Geldcrash – größte Sparkasse in den USA bankrott. Weltweite Depression droht
Nach dem Platzen der Immobilienblase in den USA und daraus folgenden Bankenpleiten ist die Wahrscheinlichkeit eines Zusammenbruchs des weltweiten Finanzsystems immer größer geworden. Präsident Bush und der amerikanische Notenbankpräsident Bernanke warnten bereits vor einer »ernsten Rezession« in den USA.
Größte Bankenpleite der Geschichte
Nun ist auch die größte Sparkasse in den USA, die Washington Mutual, unter der Last von Fehlspekulation und faulen Krediten zusammengebrochen und musste von J.P. Morgan übernommen werden. Experten sprechen von der »größten Bankenpleite« in der US-Geschichte. Diese Bank steht immerhin für Vermögenswerte von 307 Mrd. Dollar und Einlagen von 188 Mrd. Dollar.
Damit zeigt sich, dass die Bankenkrise noch keineswegs – wie seit einem Jahr ständig behauptet wird – beendet ist, sondern wahrscheinlich überhaupt erst ihren Anfang nimmt.
Untaugliche »Rettungspakete«
Um Schlimmeres zu verhindern, schlug die amerikanische Regierung vor, mit einem »Rettungspaket« den Banken faule Kreditpapiere abzukaufen, damit diese nicht weiter in Schwierigkeiten geraten. Ganz abgesehen davon, dass diese »Hilfe« politisch nicht durchsetzbar ist, weisen jetzt schon Experten darauf hin, dass dieser Betrag bei Weitem zu gering ist und mindestens 5.000 Mrd. Dollar nötig wären, um überhaupt eine Wirkung zu erreichen. Solche Beträge sind jedoch von keinem Land der Welt finanzierbar.
Dazu kommt, dass diese »Hilfen« das Problem noch weiter verschlimmern: Wenn nun der amerikanische Steuerzahler für Fehlspekulationen der Banken aufkommen muss, dann fehlt den Leute genau dieses Geld für den Konsum. Geht der Konsum zurück, dann kommen die Unternehmen noch mehr in Bedrängnis und eine weitere Pleitewelle folgt. In dieser Bankrottwelle kommen dann zu den ganzen faulen Immobilienkrediten auch noch Unternehmenskredite, die nicht mehr zurückgezahlt werden können.
Dominoeffekt droht – Parallelen zur Weltwirtschaftskrise
Das Problem wird also nicht behoben, sondern verschlimmert, weil die Löcher im Finanzsystem nicht kleiner, sondern immer größer werden. Dabei zieht eine Pleite eine andere nach sich, bis am schließlich ein Dominoeffekt eintritt, der die ganze Wirtschaft samt Banken und Versicherungen umstürzt. Damit würde sich das wiederholen, was wir auch in den 1930er-Jahren in der Weltwirtschaftskrise erleben konnten: Spekulationsblasen platzen, Aktienkurse brechen ein, Bankenpleiten folgen, Kredite werden zurückgezogen, Unternehmenspleiten nehmen zu, der Konsum bricht ein und am Ende folgt eine deflationäre Abwärtsspirale.
Wie massiv damals die Folgen der Weltwirtschaftskrise waren, wird an folgender Grafik deutlich.
Abb. 1: Einbruch des Volkseinkommens und der Investitionen in der Weltwirtschaftskrise
Nach Ausbruch der Weltwirtschaftskrise dauerte es nur zwei Jahre, um das Volkseinkommen um 40 Prozent und die Investitionen gar um über 70 Prozent einbrechen zu lassen! Und mit den einbrechenden Einkommen – verbunden mit vernichteten Vermögenswerten bei den Banken – nährte sich die Krise aus sich selbst. Je weniger Einkommen die Leute hatten, um so weniger konnten sie sich kaufen und desto mehr kamen die Unternehmen unter Druck, was wiederum das Bankensystem destabilisierte. Der Staat reagierte damals als Krisenverstärker: Er führte Sparmaßnahmen ein und reduzierte damit den Konsum der Bevölkerung noch weiter. Erst der Zweite Weltkrieg beendete nach zehn Jahren in den USA die Weltwirtschaftskrise durch die anlaufende Rüstungsindustrie.
Heute kommt es schlimmer
Und genau so etwas erreicht man mit den heutigen »Rettungspaketen«, die vergleichbar sind mit den Einsparaktionen der deutschen Brünig-Regierung in den 1930er-Jahren. So wie die Sparmaßnahmen damals den Konsum abwürgten, so strangulieren diese Milliarden-Rettungspakete in den USA oder die milliardenschweren Bankenhilfen bei uns die Wirtschaft. All diese »Hilfen« müssen vom Steuerzahler aufgebracht werden, dem das Geld dann fehlt, um Produkte zu kaufen oder Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen. So kommt zu den direkten schwarzen Geldlöchern der Bankenkrise noch der zurückgehende Konsum durch die folgenden Sparmaßnahmen und Steuererhöhungen der Regierenden.
Im Gegensatz zu den 1930er-Jahren ist die Situation heute jedoch weitaus schlimmer. Damals waren weder die Staatshaushalte dermaßen verschuldet wie heute, noch gab es eine Derivate-Spekulationsblase, die weltweit auf mehrere hundert Billionen Dollar geschätzt wird. Platzt erst einmal diese Blase, dann gibt es für die Banken kein Halten mehr.
Abb. 2: Derivatespekulation
Auch gab es damals keine Immobilienspekulation. Allein hier hat sich weltweit ein dermaßen großes Korrekturpotential aufgebaut, dass eine Depression die beinahe zwangsläufige Folge sein muss. So wurden in den meisten Ländern der Welt Immobilien bis in unrealistische Höhen hochspekuliert. Ein Großteil des Konsums beruhte in den letzten Jahren darauf, dass Menschen Häuser kauften in der Erwartung, deren Wert würde automatisch jedes Jahr 30 oder 40 Prozent zunehmen. Auf den Wertzuwachs wurden dann neue Kredite aufgenommen und das Geld verkonsumiert.
Weltweite Schulden-Zeitbomben
Nicht nur die bekannten Länder USA, England oder Spanien haben nun unter den Folgen platzender Immobilienblasen zu leiden, sondern vor allem der ehemalige Ostblock ist davon betroffen.
2007 beispielsweise wuchs die private Verschuldung im gesamten Baltikum um 45 Prozent. Im gleichen Jahr wuchs das Volumen der privaten Kredite in Bulgarien um 60,4 Prozent, in Rumänien um 55,2 Prozent. Polen steigerte die private Kreditaufnahme um 40 Prozent.
Das bedeutet: Die ganzen uns präsentierten »Boomländer« finanzierten diesen »Boom« nur mit Krediten!
Die Folgen: Depression und Deflation
Kein »Rettungspaket« der Welt kann solch ein aufgeblähtes, überschuldetes, hochspekuliertes System mehr langfristig stabilisieren. Mit jeder Bankenpleite wird Geldvermögen vernichtet, mit jeden »Rettungspaket« wird der Steuerzahler belastet und damit der Konsum gedrückt. Das alles zieht einen realwirtschaftlichen Zusammenbruch nach sich, der dem der 1930er-Jahre gleicht und letztlich in Depression und Deflation endet.
Die letzte Deflation wurde durch den Zweiten Weltkrieg beendet – was auf die jetzige Wirtschaftskrise folgen wird, weiß niemand.
(Mehr dazu in den Büchern Deflation – die verheimlichte Gefahr oder Börsenkrach und Weltwirtschaftskrise – Der Weg in den 3. Weltkrieg.)
Montag, 29.09.2008
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