Elektrosmog – Wie Mobilfunkbetreiber Anwohner austricksen, die gegen neue Mobilfunkantennen klagen
Überall in Europa gibt es Widerstand gegen die wachsende Zahl von Mobilfunkantennen. Sobald eine Betreiber auf einem Hausdach eine neue Anlage installiert hat, klagen die ersten Anwohner über Kopfschmerzen und wähnen sich als Opfer von "Elektrosmog". Die Unternehmen haben sich das lange Zeit angesehen – und nutzen nun einen Trick, um die Fülle der Klagen aus der Welt zu schaffen.
Seit vielen Jahrzehnten schon gibt es weltweit ein dichtes Netz von Rundfunk- und Fernsehsendeantennen. Im Vergleich zu solchen Anlagen weisen Mobilfunksendeantennen gerade einmal 100 Watt Sendeleistung auf. Fast niemand kommt auf die Idee, gegen die vielen großen leistungsstraken Rundfunk- und Fernsehsendeanlagen zu klagen. Aber viele bekommen schon beim Anblick der Monteure einer neuen Mobilfunk-Sendeanlage Kopfschmerzen. Erbgutschädigungen, Schlaganfälle, Krebs und Kopfschmerzen sind nur einige der Krankheiten, die von Anwohnern überall dort vorgebracht werden, wo neue kleine Sendeanlagen montiert werden. Die Symptome verschwinden, wenn T-Mobile, Vodafone, E-Plus oder O2 die Anlage unterm Dach eines Hauses oder in einer Kirche versteckten.
Weil aufgebauschte Medienberichte die Ängste der Bevölkerung vor Strahlenschäden durch Telefonantennen immer wieder schüren, gibt es inzwischen einen Markt für merkwürdige Produkte: angeboten werden Strahlenschutztapeten, strahlenschützende Mützen und sogar Strahlungsblocker für das Mobiltelefon. Die Strahlungsblocker fürs Mobiltelefon sind allerdings sogar gefährlich: Sie bewirken das Gegenteil von dem, was der Kunde eigentlich möchte. Weil die Strahlungsblocker die Sendeleistung blockieren, kommt weniger Sendeleistung bei der Mobilfunkantenne an. Also erhöht das Mobiltelefon seine Sendeleistung so lange, bis die Feldstärke zur Kommunikation ausreicht. Das ist genau das Gegenteil dessen, was der Nutzer möchte. Nur sagt ihm das niemand.
Nun haben die Mobilfunkbetreiber über viele Jahre hin Erfahrungen mit den Klagen von Anwohnern gesammelt, die sich gegen eine neue Sendeanlage zur Wehr setzen. Und sie haben gemeinsam einen einfachen Weg gefunden, um alle Klagen der Anwohner ins Leere laufen zu lassen: Man errichtet deutlich sichtbar eine komplette Sendeanlage und wartet ein halbes oder gar ein Jahr den Eingang von Klagen ab. Die sammelt man dann und präsentiert dem Richter dann erst Belege dafür, dass die Anlage bislang noch nicht einen Tag in Betrieb genommen wurde. Das Konzept ist aufgegangen – die Klagen laufen ins Leere.
Mittwoch, 25.06.2008
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