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Geheimplan enthüllt: Spionage-Kameras sollen Bürger in Supermärkten und in Kneipen beim Kauf von Alkohol filmen

Udo Ulfkotte

Wenn Sie in einer Kneipe ein Bier trinken, dann werden Sie zukünftig von Kameras dabei beobachtet. Und wenn Sie im Supermarkt eine Flasche Wein kaufen, dann zeichnet eine Kamera die Bilder künftig für die Polizei auf. Sie halten das in Europa im Jahre 2009 für einen Scherz? Für die Briten wird das alles bald Ernst. Denn die britische Regierung hat diesen Gesetzentwurf eingebracht – und will ihn nun mit aller Gewalt durchpeitschen.

Schon jetzt gibt es in Großbritannien mehr als vier Millionen Überwachungskameras. Und nun sollen nach dem Willen der Regierung an für die Bürger völlig ungewohnten Orten viele neue Überwachungskameras hinzukommen: in Pubs (Kneipen) und überall dort, wo in Supermärkten Alkohol verkauft wird (Regale mit Alkohol-Flaschen und Kassenbereich). 60 Tage lang sollen Kneipenwirte und Supermärkte die Aufnahmen der neu zu installierenden Überwachungskameras künftig speichern, die sie im Bedarfsfalle dann der Polizei übergeben müssen. Es sind verdachtsunabhängige Aufnahmen. Und jeder wird beim Trinken oder Kauf von Alkohol gefilmt – ob er nun will oder auch nicht. Das neue Gesetz gilt für schon bestehende und auch für neu zu eröffnende Läden: Jeder Geschäftsmann, der künftig in Großbritannien neu eröffnen und Alkohol verkaufen will, muss zunächst einmal die Überwachungs- und Aufzeichungsanlagen installieren und absegnen lassen. Erst dann gibt es die Konzession. Pubs, die solche Kameras aus Gründen des Schutzes der Privatsphäre ihrer Kunden nicht installieren lassen wollen, soll die Lizenz entzogen werden.

»Buying some wine? Spy cameras will be watching«, schreibt die Zeitung Daily Mail über das Vorhaben. Es gibt allerdings einen Briten, der die Empörung vieler Landsleute über das Vorhaben nicht versteht: Alan Campbell. Er ist unter der Labour-Regierung der zuständige Innenminister. Und er kann sich nach eigenen Angaben beim besten Willen nicht daran erinnern, wann er zuletzt in einem Pub war oder ein Bier getrunken hat – er habe keine Zeit, sagte er der Daily Mail. Wahrscheinlich ist er vollauf mit dem Entwurf neuer Überwachungsgesetze beschäftigt. Da steht der Mann nicht allein. Auch im amerikanischen Chicago will Bürgermeister Daley bis 2016 an wirklich jeder Straßenkreuzung Überwachungskameras aufstellen lassen – ein gigantisches Projekt. Das alles kostet die Steuerzahler viel Geld, in den USA wie auch in Großbritannien.

Nun soll das alles angeblich der Sicherheit dienen. London, wo jeder Bürger am Tag durchschnittlich 300 Mal von einer Überwachungskamera aufgenommen wird, müsste demnach eine der sichersten Städte der Welt sein. Dummerweise passiert genau das Gegenteil: Die Gangster werden in London immer dreister und kümmern sich nicht um Überwachungskameras. Am hellichten Tage haben sie beispielsweise gerade in Londons teuerster Einkaufsstraße – der Old Bond Street im Stadtteil Mayfair – einen Schweizer Uhrenladen ausgeraubt. Es war eine Kinderbande. Sie kamen auf Mofas und Kleinkrafträdern (siehe Bild) und sie schlugen ganz cool die Scheiben ein und raubten Uhren für viele tausend Pfund. Mitten in der Rushour am Freitag-Vormittag. Und keiner hielt sie auf.  Die Passanten flohen vor der Kinderbande in die Hauseingänge. Die besten Bilder vom Vorgehen der Kinderbande nahm nicht etwa eine der vielen Überwachungskameras auf, sondern ein Passant, der seine Kamera anschließend der Polizei zur Verfügung stellte.   

 

Samstag, 21.02.2009

Kategorie: Allgemeines, Enthüllungen, Geheimdienste, Politik

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