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Bedrohliche Entwicklung: »Monsanto« und ähnliche Konzerne entwickeln neue GV-Weizensorten

F. William Engdahl

»Monsanto« und die anderen Hersteller von GV-Saatgut liefern sich derzeit ein Wettrennen zur Patentierung und anschließenden Verbreitung von gentechnisch verändertem Weizen. Noch vor fünf Jahren hatten dieselben Unternehmen heuchlerisch angekündigt, die Pläne für GV-Weizen zu begraben, nachdem nordamerikanische Farmer vehement protestiert hatten, weil sie berechtigterweise den Verlust wichtiger Exportmärkte für ihr wichtigstes Produkt fürchteten. Wie schon zuvor bei der Saatguttechnologie »Terminator«, so betreibt »Monsanto« jetzt die Kommerzialisierung von GV-Weizen. Schauen Sie also besser genau hin, bevor Sie das nächste Mal in Ihr Butterbrot beißen!

Im Mai dieses Jahres, also fünf Jahre nachdem Monsanto ein Moratorium für die Kommerzialisierung seines GV-Weizens verhängte, haben einige Landwirtschaftsverbände in Kanada, Australien und den USA angekündigt, eine Kooperation einzugehen, um in ihren jeweiligen Ländern die Akzeptanz für Monsantos gentechnisch verändertem (GV) »Roundup Ready«-Weizen zu erwirken. Keine Frage: Der lange Arm Monsantos und des GVO-Agrobusiness reicht bis in diese Verbände hinein. Öffentlich behauptet Monsanto, man arbeite derzeit nicht an der Entwicklung von GV-Weizensorten; doch gleichzeitig stellt diese Firma angeblich eine »veränderte Haltung der Landwirte« fest. Trish Jordan, Sprecherin für Monsanto, erklärte vor Kurzem: »Wir fühlen uns durch den Zuspruch, den die Anbau-Branche mit dieser Erklärung zugunsten von Biotech-Investitionen bei der Entwicklung von Weizen gezeigt haben, ermutigt. Wenn die Marktvoraussetzungen stimmen, dann eröffnet sich für uns vielleicht die Chance, wieder in die Weizen-Sparte einzusteigen.«

Bei einer Pressekonferenz am 14. Mai in der US-Hauptstadt Washington gaben Organisationen der Weizenbauern aus den Vereinigten Staaten, Kanada und Australien Pläne bekannt, gleichzeitig die Kommerzialisierung von GV-Weizen zu erleichtern.

Mit der Bemerkung »keiner von uns wird ein Veto gegen das Vorgehen von anderer Seite einlegen« einigten sie sich darauf, es liege im Interesse der Hersteller in allen drei Ländern, auf koordinierte Weise die Biotechnologie einzuführen, weil dadurch Marktturbulenzen verhindert werden könnten. Vielleicht stand dabei die theoretische Annahme Pate: Wenn wir alle gleichzeitig dasselbe Gift einnehmen, dann können wir niemanden dafür beschuldigen.

Die oben erwähnte Ankündigung erfolgte im Rahmen der Erklärung gemeinsamer Prinzipien in der Frage der Biotechnologie beim Weizenanbau.

Dabei wurde die Bedeutung von Weizen in der Nahrungskette genauso unterstrichen wie die Tatsache, dass die Anbauflächen in allen drei Ländern schrumpfen, zum Teil deswegen, weil auf ihnen Getreidesorten stehen, die durch ihre genveränderten Eigenschaften im Vorteil sind. In der Erklärung wurde aber auch davon gesprochen, dass bei der Ernte von Weizen langsamere Zuwachsraten auftreten als bei der von anderen Getreidesorten. Schließlich wurden auch die weltweit zu geringen Investitionen in die Weizenforschung von privater und öffentlicher Seite thematisiert.

 

Man vermutet, dass Monsanto insgeheim die Entwicklung von GV-Weizen vorantreibt.

 

Die drei Verbände betonten, GVOs könnten ein »wichtiger Baustein« sein, mit den großen Problemen fertig zu werden, vor der weltweit der Weizenanbau stehe.

Zu den amerikanischen Organisationen, die diese Erklärung unterzeichnet haben, zählen die National Association of Wheat Growers, die US Wheat Associates und die North American Millers’ Association. Aus Kanada zählen die Grain Growers of Canada, die Western Canadian Wheat Growers Association und die Alberta Winter Wheat Producers Commission zu den Unterzeichnern. Aus Australien kommt die Unterschrift des Grains Council of Australia, der Grain Growers Association and Pastoralists, und der Graziers Association of Western Australia (Inc.). Einerseits unterhalten alle diese Verbände enge Verbindungen zum Agrobusiness, und andererseits haben sich diese drei Länder im Jahre 2003 an dem juristischen Verfahren beteiligt, das die Welthandelsorganisation (WTO) gegen das Verbot für GVOs in der EU angestrengt hatte.

Man sollte aber beachten, dass der kanadische Weizendachverband (Canadian Wheat Board) kürzlich erklärt hat, er werde gentechnisch veränderten Weizen erst dann unterstützen, wenn die wichtigsten Bedingungen erfüllt seien, darunter die Zusicherung, dass auf den ausländischen Märkten eine Akzeptanz für das Produkt herrsche. Viele Berichte deuten jedoch darauf hin, dass derzeit in der EU der Widerstand gegen die GVOs wächst.

 

Dienstag, 16.06.2009

Kategorie: Geostrategie, Wirtschaft & Finanzen

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