Broccoli gegen Krebs
Dass Obst und Gemüse gesund sind, hat sich schon länger herumgesprochen. Ebenso, dass einige Sorten sogar eine vorbeugende Wirkung gegen Krebserkrankungen besitzen. Jetzt aber haben britische Wissenschaftler erstmals eine Studie an menschlichen Probanden durchgeführt, deren Ergebnisse eine eindeutige Sprache sprechen.
Broccoli dient vorbeugend gegen Krebserkrankungen, vor allem gegen den sehr verbreiteten Prostatakrebs. Diesen Zusammenhang haben etliche Mediziner immer wieder schon vor Jahren beschrieben, doch nun liegen erstmals Resultate einer exakteren Studie vor, bei der Krebsgene über einen längeren Zeitraum beobachtet wurden, während die betreffenden Probanden eine broccolireiche Diät zu sich nahmen. Bisherige Arbeiten beriefen sich auf Zellmodelle oder Tierversuche, wobei schon lange bekannt ist, dass die Ergebnisse von Tierversuchen sich nicht auf den Menschen übertragen lassen. Genau in dieser Tatsache liegt ganz nebenbei bemerkt auch die Verwerflichkeit vieler Tierversuche begründet, denn trotz expliziten tiefen Bedauerns der Experimentatoren seien diese oft grausamen Tests ihrer Argumentation zufolge schlichtweg nötig, um letztlich dann vielen Menschen helfen zu können. Nach Aussagen von Experten jedoch reine Heuchelei, denn die verschiedensten Stoffe, darunter pure Zellgifte, werden von einigen Tieren gut vertragen, während Menschen an ihnen zugrunde gehen. Wer also seine moralische Rechtfertigung hier in der Flucht zu vermeintlich wissenschaftlichen Notwendigkeiten sucht, wählt diesen Weg ganz sicher nicht aus Unwissenheit, sondern aus Gleichgültigkeit und Profitgier. Doch dies ist nicht das augenblickliche Thema. Allerdings steht fest, dass Aussagen, die rein auf der Grundlage von Tierversuchen getroffen werden, dem Menschen laut Aussagen einiger Experten im Grunde keineswegs immer dienlich sind und sogar Schaden anrichten können.
Die neue britische Studie zu Einflüssen einer spezifischen Gemüsediät auf krebsrelevante Gene jedenfalls lässt ihrerseits nun klarere Schlussfolgerungen zu. Die Forscher des Institute of Food Research haben Männer mit erhöhtem Risiko zur Entwicklung eines Prostata-Krebses über einen Zeitraum von zwölf Monaten genau beobachtet und ihnen dabei zur üblichen Diät zusätzlich 400 Gramm Erbsen oder 400 Gramm Broccoli täglich »verordnet«. Zu Beginn der Studie sowie nach sechs und zwölf Monaten entnahmen die Mediziner den Teilnehmern der Studie jeweils kleine Gewebeproben aus der Umgebung der Prostata, um etwaige Veränderungen des genetischen Materials zu ermitteln. In einer öffentlichen Stellungnahme der Public Library of Science heißt es zu den Ergebnissen: »In der Genexpression derjenigen Männer, die eine broccolireiche Diät zu sich nahmen, fanden sich mehr Veränderungen als bei jenen, welche die Erbsendiät durchführten, und diese Veränderungen dürften mit einer Reduktion des Krebsrisikos einhergehen … Die Ergebnisse der Studie legen nahe, dass bereits relativ geringe Mengen an Kreuzblütler-Gemüsesorten innerhalb einer Diät – nur wenige Portionen pro Woche – merkliche Auswirkungen auf die Genexpression haben, indem sie die Wege des Informationstransportes in der Zelle verändern.«
Allgemein erweisen sich Obst und Gemüse als wesentliche Faktoren beim Vorbeugen gegen Krebs. In westlichen Ländern gilt hierbei Prostatakrebs nach dem Hautkrebs als die am weitesten verbreitete Form maligner Tumoren bei Männern. Die britischen Experten empfehlen, pro Woche zwei bis drei Portionen Gemüse zu sich zu nehmen, darunter Broccoli, verschiedene Kohlsorten wie Rosenkohl, Blumenkohl, Pok Choi (Senfkohl), Grünkohl und andere.
Montag, 07.07.2008
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