Das brutale Leid der Kettenkinder
Kinder sind Zukunft. Kinder sind Reichtum. Eine Investition in Kinder ist eine Investition in die Zukunft. Manche Kinder werden allerdings wie der letzte Dreck behandelt. Und es gibt Länder, die wir als »vorbildlich« bei der Wirtschaftsleistung betrachten, in denen Kinder aber während der Arbeitszeit der Eltern einfach angekettet werden. Sehen Sie die unglaublichen Beweisfotos selbst …
Chen Chuanliu arbeitet als Rikschafahrer in der chinesischen Hauptstadt Peking. Seinen zwei Jahre alten Sohn Lao Lu kettet er stets an einen Baum am Straßenrand, wenn er einen Auftrag hat. Das ist für ihn angeblich die »sicherste« Art, für sein Kind zu sorgen. Denn unlängst wurde die vier Jahre alte Schwester von Lao Lu einfach so auf der Straße »gestohlen«, während der Vater Rikscha fuhr und die Mutter auf den Müllkippen der Stadt nach Resten der Konsumgesellschaft suchte. Kinderraub ist in China ein verbreitetes Übel, weil die Regierung die Zahl der Geburten kontrolliert. Wer mehr Kinder haben will als vom Staat vorgegeben, der lässt sie heimlich von Banden auf den Straßen entführen. Ihre Eltern sehen die Kinder dann nie wieder.
Und Chen Chuanliu ist einer von immer mehr Chinesen, die ihre Kinder deshalb einfach an einem öffentlich einschaubaren Ort anketten. Chen Chuanliu darf den kleinen Lao Lu nicht in einen Pekinger Kindergarten bringen, wo er tagsüber betreut würde. Denn Chen Chuanliu kommt aus einer anderen chinesischen Provinz (aus Sechuan) und hat in Peking keinerlei Rechte auf soziale Betreuung. Chen Chuanliu ist so arm, dass er nie ein Foto von seiner vermissten vier Jahre alten Tochter machen lassen konnte. Also kann er der Polizei auch kein Foto vorlegen, mit dem diese nach dem Kind fahnden könnte. Das freut die Entführer, von denen es immer mehr gibt. Und deshalb werden immer mehr Kinder in China angekettet. Niemand fragt nach dem Leid der Kinder. Keine Menschenrechtsorganisation und kein Kinderschutzbund hilft ihnen. China ist ein Wirtschaftsriese. Allein das zählt für viele. Wen interessieren da schon chinesische Kettenkinder?
Donnerstag, 04.02.2010
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