Der chinesische Golddrache kommt aus der Höhle: Goldreserven Chinas sollen massiv ausgebaut werden
Die Dinge scheinen sich immer mehr zu beschleunigen: China, bekanntermaßen der größte Gläubiger der USA, sieht seine Dollarbestände weiter im Wert sinken und den Goldpreis ansteigen. Während das riesige Land eine Einkaufstour um die Welt macht, um möglichst viele Sachwerte und Rohstoffe für seine Dollars zu bekommen, hielt es sich mit Aussagen über Goldkaufabsichten bisher eher zurück. Nun kündigt das Riesenland sogar offiziell an, seine Goldreserven auf bis zu 10.000 Tonnen aufstocken zu wollen.
Schon öfter machten die sonst so vorsichtigen und zurückhaltenden Chinesen in letzter Zeit ihrem Ärger über die amerikanische Dollar-Politik Luft. Seit mehr als einem halben Jahr »begrüßen« sie nicht mehr, sondern fordern einen stärkeren Dollar, »ermuntern« die USA nicht mehr nur, sondern fordern ein Ende der Gelddruckerei. Kein Wunder, der Sinkflug des Dollars und sein offenkundiger Verfall als Weltleitwährung entwerten die hart erarbeiteten Dollardevisen Pekings. Noch kaufen die Chinesen US-Staatsanleihen, um ihren immer noch wichtigen Kunden zahlungsfähig zu halten. Aber seit China neue Abnahmemärkte für seine Billigwaren in Afrika findet und die Kaufkraft der Dollarreserven schwindet, schwindet direkt proportional auch die Bereitschaft der Chinesen, noch Rücksicht auf die Interessen der USA zu nehmen.
Wir berichteten ausführlich über diese Zwickmühle, in der China sich befindet, und auch darüber, daß die gemeinsamen Anstrengungen mit den Russen, Indien, den Arabern und Japan zusammen eine Ablösung des Dollar als Weltwährung zugunsten eines Währungskorbes zu betreiben. In einer solchen künftigen Welt, in der mehrere Machtpole die Geschicke der Weltfinanzen und der Weltwirtschaft lenken werden, ist eine große, mit ausreichend Gold hinterlegte Währung ganz vorne im Spiel dabei. China hat offensichtlich die Absicht, auf den vordersten Plätzen mitzuspielen, wenn nicht gar das Siegertreppchen im Auge.
Der Chef der chinesischen Finanzmarktaufsicht, Ji Xiaonan, gab der Zeitung China Youth Daily ein Interview, in dem er ausführte, dass China seine Goldreserven massiv aufstocken müsse, um sich gegen Verluste wegen des sinkenden Dollars zu wappnen. Er kündigte an, China wolle seine Goldbestände verzehnfachen. Innerhalb von drei bis fünf Jahren sollten Bestandshöhen von 6.000 Tonnen, innerhalb von zehn Jahren bis 10.000 Tonnen erreicht werden.
Wie wir im April berichteten, wurden von verschiedenen chinesischen Medien, unter anderem der China Post, ein Goldbestand von 1.054 Tonnen gemeldet.
Die ständigen, massiven Goldkäufe der Chinesen werden an der Börse als »Beijing-Put« bezeichnet. Das bedeutet nichts anderes, als dass der Goldpreis gar nicht mehr bedeutend sinken kann, weil bei »Preisnachlässen« sofort große chinesische Käufe den Preis wieder nach oben treiben. Zusätzlich – wir berichteten – ermuntert die Regierung auch die Bürger Chinas, sich privat Gold zur Vermögenssicherung zuzulegen.
Zhang Yongtao, der stellvertretende Chef der China Gold Association, verkündete stolz, China habe in diesem Jahr alle Rekorde gebrochen, sowohl was den Schmuckkauf, die private Anlage in Gold, die Förderung von Gold aus neu erschlossenen Minen und den staatlichen Kauf von Goldreserven betreffe. Nach 282 Tonnen geförderten Goldes aus chinesischen Minen im Vorjahr sollen in diesem Jahr 310 Tonnen erzeugt worden sein. Damit hat China den bisher größten Goldproduzenten, Südafrika, bereits überholt.
Nach den verschiedenen Berichten in China selbst lag die Inlandsnachfrage sogar bei über 450 Tonnen. Damit wurde auch der bisher weltweit größte Goldkonsument Indien auf Platz zwei verwiesen.
Die Auswirkungen der Kaufankündigung Chinas sind in den letzten Tagen jedem in den Titelzeilen der Finanzblätter in die Augen gesprungen: »Gold auf Allzeit-Rekordhöhe!«
Und noch eine kleine Nachricht erklärt eine weitere Treibstoffrakete beim Goldpreis in der letzten Zeit: Barrick Gold, der größte Goldproduzent der Welt, habe seine 9,5 Millionen Unzen umfassende Hedge-Position am Goldmarkt vollständig aufgelöst.
Das bedeutet einerseits, dass Barrick Gold nicht mehr mitbieten muss am Goldmarkt, die zur Glattstellung erforderlichen Goldmengen sind jetzt gekauft und an die Kunden ausgeliefert. Manche sehen infolgedessen ein Nachlassen des Preisdruckes am Markt.
Andererseits stellt sich die Frage, warum Barrick seine Positionen so eilig und gründlich aufgelöst hat. Eine nahe liegende Erklärung wäre – hängen wir uns mal ganz weit aus dem Fenster –, dass man einen schnellen weiteren und deutlichen Anstieg des Goldpreises kommen sieht und fürchtete, dann beim Einkaufen der auszuliefernden Goldbarren um so größere Verluste zu erleiden, je länger man wartet. Es gibt darüber hinaus auch Informationen, dass die Käufer ihr Gold physisch haben wollen und bei finanziellem Ausgleich statt Goldlieferungen auf happigen Zuschlägen bestehen.
Allzu sehr hat das Verschwinden von Barrick Gold als Käufer auf dem Goldmarkt den Preis aber nicht beeindruckt. Seit einigen Tagen scheint er sich auf das Niveau um die 1.100 Dollar einzuschießen.
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Quellen:
http://www.goldseiten.de/content/diverses/artikel.php?storyid=12258
http://goldnews.bullionvault.com/gold_investing_120120095
Mittwoch, 16.12.2009
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