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Geheimtechnik nun kostenlos für jedermann: Schlechte Zeiten für Laptop-Diebe

Udo Ulfkotte

Gestohlene Laptops bringen Dieben schnell Bargeld. Und die Geschädigten haben meist viel Ärger. Denn die Versicherungen zahlen bei Fahrlässigkeit nicht. Und zudem sind auch die Daten weg. Das könnte sich nun bald ändern. Zumindest gibt es eine kostenfreie völlig neue Möglichkeit, einen gestohlenen Laptop schnell wieder aufzufinden. Früher orteten nur Geheimdienste mit dieser Technik Personen, nun gibt es sie seit wenigen Tagen völlig kostenlos von einer Universität im Internet.

In den Vereinigten Staaten besteht die Hälfte des PC-Bestandes inzwischen aus Laptops. Und auch in Deutschland haben mittlerweile immer mehr PC-Nutzer auch einen Laptop. Diebische Menschen stehlen Laptops und verkaufen sie an Hehler. Der Ärger, der dem rechtmäßigen Eigentümer dann entsteht, ist in jedem Falle groß. Seit längerer Zeit gibt es Erfinder, die den Schaden für den Eigentümer eines gestohlenen Laptops in Grenzen halten wollen. Man findet Geräte, die bei Benutzung durch einen Unbefugten automatisch die Festplatte zerstören. Und es gibt Software, die im Gerät integriert wird und ständig die Ortung des Laptops ermöglicht. Daran verdient der Anbieter dieser Software Monat für Monat, weil die Daten nur an seinen Firmenrechner gesendet werden. Nicht alle finden diese (kostenpflichtige) Lösung gut, denn immerhin werden so in fremden Händen Bewegungsprofile auch des Eigentümers des Laptops erstellt. Man hat ein mulmiges Gefühl, wenn diese Daten möglicherweise in fremde Hände gelangen.

Tadoyoshi Kohno ist Professor für Computerwissenschaften an der Washington University im westamerikanischen Seattle. Und zusammen mit anderen Wissenschaftlern hat er ein Programm entwickelt, das kostenfrei heruntergeladen werden kann und die gleichen Funktionen wie die kostenpflichtigen Anbieter beinhaltet. Der einzige Unterschied: die Daten mit dem GPS-Standort und Bewegungsprofil des Laptops werden nicht auf dem Rechner einer Fremdfirma, sondern auf dem der Universität angezeigt und verschlüsselt gespeichert. Adeona heißt diese Software – und auch nur ein authorisierter Nutzer (der Eigentümer des PC) kann die Daten über das Internet im Rechner der Universität einsehen. Es ist theoretisch möglich, dass Adeona ein »kompromittiertes« Programm ist, das auch amerikanischen Diensten (verdeckt) das Tracking des Laptops ermöglicht. Doch hat Adeona den Quellcode des Programmes veröffentlicht. Und das stärkt sicherlich die Vertrauenswürdigkeit.

Die Nachrichtendienste könnten ja auch die Rechner der kostenpflichtigen Anbieter mit Schnüffelprogrammen infiziert haben. Es gibt somit die kostenfreie Tracking-Möglichkeit – bei gleichbleibenden Risiken für die Anwender. Und es dürfte eine reine Frage der Zeit sein, bis die kostenpflichtigen Anbieter die Adeona-Software an ihre Kunden verkaufen, um die Lizenzgebühren bei den bisherigen Softwarepartnern einzusparen. Wer seinen Laptop also im Falle eines Diebstahls selbst wieder orten möchte, der hat nun ein kostenfreies Programm zur Verfügung.

 

Dienstag, 14.10.2008

Kategorie: Allgemeines, Geheimdienste

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