Der »Money Trust« von der Wall Street macht mithilfe der Steuerzahler Milliardengewinne
»Goldman Sachs« und andere Banken des »Money Trust« an der Wall Street melden boomende Profite. Glaubt man der Finanzpresse, so ist dies ein Zeichen dafür, dass »das Schlimmste vorüber« ist. Doch weit gefehlt! Tatsächlich stehen wir erst am Anfang der schlimmsten Wirtschaftsdepression der amerikanischen Geschichte.
Die drei größten US-Banken Bank of America, JP Morgan Chase und Citigroup haben für das zweite Quartal Gewinne in Höhe von insgesamt 10,2 Milliarden Dollar gemeldet, und das trotz wachsender Verluste bei Konsumentenkrediten. Auch Goldman Sachs meldet einen Quartalsgewinn in Rekordhöhe. Die Wall-Street-Banken kassieren diese geradezu unanständigen Profite durch Geschäfte mit der Federal Reserve. Das wirft allerdings die Frage auf, ob die Zentralbank im Umgang mit den Banken des Privatsektors nicht allzu »freundlich« ist.
Inmitten der Finanzkrise gehört die Fed mittlerweile zu den größten Kunden der Wall Street, sie kauft in großem Umfang Wertpapiere, um damit zur Stabilisierung der Märkte beizutragen. In einigen Geschäftsbereichen, so zum Beispiel bei den hypothekenbesicherten Wertpapieren, kauft die Fed mehr als jeder andere Beteiligte.
Das Goldman-Sachs-Hochhaus. Die Bank macht mit Steuergeldern geradezu unanständige Gewinne, während die Wirtschaft abstürzt.
Allerdings ist die Fed ja kein typischer Marktakteur. Oft genug kündigt sie den Kauf bestimmter Wertpapiere schon vorher an. Dies ermöglicht es den Banken, die entsprechenden Wertpapiere zu überhöhten Preisen an die Fed zu verkaufen. Die daraus erwachsenden Profite sind eine Art versteckter Subventionen für die Banken – was sich die Wall Street in großem Stil zunutze gemacht hat.
Ein früherer Beamter des US-Finanzministeriums und der Fed hat kürzlich gesagt, die Situation habe inzwischen den Punkt erreicht, an dem an der Wall Street jeder die Lage dazu nutzt, ohne jedes Risiko Profite auf Kosten des Steuerzahlers einzuheimsen. William Dudley, der Präsident der für die Marktgeschäfte zuständigen New Yorker Federal Reserve, verteidigt diese Verschwendung von Steuergeldern: »Wir halten die Entscheidung für Transparenz für ein hohes Gut.«
Dadurch, dass die Fed durch Anleihekäufe und Notkredite im Verlauf des vergangenen Jahres eine Billion Dollar in das Banksystem gepumpt hat, haben die Banken Reserven in Höhe von 744 Milliarden Dollar angehäuft, das ist mehr als der Gesamtumfang des steuerfinanzierten Bankenrettungspakets TARP. Bemerkenswerterweise weigert sich die Zentralbank selbst Gerichtsverfahren zum Trotz, offenzulegen, was mit dem Geld geschehen ist, weil solche Informationen angeblich die Stabilität des Finanzsystems gefährden könnten.
Mittwoch, 05.08.2009
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