Informationen, die Ihnen die Augen öffnen!

Bücher, die Ihnen die Augen öffnen!

 

Die zwei Aspekte der Zeit

André Reniez

Zeit ist eine Konstante im menschlichen Leben. Absolut präzise, seit Anfang des Universums gleichförmig und von Menschenhand absolut nicht zu beeinflussen. Eine Sekunde bleibt immer eine Sekunde. Nicht wahr? Geschichten von Zeitreisen oder gar vom biblischen Methusalem, der über 900 Jahre alt geworden sein soll, kann man getrost ins Reich der Phantastereien verweisen. Oder sollten wir uns doch mit der Möglichkeit vertraut machen, dass Zeit nicht so »absolut« ist, wie wir uns das immer vorstellen?

Wer kennt nicht das Gefühl, dass manchmal die Zeit viel rascher als sonst zu vergehen scheint und manchmal dagegen quälend langsam? Die Psychologie erklärt das mit der mehr oder weniger großen Attraktivität des Erlebten: Ein Aufenthalt im Behandlungsstuhl eines Zahnarztes lässt in unserem Bewusstsein die Zeit nur noch im Schneckentempo dahin kriechen, während etwa eine tolle Geburtstagsparty nach unserem Dafürhalten generell immer zu früh endet. Aber ab diesem Punkt scheitern beinahe auch schon die Erklärungsversuche der Wissenschaft: Dass ältere Menschen ganz unabhängig vom Erlebten davon sprechen, dass »früher die Zeit langsamer« abgelaufen sei, wird zumeist einfach als »Einbildung« abgetan. Der Erklärungsversuch, dass im Leben eines sagen wir Achtjährigen ein Tag mit seinen 24 Stunden einen viel größeren Teil des gesamten bisherigen Lebens ausmachen würde als bei einem Achtzigjährigen und deshalb als ungleich länger erlebt würde, scheint nur bedingt sinnvoll: Schließlich kann sich der Achtzigjährige ohnehin nicht an jeden einzelnen Tag seines Lebens erinnern. Im Gedächtnis präsent ist nur ein gewisser Ausschnitt des Lebens, der Rest schlummert im Unterbewussten oder wird schlichtweg vergessen. Was wir als Gegenwart empfinden, ist ja ohnehin ein auf wenige Sekunden begrenzter Zeitraum – beim Achtjährigen genauso wie beim Achtzigjährigen.

Auch wenn naturgemäß dem folgenden Beispiel jede Wissenschaftlichkeit und Präzision fehlt, möchte ich hier doch gerne eine Erfahrung aus eigenem Erleben wiedergeben:

Als kleiner Junge war ich fasziniert von Gewittern und mein Vater erklärte mir, wie man die Entfernung so eines Naturschauspiels abschätzen könne: Man zählt vom Sehen des Blitzes bis zum Hören des Donners die Sekunden. Jeweils drei Sekunden bedeuten einen Kilometer Entfernung zum Blitz. Also setzte ich mich erst einmal mit einem alten Wecker hin und übte, möglichst exakt Sekunden zu zählen. Das erwies sich als recht einfach, weil die Worte »ein-und-zwanzig«, »zwei-und-zwanzig« etc. in normalem Sprechtempo ziemlich exakt die Dauer einer Sekunde ausfüllten.

Wenn man davon ausgeht, dass sich das Sprechtempo eines gesunden Menschen im Lauf der Zeit nur unbedeutend ändert, dann scheint es mir jedoch ziemlich verwunderlich, dass ich heute im Verlauf einer Sekunde nur noch »ein-und-...«, »zwei-und-...« etc. unterbringe und für die »zwanzig« die Zeit einfach nicht mehr ausreicht. Sind unsere Sekunden im Vergleich zu früher kürzer geworden?

Aber nicht nur diese naturgemäß sehr subjektive Erfahrung scheint ganz darauf hinzuweisen, auch in der Literatur findet man – wenn auch extrem selten – ähnliche Erfahrungsberichte. So sind manche älteren Musiker felsenfest der Meinung, dass die Dauer bestimmter Musikstücke »früher« anders gewesen sei, auch wenn sie immer aus denselben und immer gleich gespielten Noten bestehen.

Versucht man eine Erklärung für derartige seltsamen Phänomene zu finden, so erweist es sich als hilfreich, dass manche Wissenschaftler behaupten, unsere Schöpfung bestünde nicht nur aus den drei räumlichen Dimensionen von Länge, Breite und Höhe sowie der Zeit als vierter Dimension, sondern es gäbe – mathematisch belegbar – viel mehr als nur diese vier Dimensionen. Darunter so Exoten wie »eine winzig kleine, in sich zusammengerollte« Dimension – egal wie auch immer man sich das vorzustellen hat. Manche Experten sprechen von bis zu 32 Dimensionen, die sie rechnerisch gefunden haben wollen. Nun ja, nur ist eben unser menschliches Gehirn nur zum Erfassen der »üblichen« Dimensionen Länge, Breite, Höhe und Zeit fähig. Alle anderen Ausprägungen entziehen sich unserer unmittelbaren Wahrnehmung. So wie ein Insekt, das auf der glatten Außenhülle eines aufgeblasenen Kinderluftballons entlang krabbelt, wohl die Oberfläche dieses Ballons nur als zweidimensional erfassen könnte und keine Ahnung von einer dritten räumlichen Dimension hätte, weil es die aus seiner Perspektive einfach nicht sehen kann. Die dritte Dimension ist in diesem Beispiel erst mit einigem Abstand erkennbar. Und auch die Menschen haben die Erde lange Zeit für eine Scheibe gehalten und den Gedanken, die Erde könne eine Kugel sein, entrüstet von sich gewiesen.

Zurück zu den nur mathematisch nachvollziehbaren Dimensionen: Warum sollte sich unter diesen zusätzlichen Ausdehnungsmaßstäben nicht noch solche befinden, die die Qualitäten und Eigenschaften eines Zeitablaufes aufweisen? Wir kennen ja auch drei räumliche Dimensionen: Länge, Breite, Höhe. Gibt es also irgendeine Logik, die besagt, es dürfe nur eine einzige Zeit-Dimension geben?

Und mit diesem Aspekt einer zweiten Zeitdimension ergeben plötzlich einige rätselhafte Phänomene wie etwa der 969-jährige Methusalem wieder Sinn!

Lassen wir unsere Fantasie spielen und nehmen wir an, es gäbe eine »gefühlte« Zeit und davon unabhängig eine »gemessene« Zeit. Die gefühlte Zeit stellen wir als gerade Linie dar, die gemessene Zeit als Sinuskurve mit der Linie der gefühlten Zeit als Achse. Das Leben eines Menschen beginnt ganz willkürlich irgendwo auf der Linie und endet auch ganz willkürlich.

 

Beispiel 1: Die 40 Lebensjahre eines Neandertalers

 

 Und jetzt gehen wir einen gewagten Schritt weiter und nehmen an, die Sinuskurven der gemessenen Zeit könnten sich so verändern wie die Schwingungen der Saite eines Instruments – einmal langsamer schwingen mit weiten Bergen und Tälern und einmal rascher schwingen mit immer enger werdenden Krümmungen.

 

Beispiel 2: Die Veränderung der »Gemessenen Zeit« im Vergleich zur »Gefühlten Zeit«

 

Zur Illustration nehmen wir hypothetisch an, dass seit Bestehen der Menschheit die durchschnittliche Lebensdauer des Menschen immer mehr oder weniger konstant bleibt – allerdings nur auf der Achse der gefühlten Zeit. Auf der Sinuskurve der gemessenen Zeit ergeben sich jetzt jedoch ziemlich gravierende Unterschiede – je nachdem, ob die Schwingung rasch (also mit engen Bergen und Tälern) oder langsam (mit weiten Bogen) verläuft.

 

Beispiel 3: Die über 900 Lebensjahre des biblischen Methusalem

 

Mit dieser Darstellung ist es einerseits kein Problem mehr, das lange Leben biblischer Figuren zu erklären – man muss dazu nur die Kurven der gemessenen Zeit eng genug wählen. Werden andererseits die Schwingungen weit genug auseinander gezogen, so ergibt das ganz geringe Lebensspannen auf der Linie der gemessenen Zeit – so wie sie etwa an Funden aus der Steinzeit nachgewiesen wurden, als die durchschnittliche Lebensdauer der Menschen kaum 40 Jahre erreicht hat. Natürlich ist auch der Einfluss der Lebensbedingungen auf die Lebensdauer anzurechnen: Nahrungsmittelmangel, schlechter Schutz gegen Witterungseinflüsse sowie fehlende Versorgung bei Unfällen und Krankheiten haben mit Sicherheit ihren Tribut gefordert. Dennoch bleibt ein unter normalen Umständen nicht erklärbarer Faktor: Auch heute noch leben in manchen Weltgegenden Naturvölker, deren Lebensbedingungen sich kaum von denen unserer Vorfahren unterscheiden und die dennoch eine höhere Lebenserwartung aufweisen können. Die These der »zwei Zeitdimensionen« kann die bestehende Erklärungsnot beheben.

Das ist jedoch nicht das einzige Phänomen, bei dem diese Darstellung eine Erklärung bietet. In der Literatur finden sich zahllose Fälle von Personen, die sich plötzlich »in der falschen Zeit« wiedergefunden haben oder die »aus einer anderen Zeit« zu uns katapultiert wurden. (1,2,3)

Faltet man die gemessene Zeit nicht wie eine Sinuskurve, sondern wie die Bahnen einer Wattepackung, so ergeben sich Berührungspunkte, sobald die Bahnen eng genug zusammen gedrückt werden.

 

Beispiel 4: Berührungspunkt »zwischen den Zeiten«

 

Findet dieses »Zusammendrücken« stark genug statt, so kann man leicht den Gedanken weiter spinnen, dass an diesen Berührungspunkten ein – versehentliches – Hinübergleiten in eine falsche Zeit stattfinden kann. Man überspringt dabei gleichsam den regulären Verlauf der Wattebahn und kann »auf die falsche« – die benachbarte – Bahn fallen: In die Vergangenheit oder auch in die Zukunft. Geschichten von Menschen, die plötzlich »aus dem Nichts« auftauchen und »nicht der Zeit entsprechende« Kleidung tragen, werden so plötzlich verständlich. Ebenso wie die Vorgänge um Personen, die spurlos verschwunden sind: Ich wette, sie sind noch am genau gleichen Ort. Nur die Zeit »passt« nicht mehr …

Wenn Sie also das nächste Mal sagen »Ich hab’ einfach zu wenig Zeit« … vielleicht liegt es schlichtweg daran, dass die Zeitdimension mal wieder zu eng zusammengefaltet ist ...

 

__________

 Endnoten:

(1) Viktor Farkas, Unerklärliche Phänomene, 1988

(2) Viktor Farkas, Verborgene Wirklichkeiten, 1990

(3) Viktor Farkas, Jenseits des Vorstellbaren, 1996

 

Dienstag, 29.12.2009

Kategorie: Allgemeines, Gastbeiträge, Wissenschaft

© Das Copyright dieser Seite liegt, wenn nicht anders vermerkt, beim Kopp Verlag, Rottenburg


Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muß nicht zwangsläufig die Meinung des Verlags oder die Meinung anderer Autoren dieser Seiten wiedergeben.


Ergänzende Beiträge zu diesem Thema:

KOPP EXKLUSIV: Das Geheimnis des gelösten Energieproblems. Wurde schon 1944 der Durchbruch erzielt?

Thomas Mehner

In meinem Artikel »Auf zum letzten Gefecht! – Erdölpanik, Preistreiberei, Rüstungswahn und das Knarren im Gebälk des kapitalistischen Systems« hatte ich auf die fatalen Folgen der bisherigen globalen Energiepolitik aufmerksam gemacht, die meines Erachtens in Chaos und Anarchie enden wird, wenn in ...
weiterlesen »

Dienstag, 17. Juni 2008


Neues Zeitalter, neue Zeiten

Fabio Ribeiro de Araujo

Ist das Neue Zeitalter bereits angebrochen oder steht es uns noch bevor?
weiterlesen »

Sonntag, 08. November 2009


KOPP EXKLUSIV: Moslemische Staaten wollen Greenwich Mean Time abschaffen und durch die neue Mekka-Zeit ersetzen

Udo Ulfkotte

Im Jahre 1884 wurde die Greenwich Mean Time (GMT) eingeführt, man nennt diese auch Weltzeit. Als die GMT geschaffen wurde, da war Großbritannien noch eine Weltmacht. Heute aber wird der Islam zur Weltmacht. Und deshalb fordern die führenden moslemischen Vordenker, schon jetzt die Weltzeit von ...
weiterlesen »

Dienstag, 22. April 2008


Wer diesen Artikel gelesen hat, hat sich auch für diese Beiträge interessiert:

Lichtblitz von Titan – außerirdischer See reflektiert Sonnenlicht ins All!

Andreas von Rétyi

Jetzt wurde eine der wohl faszinierendsten Aufnahmen bekannt, die uns je von den Saturnwelten erreichte. Die »Cassini«-Raumsonde der NASA fing einen spektakulären Lichtblitz vom größten Saturnmond Titan ein.
weiterlesen »

Dienstag, 22. Dezember 2009


Neues Zeitalter, neue Zeiten

Fabio Ribeiro de Araujo

Ist das Neue Zeitalter bereits angebrochen oder steht es uns noch bevor?
weiterlesen »

Sonntag, 08. November 2009


Kriegs-Simulation: Im Falle eines israelischen Angriffs auf Iran würde Teheran gewinnen

Udo Ulfkotte

Die Universität Tel Aviv hat bei einem geheimen militärischen Planspiel erkunden lassen, wer einen israelisch-iranischen Krieg gewinnen würde. Alle Entscheidungsträger waren Geheimdienstler und Ex-Sicherheitsberater. Das Ergebnis ist eindeutig.
weiterlesen »

Freitag, 25. Dezember 2009


Gähnen Sie sich gesund!

Andreas von Rétyi

Bei vielen Gelegenheiten gilt Gähnen alles andere als schicklich – doch es ist enorm gesund. Wenn Sie Körper, Geist und Seele etwas Gutes tun wollen, dann gähnen Sie herzhaft! Zu dieser Erkenntnis gelangte der unkonventionelle Wissenschaftler Andrew Newberg, Leiter einer auch nicht ganz ...
weiterlesen »

Samstag, 12. Dezember 2009