Informationen, die Ihnen die Augen öffnen!

Bücher, die Ihnen die Augen öffnen!

 

Friedensnobelpreis für Obama: Das erste Opfer ist in Oslo

Gerhard Wisnewski

Friedensnobelpreis für Obama? Ein Witz. Soweit sind sich alle einig. Aber was bedeutet das wirklich?

1. Krieg

»Ausgerechnet bei der Entgegennahme des Friedensnobelpreises rechtfertigt Barack Obama den Krieg«, beschwert sich der SZ-Kommentator Kurt Kister.  Gegenfrage: Wann denn sonst? Denn dafür ist dieser Nobelpreis schließlich da: Zur besseren Legitimation von kommenden US-Kriegen. Das sagte Obama schließlich im Grunde selbst: »Er philosophierte über die Bedingungen und Umstände eines gerechten Krieges«, so Kister über die Preisverleihung vom 10. Dezember 2009. Genau dafür braucht Obama auch die 30.000 zusätzlichen Soldaten in Afghanistan. Das heißt, der Friedensnobelpreis wird an einen Präsidenten und Oberbefehlshaber verliehen, der vor den Augen der gesamten Welt einen Krieg vorbereitet. Denn für die Bekämpfung von Terroristen taugen reguläre Truppen nun mal nicht. Reguläre Truppen taugen zur Bekämpfung regulärer Truppen, beispielsweise des Iran, des Nachbarn Afghanistans und des ebenfalls US-besetzten Irak.

Allerdings kann die Welt trotzdem aufatmen. Denn der Krieg eines Friedensnobelpreisträgers wird natürlich was ganz Besonderes sein - so eine Art Krieg erster Klasse. Der Oberbefehlshaber trägt diesmal einen Heiligenschein aus Oslo, die Toten sind garantiert gerecht, kurz: es wird eines der moralisch saubersten Massaker, die die Welt je gesehen hat.

Ein Gutes hat dieser Friedensnobelpreis für Obama trotzdem: Interessanterweise zeigt er uns schlaglichtartig, was von Obama wirklich zu halten ist. Würde Obama nur einen Funken Anstand besitzen, wirklich nur einen kleinen Funken, hätte er den Nobelpreis abgelehnt. Er hätte zum Beispiel nur sagen müssen, er sei der Präsident einer starken Nation, die für ihre Interessen manchmal leider auch militärisch kämpfen wolle oder müsse und habe zuviel Respekt vor dem Friedensnobelpreis, um ihn anzunehmen. Und schon hätte er weit mehr Punkte gesammelt als durch die Annahme des Preises. Und auch den Preis selbst hätte er damit gerettet.

 

2. Demontage des Nobelpreises

Aber so wird eines der ersten Opfer nicht im Iran oder in Afghanistan zu beklagen sein, sondern in Oslo. Dort wird der Nobelpreis für einen schmutzigen Krieg eines in der Wolle gefärbten Kriegsplaners verheizt. Der Friedensnobelpreis verliert schon jetzt jede Glaubwürdigkeit; bei einem Krieg dürfte es mit dem Nimbus des Nobelpreises endgültig vorbei sein. Der Nobelpreis wird künftig zur Lachnummer; in Zukunft wird es einen Nobelpreis vor und nach Obama geben.

 

3. Verfall sämtlicher Werte

Da der Nobelpreis aber nicht im luftleeren Raum steht, sondern weltweit hohe moralische, kulturelle und wissenschaftliche Maßstäbe repräsentiert, ja sogar für die westlichen Werte schlechthin steht, droht ein totaler Verfall dieser Maßstäbe und Werte. Wenn es möglich ist, einem offenen Kriegsplaner den Friedensnobelpreis zu verleihen, dann bedeuten die viel gerühmten westlichen Werte im Grunde nichts mehr. Deshalb stehen wir vor der Auflösung der westlichen Kultur und Gesellschaft. Und im Nachhinein bekommen alle islamischen Hassprediger recht, die den Westen schon immer als dekadent bezeichnet haben. Jawohl, meine Herren, der Westen ist dekadent.

Der Westen steht vor einer Umwertung aller Werte: Bislang als seriöse Institutionen angesehene Banken erweisen sich als kriminelle Zocker, ein bislang als kapitalistisch angesehenes System verstaatlicht Kreditinstitute, bislang als freiheitlich angesehene Demokratien bespitzeln und gängeln ihre Bürger und ein bislang als honorig angesehenes Nobelkomitee zeichnet einen bellizistischen Spitzbuben aus.

Und was ist eine Gesellschaft ohne Werte? Na Barbarei. Am Ende werden Raub, Mord, Totschlag, Vergewaltigung, Folter und Massenmord stehen. Und das Symptom dafür ist der Friedensnobelpreis für Obama.

 

Freitag, 11.12.2009

Kategorie: Politik, Allgemeines

© Das Copyright dieser Seite liegt bei Gerhard Wisnewski


Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muß nicht zwangsläufig die Meinung des Verlags oder die Meinung anderer Autoren dieser Seiten wiedergeben.


Ergänzende Beiträge zu diesem Thema:

Obama bedeutet Krise und Krieg: Interview mit Gerhard Wisnewski über den neuen Tarpley-Bestseller

Ralf Wurzbacher

Der Buchautor und Journalist Gerhard Wisnewski hat die Rechte des nun im Kopp-Verlag erschienenen Buches »Barack Obama. Wie ein US-Präsident gemacht wird« in Deutschland vertrieben und das Buch redaktionell an deutsche Verhältnisse angepasst. In dem Buch kritisiert der Autor Webster Griffin Tarpley ...
weiterlesen »

Donnerstag, 06. November 2008


Obama: Ich habe da einen Alptraum …

Gerhard Wisnewski

Man muss sich schon die Augen reiben angesichts dieses merkwürdigen Schauspiels. Ein amerikanischer Präsident, der keiner ist, besucht amerikanische Truppen im Ausland und hält Reden vor Menschenmassen wie sonst nur der Papst oder eben – der Präsident. Er wird nicht etwa von einer privaten ...
weiterlesen »

Freitag, 25. Juli 2008


Obama ordnet Luftangriffe auf Dörfer in Pakistan an

F. William Engdahl

In seiner ersten Woche als Präsident hat Barack Obama amerikanische Luftangriffe auf ein ländliches Gebiet mit zahlreichen Dörfern in Pakistan angeordnet. Angeblich richteten sich diese Angriffe gegen afghanische »Taliban«-Basen in dieser Grenzregion. Illusionen, eine Präsidentschaft Obama könnte ...
weiterlesen »

Mittwoch, 28. Januar 2009


Obama hält an den Plänen der Kriegsfalken für einen US-Raketenschild fest

F. William Engdahl

Einen entscheidenden Hinweis auf die Antwort zu der Frage, ob Obama als Präsident eine wirkliche Veränderung in der US-Außenpolitik bewirkt, liefert seine Entscheidung, ob er die Politik der militärischen Destabilisierung seines Amtsvorgängers Bush, d.h. die Einkreisung Russlands fortführt; vor ...
weiterlesen »

Samstag, 22. November 2008


Wer diesen Artikel gelesen hat, hat sich auch für diese Beiträge interessiert:

Ein unerwartetes Geheimnis in altägyptischen Augen

Andreas von Rétyi

Das Geheimwissen der Alten Ägypter hat bis in heutige Zeiten hinein einen Ruf wie Donnerschall, ganz zu Recht. Paradebeispiel Pyramidenbau. Aber manche Mysterien sind nicht so offenkundig, auch wenn sie paradoxerweise direkt vor unseren Augen stehen. Und das ist das Stichwort, denn um Augen geht es ...
weiterlesen »

Mittwoch, 13. Januar 2010


In den USA droht massive Geldentwertung – Gefahr auch für europäische Sparer

Michael Grandt

Die US-Notenbank greift zum Äußersten: Sie will für 300 Milliarden Dollar US-Staatsanleihen aufkaufen und druckt mehr Geld. Der Staat nimmt also bei sich selbst Kredit auf, mit Geld ohne Gegenwert. Sparguthaben könnten im Wert fallen.
weiterlesen »

Montag, 23. März 2009


Streit um Nofretete

Andreas von Rétyi

Wirbel um die wohl berühmteste antike Büste: Nofretetes einzigartiges Abbild soll nach Ägypten zurück! So zumindest will es Dr. Zahi Hawass. Der rührige, nicht gerade medienscheue Chef-Ägyptologe des Landes am Nil will nun Dokumente präsentieren, die belegen, dass die Büste nie legitimes Eigentum ...
weiterlesen »

Sonntag, 21. Juni 2009


Klimaterror: Das Evil Empire lebt

Gerhard Wisnewski

»Es ist fünf vor zwölf!«, behaupten die Klima-Propheten: »Wir müssen handeln!« Wie recht sie haben. Allerdings ist es nicht fünf vor zwölf für das Weltklima, sondern fünf vor zwölf für die Freiheit des Menschen.
weiterlesen »

Mittwoch, 09. Dezember 2009