Informationen, die Ihnen die Augen öffnen!

Bücher, die Ihnen die Augen öffnen!

 

Berlusconi will Internetnutzer weltweit staatlich kontrollieren

Michael Grandt

Italiens Ministerpräsident, dem es seit Jahrzehnten nicht gelingt, die Mafia in seinem eigenen Land wirksam zu bekämpfen, will jetzt ausgerechnet die Bürger weltweit in einer nie dagewesenen Weise kontrollieren und überwachen lassen.

Im Januar 2009 übernimmt Italiens clownistischer Präsident Silvio Berlusconi zum dritten Mal den Vorsitz des G8-Gipfels, der sich dann im Juli auf der Insel Magdalena bei Sardinien treffen wird.

 

Eliminierung fundamentaler Bürgerrechte rund um den Globus

Schon im Vorfeld überrascht er die Welt wieder einmal mit einer seiner unsäglichen Vorstellungen, die er im Frühjahr auch seinen  G8-Partnern unterbreiten will: Berlusconi will nämlich auf dem kommenden Gipfel eine internationale Regelung für die Regulierung des Internet durchsetzen. Gerüchten zufolge begründet er das mit einer besseren Bekämpfung von Pornographie und Pädophilie, aber in Wahrheit geht es um die Eliminierung fundamentaler Bürgerrechte – und zwar nicht nur in Italien, sondern rund um den Globus. Freilich sieht das Berlusconi anders: »Wir brauchen klare Regeln für alle, da das Internet ein offenes Forum der ganzen Welt ist.«  

Seiner Meinung nach ist die G8 ein besseres Podium für diese Frage, weil es bei der UN eine Vielzahl von Staaten gebe, die sich nicht einigen könnten. Zudem repräsentierten alleine diese Staaten rund 80 Prozent der Wirtschaftsmacht und 72 Prozent der Bevölkerung der Welt.

Wer den »Pseudo-Demokraten« Berlusconi kennt, für den kommt diese recht bedenkliche Einstellung, mit der er gleichzeitig die Bedeutung der Vereinten Nationen diskreditiert, nicht überraschend.

 

Erkennungsnummer für Internetsurfer

Einzelheiten, wie sich Berlusconi die Regulierung des Internets vorstellt, sind noch nicht bekannt. Nur so viel: Italien soll dabei als »Avantgarde« dienen.

Roberto Maroni, der italienische Innenminister, war schon etwas gesprächiger. Vorab gab er an, was uns zukünftig drohen kann: Es könnte beispielsweise jeder Internetsurfer »gezwungen« werden, durch eine Erkennungsnummer identifizierbar zu werden. Somit kann jeder User beliebig überprüft und kontrolliert werden.

 

Unterdrückung der Internetfreiheit gibt es bisher nur in totalitären Staaten

Widerstand gegen die Kontrollwut von Berlusconi und seiner Administration könnte unter anderem auch aus Brüssel kommen. EU-Kommissarin Viviane Reding hatte sich bereits im Oktober gegen Beschneidungen der »Freiheit des Internets« ausgesprochen, die nicht immer weitergehenden Regelungen zur Sicherheit geopfert werden dürfe.

Die Freiheit des Internets zu unterdrücken, das ist man bisher nur in totalitären Staaten gewohnt. Berlusconis Vorstellung einer Zwangsregulierung und Identifikation der Internetnutzer stellt einen der heftigsten Anschläge auf die Bürgerrechte in den letzten Jahrzehnten dar.

Solch eine Kontrolle wäre das Ende jeden Individualismus, das Ende einer freien Recherche und das Ende einer freien Presse. Aber auch das kann Berlusconi egal sein, ist der doch jetzt schon der mächtigste Mann der italienischen Medienwelt, kontrolliert und besitzt weite Teile von Fernseh- und Radiosender.

In Italien beherrscht er zwar die Medien, aber nicht die öffentliche Meinung – noch nicht.  

 

__________

Quellen:

New York Times

Republicca

Corriere

Heise.de

Der Standard

Sonntag, 07.12.2008

Kategorie: Gastbeiträge, Geostrategie, Politik, Terrorismus

© Das Copyright dieser Seite liegt, wenn nicht anders vermerkt, beim Kopp Verlag, Rottenburg


Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muß nicht zwangsläufig die Meinung des Verlags oder die Meinung anderer Autoren dieser Seiten wiedergeben.


Wer diesen Artikel gelesen hat, hat sich auch für diese Beiträge interessiert:

Die nächste Krise entsteht wahrscheinlich durch Zahlungsrückstände bei Unternehmensschulden

F. William Engdahl

Einer der wichtigsten Indizes, der die zukünftigen Schwierigkeiten auf den globalen Finanzmärkten anzeigt, ist der ITRAXX, mit dem man versucht, die Wahrscheinlichkeit von Zahlungsschwierigkeiten bei Unternehmensanleihen abzuschätzen bzw. zu messen. In letzter Zeit zeigte der Verlauf der ...
weiterlesen »

Samstag, 06. Dezember 2008


NATO-Beitritt Georgiens und der Ukraine auf unbestimmte Zeit vom Tisch

F. William Engdahl

Die NATO-Minister in Brüssel haben beschlossen, sich über die Wünsche der USA hinwegzusetzen und die Aufnahme Georgiens und der Ukraine auf unbestimmte Zeit zu verschieben. Jetzt versucht die Regierung in Washington kleinlaut, diese Entscheidung als »Kompromiss« dazustellen. Der Entscheidung ist ...
weiterlesen »

Freitag, 05. Dezember 2008


Knallharte Weicheier – Wie deutsche Politiker derzeit die Bürger für dumm verkaufen

Udo Ulfkotte

Trotz weltweiter Proteste hat die Islamische Republik Iran ihre Uran-Anreicherungskapazitäten mit der Inbetriebnahme weiterer 1.000 Zentrifugen ausgeweitet. Und überall in der Welt machen sich Regierungen Gedanken darüber, wie sie in Anbetracht des iranischen Atomprogramms mithilfe von ...
weiterlesen »

Donnerstag, 27. November 2008


Peinliche UN-Schlappe: Indien zieht sich aus dem in eine Kette von Lügen verstrickten UN-Weltklimarat zurück

Udo Ulfkotte

Es soll schlichte Gemüter geben, die trotz der ständigen Enthüllungen über die Lügen des UN-Weltklimarates diesem Gremium und seinen Prognosen von der »Erderwärmung« noch immer Glauben schenken. Die indische Regierung zieht nun allerdings einen Schlussstrich, zieht sich aus dem Weltklimarat zurück ...
weiterlesen »

Freitag, 05. Februar 2010