Informationen, die Ihnen die Augen öffnen!

Bücher, die Ihnen die Augen öffnen!

 

Geheimdienste geben Geheimnis preis: das Mobiltelefon als Wanze - was heute technisch möglich ist

Udo Ulfkotte

Eine Lüge, die man hundert Mal gehört hat, glaubt man eher als die Wahrheit, die man noch nie gehört hat. Eine Lüge hat sich tief in das Gedächtnis der Menschen eingeprägt, sie lautet: Wenn ein Mobiltelefon ausgeschaltet ist, dann kann man aus der Ferne nicht dabei zuhören, was in der Umgebung des Mobiltelefons gesprochen wird. Man kann ein solches Gerät angeblich nur als »Wanze« benutzen, wenn es eingeschaltet ist. Die Wahrheit aber lautet: Das ist Unsinn – auch ein völlig abgeschaltetes Mobiltelefon kann von den Sicherheitsbehörden ganz locker aus der Ferne freigeschaltet werden. Sie sehen als Eigentümer des Mobiltelefons nichts, Sie hören nichts, Sie merken nichts. Und die Lauscher hören dennoch mit. Das FBI hat nun zum ersten Mal vor Gericht in einem Prozess eingestehen müssen, dass dieses technisch möglich ist – und auch gemacht wird. Und glauben Sie nicht, in Europa lebe man noch technisch hinter dem Mond. Natürlich ist das alles auch in Europa möglich – und wird gemacht.

Spätestens seit 2004 wissen Fachleute, dass auch Mobiltelefone als »Wanzen« eingesetzt werden können. Damals wurde öffentlich beschrieben, wie die Vereinten Nationen und UN-Generalsekretär Kofi Annan mit einfachsten Mitteln aus der Ferne abgehört wurden. Die BBC hat die Details damals ausführlich beschrieben. Solcherlei Technik ist inzwischen für jeden Privatmann günstig bei Internet-Auktionshäusern zu erwerben. Gibt man etwa bei Ebay die Stichworte »Handy« und »Wanze« ein, dann findet man für weniger als 100 Euro ein »ganz normales« Nokia-Mobiltelefon, das laut Verkäuferangaben folgende Sondereigenschaften hat:

»Das Handy ist ein spezial modifiziertes NOKIA 3310, das von außen aussieht wie ein gewöhnliches Gerät. Auch bei der Benutzung des Handys lässt sich die Modifikation nicht feststellen. Der Unterschied liegt in einer versteckten Funktion des Gerätes. Durch eine geheime und nur Ihnen bekannte Tastenkombination schaltet sich das Gerät in den Babyphone Modus, Klingelton und Vibrationsalarm werden deaktiviert und die Automatische Rufannahme wird aktiviert. Das Display schaltet sich ab, das Handy wirkt jetzt, als sei es ausgeschaltet. Sie platzieren das Gerät an einem beliebigen Ort, beispielsweise in einem Kinderzimmer, Auto, Büro oder legen das scheinbar ausgeschaltete Gerät auf den Tisch und verlassen den Raum. Sie rufen das Handy nun von einem beliebigen Telefonanschluss an. Die Verbindung wird hergestellt und das Gerät nimmt Ihren Anruf automatisch an. Optisch und akustisch sieht das Gerät nach wie vor aus, als ob es nicht eingeschaltet wäre.«

Nun muss man in diesem Falle ein speziell präpariertes Mobiltelefon kaufen. Und man muss es dort plazieren, wo man mithören will. Was aber macht man, wenn man in Deutschland wohnt und ein Gespräch in Hongkong oder Tokio bei einer Zielperson mithören möchte? Für Geheimdienste ist die Antwort ganz einfach. Man nutzt das Mobiltelefon der Zielperson als Wanze – auch wenn es ausgeschaltet ist. Man schaltet das Mikrofon eines entfernten Mobiltelefones aus der Ferne frei – und der Eigentümer bekommt nichts davon mit.

Das FBI hat nun in Gegenwart des amerikanischen Richters Lewis Kaplan darlegen müssen, wie man bestimmte Erkenntnisse über den mutmaßlichen Gangster John Ardito und dessen Anwalt Peter Peluso erlangt hat. Das FBI nannte zwar keine Einzelheiten, bekundete aber, man habe ein Motorola und ein Samsung-Mobiltelefon der Zielpersonen aus der Ferne freigeschaltet und die Mikrofone einfach als Wanzen benutzt.

Dabei setzt das FBI offenkundig die sogenannte Technik »over-the-air programming« (OTA) ein. Diese ermöglicht es, drahtlose Updates aus der Ferne über das Mobilfunknetz auf ein Mobiltelefone zu übertragen. Der Kunde bekommt davon nichts mit. Denn ursprünglich war diese Technik als besonderer Komfort für die Nutzer gedacht. Die drahtlose Programmiertechnik sollte vermeiden, dass ein Gerät für ein Update nicht an das Werk eingeschickt  werden muss. Das Mobiltelefon funktioniert beim Aufspielen solcher Updates weiterhin normal und der Anwender merkt nichts. Geheimdienste wie das FBI haben offenkundig eigene Programme, um »Updates« auf die Rufnummern von Zielpersonen zu überspielen. Diese machen es etwa möglich, dass die Geräte auch in augenscheinlich ausgeschaltetem Zustand Gespräche aus einem Raum übertragen.

Richter Leis Kaplan hat das alles nun ins Internet stellen lassen. Auch italienische und britische Geheimdienste setzen diese Technik schon seit längerer Zeit ein. Damit dürfte klar sein, dass auch deutsche Sicherheitsbehörden über diese Technik verfügen. Es gibt einen sicheren Weg, sich vor solchen Mithörmöglichkeiten fremder Geheimdienste zu schützen. Wenn man ein Mobiltelefon ausschaltet, dann muss man auch den Akku entfernen. Immerhin braucht auch eine Wanze eine Stromquelle. Wer aber macht das schon?

 

Freitag, 19.12.2008

Kategorie: Allgemeines, Enthüllungen, Geheimdienste

© Das Copyright dieser Seite liegt, wenn nicht anders vermerkt, beim Kopp Verlag, Rottenburg


Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muß nicht zwangsläufig die Meinung des Verlags oder die Meinung anderer Autoren dieser Seiten wiedergeben.


Ergänzende Beiträge zu diesem Thema:

Überwachung wie zu Kriegszeiten – Pilotprojekt in Großbritannien

Udo Ulfkotte

Demokratien unterscheiden sich von Diktaturen durch die unveräußerlichen Freiheitsrechte, die jedem einzelnen Menschen unabhängig von Alter, Hautfarbe, Rasse, Geschlecht und Religion gewährt werden. In Großbritannien hat man in aller Stille mit einem Pilotprojekt begonnen. Ganze Bevölkerungsgruppen ...
weiterlesen »

Samstag, 12. Juli 2008


Auf dem Weg zum Überwachungsstaat?

Udo Ulfkotte

Durchschnittsbürger kennen Taranis allenfalls als keltischen Gott des Himmels, des Wetters und des Donners. Das neue taktische Einsatzführungssystem Taranis dürfte – mit Ausnahme von Wehrtechnikern – den meisten Europäern völlig unbekannt sein.
weiterlesen »

Samstag, 15. Dezember 2007


Aus der Tiefe der Meere – ein geheimnisvoller Testlauf amerikanischer U-Boote

Udo Ulfkotte

U-Boote können tauchen. U-Boote können Torpedos abfeuern. Und U-Boote haben Tauchglocken, mit denen man Transkontinental-Glasfaserkabel anzapfen und die darin übertragenen Daten auswerten kann. Das alles ist bekannt. Noch bekannter sind die Augen des U-Bootes – das Periskop. Vielleicht wird es ...
weiterlesen »

Freitag, 31. Oktober 2008


»Der Spion, der mich liebte« – Eine Filmszene wird Realität

Udo Ulfkotte

»Der Spion, der mich liebte« – das war der zehnte Film aus der James-Bond-Reihe, gedreht von Lewis Gilbert in den Jahren 1976 und 1977. Der Film hatte am 26. August 1977 Premiere in Deutschland. Und in ihm spielte ein futuristisches Fahrzeug eine Rolle – das nun auf der Automesse in Genf Realität ...
weiterlesen »

Samstag, 16. Februar 2008


Wer diesen Artikel gelesen hat, hat sich auch für diese Beiträge interessiert:

Überwachung wie zu Kriegszeiten – Pilotprojekt in Großbritannien

Udo Ulfkotte

Demokratien unterscheiden sich von Diktaturen durch die unveräußerlichen Freiheitsrechte, die jedem einzelnen Menschen unabhängig von Alter, Hautfarbe, Rasse, Geschlecht und Religion gewährt werden. In Großbritannien hat man in aller Stille mit einem Pilotprojekt begonnen. Ganze Bevölkerungsgruppen ...
weiterlesen »

Samstag, 12. Juli 2008


Geheimwaffe im Anti-Terror-Krieg: Die CIA verteilt jetzt Viagra in Afghanistan

Udo Ulfkotte

»Make love – not war« – so lautete einer der Sprüche der 68er-Hippies, die überall auf der Welt den Krieg auf den Müllhaufen der Geschichte verbannen wollten. 40 Jahre später gibt es immer noch Kriege auf der Welt. In Afghanistan etwa. Dort haben westliche Militärs viele Strategien erprobt. Nun hat ...
weiterlesen »

Freitag, 26. Dezember 2008


Schockvideos: Barbarische Traumaübungen zur »Nazi-Mord-Nacht«

Guido Grandt

Dass Soldaten nicht nur physisch, sondern auch psychisch auf Kriege vorbereitet werden, Umkonditionierungsmaßnahmen durchlaufen müssen, ist längst ein offenes Geheimnis. Wie brutal und barbarisch diese Methoden aber wirklich sind, enthüllen jetzt geheime Videos, die eine Tierrechtsorganisation ...
weiterlesen »

Freitag, 06. März 2009


Aus der Tiefe der Meere – ein geheimnisvoller Testlauf amerikanischer U-Boote

Udo Ulfkotte

U-Boote können tauchen. U-Boote können Torpedos abfeuern. Und U-Boote haben Tauchglocken, mit denen man Transkontinental-Glasfaserkabel anzapfen und die darin übertragenen Daten auswerten kann. Das alles ist bekannt. Noch bekannter sind die Augen des U-Bootes – das Periskop. Vielleicht wird es ...
weiterlesen »

Freitag, 31. Oktober 2008