Informationen, die Ihnen die Augen öffnen!

Bücher, die Ihnen die Augen öffnen!

 

Götterdämmerung – Der Count-Down für den Angriff auf Iran hat angeblich schon begonnen

Udo Ulfkotte

Im slowenischen Kernkraftwerl Krsko hat es einen Störfall gegeben. Alle Medien berichten darüber. Passiert ist – nichts. Radioaktiviätat ist jedenfalls nicht ausgetreten. Zugleich hat die in Wien ansässige Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) die Botschafter vieler Staaten darüber unterrichtet, es bestehe nunmehr kein Zweifel mehr daran, dass die Islamische Republik Iran zumindest bis in die jüngste Vergangenheit Atomwaffen entwickelt habe. Die IAEA hat Original-Dokumente dazu vorliegen. Noch in diesem Jahr könnten 6.000 Zentrifugen zur Urananreicherung in Iran zum Einsatz kommen. Und auch der erste nukleare Sprengkopf könnte viel schneller als erwartet fertig werden, so die IAEA. Darüber aber berichtet – im Gegensatz zum Störfall von Krsko – derzeit niemand …

Fünf Mal im Jahr trifft sich eines der ranghöchsten Gremien der IAEA zu Konsultationen in Wien. Wer die offiziellen Verlautbarungen des jüngsten Treffens vom 2. Juni 2008 in Wien betrachtet, der findet nichts Weltbewegendes im offiziellen Programm. IAEA-Direktor Mohammed El Baradei eröffnete die Sitzung und widmete dabei auch einige Sätze dem iranischen Nuklearprogramm. Er hob hervor, man habe bei der Aufklärung nicht jene Fortschritte gemacht, die man sich eigentlich erhofft habe. Und man sei weiterhin in Hinblick auf das angebliche iranische Nuklearwaffenprogramm »sehr besorgt«. Das war nun nicht wirklich gelogen. Mohammed Al Baradei ist Diplomat – und er muss sich diplomatisch äußern. Hätte er öffentlich die Wahrheit gesagt, die Nachrichtensender hätten wohl Sondersendungen ins Programm gehoben.

Nun hatten am 26. Mai 2008 die Mitglieder des Board of Governors der IAEA ein äußerst vertrauliches Dokument überreicht bekommen, das der Vorbereitung des Treffens am 2. Juni dienen sollte. In dieses waren die Erkenntnisse von zehn Geheimdiensten eingeflossen, die der IAEA unabhängig voneinander nachrichtendienstliche Informationen über das iranische Atomwaffenprogramm liefern.

 

Zu den Diplomaten, die das vertrauliche Dokument vom 26. Mai lesen durften, gehörten auch Deutsche. Und so wurde in den letzten Tagen zunächst nur in Sicherheitskreisen bekannt, was die Öffentlichkeit wohl schockieren – den amerikanischen Präsidenten Bush aber freuen wird: die IAEA verfügt über Kopien iranischer Blaupausen. Und danach hat man in Teheran längst schon Nuklear-Sprengköpfe entwickelt, die derzeit testweise gebaut werden. Bis die 6.000 Uranzentrifugen genügend angereichertes Uran hergeben – das dürfte nach IAEA-Angaben Ende 2008 der Fall sein –, könnte der auch der erste Nuklearsprengkopf fertig gestellt sein. Dann müsste man ihn nur noch bestücken. In Sicherheitskreisen schlug diese Nachricht ein wie ein Atomschlag. Denn bislang hatte man israelische und amerikanische Aussagen zu dieser Thematik als voreingenommen und von politischen Interessen getrieben betrachtet. Immerhin wurde inzwischen sogar der stellvertretende IAEA-Chef Olli Heinonen mit den Worten zitiert, das Auffinden der Blaupausen des iranischen Nuklearsprengkopfes durch die IAEA sei »alarmierend«.  Nur eine jüdische und eine amerikanische Publikation berichteten bislang darüber.

 

In europäischen Sicherheitskreisen zweifelt vor diesem Hintergrund niemand mehr daran, dass der amerikanische Präsident Bush noch vor dem Ende seiner Amtszeit Schritte unternehmen wird, um das mutmaßliche iranische Atomwaffenprogramm zumindest um viele Jahre zurückzuwerfen. Wie diese Schritte aussehen könnten, darüber wurde viel spekuliert. Und immer wieder wurden Pläne für militärische Aktionen genannt. Man mag von solchen Spekulationen halten, was man will. Es ist jedoch eine Tatsache, dass mehrere europäische Regierungschefs in den letzten Wochen von amerikanischer Seite einen interessanten »Hinweis« bekommen haben: Vom 4. November 2008, dem Tag der amerikanischen Präsidentschaftswahl, bis zum 20. Januar 2009, dem Tag der Amtseinführung des neuen Präsidenten, wird man genau 77 Tage zählen. Und der übereinstimmende Hinweis, der in diesem Zusammenhang gegeben wurde, lautet, man werde dann in Hinblick auf Iran eine »Götterdämmerung« erleben. Die europäischen Regierungschefs verstanden das jedenfalls als einen indirekten Hinweis auf eine letzte große Aktion, die der Machthaber im Weißen Haus derzeit noch plane, bevor er seinem Nachfolger Platz machen muss.

 

Unabhängig davon hat der renommierte Washingtoner Militärfachmann Anthony H. Cordesman, der am Think-tank Center for Strategic and International Studies (CSIS) arbeitet, schon im November 2007 eine Studie mit dem Titel Iran, Israel and Nuclear War veröffentlicht. Keine andere öffentlich bekannte Studie schildert die Schrecken eines potentiellen nuklearen Krieges in der Region deutlicher. Alle denkbaren Szenarien haben eines gemein: Millionen von Menschen würden binnen weniger Tage ihr Leben verlieren.

 

Donnerstag, 05.06.2008

Kategorie: Allgemeines, Geostrategie, Enthüllungen, Geheimdienste, Politik

© Das Copyright dieser Seite liegt, wenn nicht anders vermerkt, beim Kopp Verlag, Rottenburg


Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muß nicht zwangsläufig die Meinung des Verlags oder die Meinung anderer Autoren dieser Seiten wiedergeben.


Wer diesen Artikel gelesen hat, hat sich auch für diese Beiträge interessiert:

Marssonde fotografiert Marssonde

Andreas von Rétyi

Premiere bei der NASA: Erstmals fotografierte eine Planetensonde ein anderes Raumschiff bei seinem Landeanflug auf eine fremde Welt. Dieses verblüffende Experiment gelang jetzt im Orbit um Mars, jene immer noch von zahlreichen Rätseln erfüllte Nachbarwelt unserer Erde.
weiterlesen »

Montag, 02. Juni 2008


Kennedy-Mörder entlastet

Andreas von Rétyi

Kaum zu fassen: Die amerikanische Bundespolizei FBI stellte bereits vor vielen Jahren die Unzuverlässigkeit einer häufig angewandten forsensischen Methode fest, doch erst vor zwei Jahren beendete die Behörde jeden weiteren Einsatz des Verfahrens.
weiterlesen »

Freitag, 21. Dezember 2007


George W. Bush: Gebrauchsanleitung für einen Mordprozess

Gerhard Wisnewski

Begeht man einen Mord, wird fieberhaft gegen einen ermittelt. Begeht man 4.000 Morde, kann man das in aller Öffentlichkeit tun, und kein Mensch kümmert sich darum. So könnte man jedenfalls ein Statement zusammenfassen, das kürzlich der frühere US-Staatsanwalt Vincent Bugliosi abgegeben hat. Jeder ...
weiterlesen »

Mittwoch, 04. Juni 2008


Nur nicht vorhandene Daten sind gute Daten

Gerhard Wisnewski

Wie schützt man seine Daten am besten? Indem man sie gar nicht erst erzeugt. Nur nicht vorhandene Daten sind sichere Daten, meint der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung und veranstaltet am Samstag, 31. Mai 2008, in 30 deutschen Städten einen Aktionstag gegen die ausufernde Überwachung durch ...
weiterlesen »

Mittwoch, 28. Mai 2008


Kopp exklusiv Brisante Hintergrund- analysen wöchentlich exklusiv nur bei uns.
» Kopp exklusiv