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G8-Gipfel wird zum Desaster für den Dollar

Brigitte Hamann

Der russische Präsident Dimitri Medwedew untermalte die Forderung Moskaus nach einer supranationalen Währung, die den Dollar ersetzen soll, mit einer drastischen Geste. Auf dem G8-Gipfel im italienischen L'Aquila Anfang Juli zog er eine Münze aus der Tasche, die den Prototyp einer »künftigen Weltwährung« darstellen soll.

Nach dem Gipfeltreffen sagte er zu Journalisten: »Hier ist sie. Sie können sie ansehen und anfassen.« Auf der Münze steht »Einheit in der Vielfalt«. Sie wurde in Belgien geprägt und den Staatsoberhäuptern und Leitern der G8-Gremien vorgelegt. Die Frage einer supranationalen Währung »gehe jetzt jeden etwas an, selbst die Münzprägeanstalten«, so Medwedew. Die Testmünze bedeute, dass »sie (andere Nationen) nun bereit wären. Ich glaube, dass sie ein gutes Anzeichen dafür ist, dass wir verstehen, wie sehr wir verflochten und voneinander abhängig sind.«

Der russische Präsident hat die Rolle des US-Dollars als Weltreservewährung immer wieder in Frage gestellt, Medwedew sprach sich für eine Mischung aus regionalen Reservewährungen als einem wesentlichen Beitrag, um die Finanzkrise zu bekämpfen. Moskaus Überlegungen, eine neue Weltleitwährung zu schaffen, waren bereits Teil der russischen Vorschläge für die Agenda des G20-Treffens in London im April.

Auch China und Frankreich brachten beim G8-Gipfel ihre Zweifel am US-Dollar zum Ausdruck. China hat einen seiner direktesten Angriffe auf den Dollar als Leitwährung unternommen. Der chinesische Staatssekretär Dai Bingguo forderte bei einer Rede vor US-Präsident Barack Obama sowie EU-Staats- und Regierungschefs eine Diversifizierung des internationalen Währungssystems.

 

Sonntag, 12.07.2009

Kategorie: Wirtschaft & Finanzen, Politik

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