stelle hoch oben auf dem Ararat begutachen oder gar ausgraben zu gehen.

 

 

Vorbehalte von christlicher Seite

 

Ken Ham, Leiter von Answers in Genesis, weist in seiner skeptischen Stellungnahme darauf hin, dass es in Genesis 6:14 heiße, das Holz der Arche sei außen und innen mit Pech eingestrichen worden. Die Fotos der angeblichen Arche zeigen jedoch, dass das Holz dieser Konstruktion nicht mit Pech eingestrichen ist. Er argumentiert auch, dass das Gletschereis sich in dieser Höhe vielfach verschoben habe und durch diese Bewegung ein Holzboot unter sich zermalmt hätte. Ebenso müsse man davon ausgehen, dass das Holz der Arche nach der Sintflut von den Überlebenden verwendet worden sei, um Feuer zu machen und Hütten zu bauen. Sogar unter den Christen, die alle Bibelberichte wörtlich nehmen, glauben viele also nicht, dass die Arche heute noch gefunden werden kann.

 

Wo landete die Arche laut der Bibel?

 

Ein weiteres wichtiges Argument enthält der Bericht von National Geographic: Die Bibel sage nicht, auf welchem Gipfel die Arche gestrandet sei. »Die ganze Vorstellung ist etwas seltsam, denn die Bibel sagt, dass die Arche irgendwo in Urartu [Osttürkei] gestrandet sei. Erst viel später wurde Urartu mit dem Berg Ararat gleichgesetzt«, sagt Prof. Jack Sasson von der Universität Vanderbilt (Tennessee).

 

Es entsteht also der Eindruck, dass die türkischen Kulissenbauer die Arche-Attrappe einfach dort hinstellten, wo die christliche Arche-Noah-Organisation hoffte, die Arche zu finden.

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