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Global Warming oder neue Eiszeit: schmilzt das Eis wirklich?

F. William Engdahl

Mit einem melodramatischen Appell hat sich US-Präsident Obama an die Vollversammlung der Vereinten Nationen gewandt und weltweite Maßnahmen gefordert, um der »Klimakatastrophe« zu begegnen. Dieses neue Schlagwort tritt an die Stelle des bekannteren Global Warming, der Theorie, wonach vom Menschen durch Autos, Kohlekraftwerke und viele andere Quellen verursachte CO2-Emissionen zu einer Erwärmung des Planeten führen. Dadurch sollen angeblich die Polkappen abschmelzen, was dann zur Überflutung von mindestens einem Viertel der Erdoberfläche führen würde. Nur eine Kleinigkeit stört an Obamas Schreckensszenario: aus Sicht der Wissenschaft ist es vollkommen falsch. Seit 2007 sind die Polkappen nämlich gewachsen, nicht abgeschmolzen, und auf der Erde ist es auch kühler geworden und nicht wärmer.

Als ob die Angst, an einer fiktiven Schweinegrippe zu sterben, nicht schon schlimm genug wäre, rauben einem die dramatischen Schauerberichte der großen Radio- und Fernsehsender wie BBC oder CNN über schmelzende Eisberge nun zusätzlich den Schlaf. Vor dem Hintergrund einer Eisscholle in der Arktis hat Ban Ki-Moon, der Generalsekretär der Vereinten Nationen, vor Kurzem die Behauptung aufgestellt, vom Menschen verursachte CO2-Emissionen führten dazu, dass jedes Jahr »100 Milliarden Tonnen« Polareis abschmelzen, sodass die Arktis in 30 Jahren »eisfrei« sein werde. Die Organisation WWF behauptet gar, das Eis in der Arktis schmelze derart schnell, dass in 80 Jahren der Meeresspiegel um volle 1,2 Meter ansteigen werde, was »zur Überflutung von einem Viertel der Erdoberfläche führen wird«. Welch unheimliche Aussichten! Tschüss Hamburg, New York, Amsterdam …

Ban Ki-Moons Werbegag war mit äußerster Sorgfalt inszeniert. Natürlich wurde nicht gesagt, dass sein Schiff sich – wegen des Eises – nur bis auf etwa 1.100 Kilometer dem Nordpol nähern konnte. Auch, dass er sich dort im Sommer filmen ließ, wenn das arktische Eis immer schmilzt, bevor es ab September wieder gefriert, wurde nicht eigens erwähnt.

Die Wahrheit über das Eis in der Arktis sieht anders aus. Zwar schmelzen in jedem Sommer etwa zehn Millionen Quadratkilometer Meereis, doch in jedem September beginnt es in der Arktis wieder zu frieren. Die Eisfläche ist jetzt 500.000 Quadratkilometer größer als zur gleichen Zeit im vergangenen Jahr – und da war sie wiederum 500.000 Quadratkilometer größer als im September 2007, dem niedrigsten in jüngerer Zeit gemessenen Stand. (Siehe Cryosphere Today der University of Illinois, http://arctic.atmos.uiuc.edu/cryosphere/).

 

Schauergeschichten über schmelzendes Eis in der Arktis eignen sich für dramatische Schlagzeilen, die wissenschaftliche Wahrheit sieht jedoch anders aus.

 

Im nächsten April, nach Monaten der Dunkelheit, wird die Eisfläche wieder 14 Millionen Quadratkilometer groß sein, wahrscheinlich eher noch größer. Der britische Wissenschaftsjournalist Christopher Booker sagt: »Selbst wenn alles Meereis schmelzen würde, der Meeresspiegel würde dadurch genauso wenig ansteigen, wie ein Eiswürfel, der in einem Glas Gin Tonic schmilzt, das Volumen im Glas vergrößert.«

 

Sonnenstrahlen aus Gurken?

Die heutige Angstpropaganda von der Erderwärmung wird von Politikern und bestimmten Interessen wie Goldman Sachs und anderen Finanzinstituten an der Wall Street geschürt, die sich darauf freuen, Milliardenbeträge aus dem Handel mit den neuen Carbon-Futures einstreichen zu können. Sie setzen alle Hebel in Bewegung, um die Welt so in Angst zu versetzen, dass es beim Kopenhagener Klimagipfel im Dezember zu einer Einigung auf ein Abkommen kommt, das an die Stelle der Vereinbarung von Kyoto über die Reduzierung der CO2-Emissionen treten soll. Man schätzt, dass die Rechnung für die Maßnahmen gegen das angebliche Global Warming, für die sich Obama und seine Patrone an der Wall Street einsetzen und die das Repräsentantenhaus, nicht aber der mehr konservative Senat, bereits verabschiedet hat, die amerikanischen Steuerzahler etwa zehn Billionen Dollar kosten wird.

In Großbritannien, wo Premierminister Gordon Brown voll auf den Global-Warming-Zug aufgesprungen ist, präsentieren die BBC und die Royal Society wilde Pläne für eine gezielte Klima-Beeinflussung, das so genannte »Climate Engineering«. Dazu gehören so absurde Vorschläge wie der, im Weltraum große Spiegel anzubringen, die die Sonnenstrahlen abhalten sollen, oder entlang den Autobahnen künstliche Bäume aufzustellen, die das CO2 aus der Luft aufsagen sollen, die man dann wieder entfernt und tief in der Erde vergräbt. Es wäre vielleicht ein Arbeitsbeschaffungsprogramm für einige tausend Engländer, die im Gefolge des jüngsten Finanzkollapses ihren Job verloren haben, aber ansonsten wäre es pure Verschwendung von Steuergeldern – und die sind ohnehin bereits durch die Banken-Bailouts aufs Äußerste beansprucht. Man hat die ganze Farce bereits mit dem Gulliver aus Jonathan Swifts Satire verglichen, der bei seinen Reisen einen Mann trifft, der versucht, Sonnenstrahlen aus Gurken zu ziehen.

In der angesehenen Wissenschaftszeitschrift Journal of Geophysical Research, die von der American Geophysical Union herausgegeben wird, sind die Ergebnisse einer großangelegten neuen Studie der Wissenschaftler J.D. McLean und C.R. de Freitas von der University of Auckland in Neuseeland und R.M. Carter veröffentlicht worden: Influence of the Southern Oscillation on Tropospheric Temperature (zu Deutsch: Einfluss der Southern Oscillation auf die troposphärische Temperatur; http://www.agu.org/pubs/crossref/2009/2008JD011637.shtml). Die Ergebnisse bestätigen, dass in den vergangenen rund 50 Jahren, genauer gesagt seit 1950, die Klimaveränderung zu 81 Prozent auf das Konto des als El Niño bekannten Wetterphänomens im Pazifik geht und 19 Prozent auf eine verstärkte Sonneneinstrahlung zurückzuführen sind. Vom Menschen verursachte Emissionen hätten keine Rolle gespielt.

Klimatologen und Astrophysiker sind der Ansicht, dass die El Niños, die die Wissenschaftler als El Niño Southern Oscillations oder ENSOs bezeichnen, mit periodisch auftretenden Eruptionen der Sonnenaktivität in Verbindung stehen.

Dr. Theodor Landscheidt vom kanadischen Schroeter Institute for Research in Cycles of Solar Activity (Institut zur Erforschung der Zyklen in der Sonnenaktivität) bezeichnet ENSO als »stärkste Quelle natürlicher Veränderungen im globalen Klimasystem. Während des schweren ENSO-Ereignisses von 1982/1983, als sich die Meeresoberfläche vor der Küste Perus um über sieben Grad Celsius erwärmte, hat man entdeckt, dass es enge Verbindungen zum Wetter in anderen Gebieten gibt, etwa zu Überschwemmungen in Kalifornien oder vermehrter Dürre in Afrika.«

Landscheidt fährt fort: »El Niño und La Niña unterliegen in so starkem Ausmaß External Forcing (externem Antrieb) durch die unterschiedliche Sonnenaktivität, dass sich daraus fast alle Irregularitäten von ENSO erklären lassen, und langfrististige Prognosen über Zeiträume von mehr als einem Jahr möglich werden. Das ist nicht nur Theorie. Meine Prognosen über die beiden letzten El Niños haben sich als richtig erwiesen, die Prognose für den letzten hatte ich mehr als zwei Jahre vor dem Ereignis erstellt …« (»Solar Activity Controls El Niño and La Niña«, unter http://www.john-daly.com/sun-enso/sun-enso.htm.) Selbst James Hansen, der zu den stärksten Verfechtern der Idee von Global Warming gehört, räumt ein: »Die Forcings, die den langfristigen Klimawandel verursachen, sind nicht ausreichend bekannt, um daraus Schlüsse auf Klimaveränderungen in der Zukunft abzuleiten … Das natürliche Forcing aufgrund von Änderungen der Energieabstrahlung der Sonne spielen möglicherweise eine größere Rolle bei der langfristigen Klimaveränderung, als man mit den allgemeinen Zirkulationsmodellen allein erklären könnte.«

Es gibt einen Zusammenhang zwischen El Niños und Überschwemmungen, Dürren und anderen Wetterstörungen in vielen Teilen der Erde. Im Atlantischen Ozean zeigen sich die Auswirkungen der Veränderungen im Pazifik mit einer Verzögerung von zwölf bis 18 Monaten. Sie treten etwa alle drei bis acht Jahre auf. Als La Niñas werden die entsprechenden zyklischen Abkühlungsphasen im Pazifischen Ozean bezeichnet.

 

Sonneneruptionen haben den größten Einfluss auf das Weltklima. Vom Menschen verursachte CO2-Emissionen gehören nicht dazu.

 

Nach Angaben der Wetter- und Ozeanografiebehörde der Vereinigten Staaten führt der El Niño in Nordamerika zu überdurchschnittlich warmen Wintern in den Staaten des oberen Mittleren Westens und im Nordosten der USA. In Kalifornien und den südwestlichen Staaten der USA fällt deutlich mehr Niederschlag, während die Staaten nördlich des Golf von Mexiko und der Nordosten Mexikos während der El Niño-Phase der Osziallation feuchter und kühler als normal sind. In Asien und Teilen von Australien führt El Niño zu größerer Trockenheit mit Buschfeuern.

Das klingt doch alles sehr ähnlich wie das, was nach der Angstmache der Propheten vom Global Warning das Ergebnis von menschengemachten CO2-Emissionen oder wie man es heute so schlau nennt, vom »Klimawandel« sein soll.

 

War es vor 1000 Jahren wärmer?

Die Ergebnisse einer in Schweden durchgeführten Studie, die Haakan Grudd vom Institut für Physikalische Geografie und Quartärgeologie veröffentlicht hat, bestätigen, dass es in der Arktis heute nicht wärmer ist als in früheren Zeiten lange vor der Erfindung von Kohlekraftwerken und Autos. Grudds Studie kommt zu dem Schluss: »Ende des 20. Jahrhunderts war es nach der neuen Aufzeichnung nicht ungewöhnlich warm: im Zeitmaßstab von Jahrzehnten bis Jahrhunderten gemessen war es in der Zeit um 750, 1000, 1400 und 1750 n.Chr. jeweils ähnlich warm oder sogar wärmer. In den 200 Jahren um das Jahr 1000 herum war es deutlich wärmer als am Ende des 20. Jahrhunderts, was durch andere lokale und regionale paläoklimatischen Daten gestützt wird.« (H. Grudd. (H. Grudd, »Torneträsk tree-ring width and density ad  500–2004: a test of climatic sensitivity and a new 1500-year reconstruction of north Fennoscandian summers«, Climate Dynamics, Band 31, Ausgabe 7–8, Dezember 2008, unter http://www.springerlink.com/content/8j71453650116753/?p=fcd6adbe04ff4cc29b7131b5184282eb&pi=0.) Einfacher gesagt: vor 1.000 Jahren war es auf der Welt wärmer als heute. Von Geländewagen oder Kohlekraftwerken, die CO2 in die Atmosphäre pusteten, ist aus der damaligen Zeit nichts überliefert.

Das einzige Problem bei diesen ernsthaften wissenschaftlichen Studien besteht darin, dass die Mainstream-Medien sie durchweg ignorieren und lieber dramatische Schauergeschichten bringen, wie sie Barack Obama bei seiner Rede vor den Vereinten Nationen präsentiert hat, oder Ban Ki-Moon bei seinem dramatischen Auftritt im arktischen Eis.

Merkwürdigerweise hat keiner der mir bekannten Verfechter des Global Warming auch nur versucht, eine Beziehung zwischen der ENSO-Aktivität und der weltweiten Temperaturveränderungen herzustellen. Sollten wir vielleicht fordern, El Niños oder Sonneneruptionen zu verbieten? Vom wissenschaftlichen Standpunkt wäre das genausowenig sinnvoll, wie CO2-Emissionen zu verbieten oder zu begrenzen. Global Warming als neue Religion ist eine Sache, aber wir sollten dabei nicht vergessen, dass die Hohepriester dieselben Götter des Geldes sind, die uns vor wenigen Jahren die Religion vom Peak Oil beschert haben – und die derzeitige billionenschwere Kernschmelze des Finanzsystems durch die sogenannte Verbriefung, die »Asset Securitization«. In Wahrheit stellt das Global Warming genauso wie Peak Oil und andere Schauergeschichten nur den weiteren Versuch einflussreicher Kapitalinteressen dar, die Welt glauben zu machen, es sei besser ist, ihnen die Kontrolle über den Lauf der Dinge zu überlassen. Hier wird offensichtlich das Klima für den Versuch missbraucht, den Lebensstandard der Mehrheit der Menschen auf der Welt zu senken, während eine winzige Elite mehr Macht und Einfluss gewinnt.

 

Montag, 28.09.2009

Kategorie: Geostrategie, Enthüllungen, Wirtschaft & Finanzen, So lügen Journalisten, Politik

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