IWF warnt: Die Krise ist noch nicht vorbei!
Rund um den Globus versuchen Politiker, die Lage schön zu reden, doch die Krise der Weltwirtschaft ist noch längst nicht unter Kontrolle.
Regierungen verkünden den Aufschwung, die US-Notenbank Federal Reserve erklärt das Ende der Rezession und Wirtschaftsinstitute prognostizieren ein Wirtschaftswachstum.
Alles gut, alles schön, jetzt geht’s voran und ganz wichtig: Das Volk ist ruhig gestellt.
Doch entgegen der politischen Schönfärberei warnt der Internationale Währungsfonds (IWF) davor, die ökonomischen Erholungssignale zu überschätzen.
In einem Papier an die G20-Staaten stellt der IWF ganz klar fest, dass die Wiederbelebung ungleich ausfällt, nicht selbsttragend ist und vor allem die entwickelten Volkswirtschaften von diesen Instabilitäten betroffen sind. »Die Bedingungen auf den Finanzmärkten haben sich verbessert«, heißt es zwar in diesem Bericht, aber »sie sind noch immer weit von der Normalität entfernt«.
Die Weltwirtschaft wird träge bleiben, so die Analysten des Fonds. Die Hauptaufgabe wird darin bestehen, den Schwung aus den staatlichen Konjunkturprogrammen zu erhalten.
Als problematisch sieht der IWF das immer noch schwache Verbrauchervertrauen und das Auslaufen von besonderen Stimulierungsmaßnahmen. All das zeigt, wie sehr die Nachfrage noch von staatlichen Programmen abhängig ist.
Weitere Schwierigkeiten sind:
– der private Verbrauch wird durch Kreditinstitute blockiert,
– die Menschen versuchen ihr privates Budget in die Balance zu bekommen,
– steigende Arbeitslosigkeit veranlasst die Bürger zu vorsichtigem Konsum.
Als Lösung sieht der IWF einen vorsichtigen Ausstieg aus den staatlichen Programmen, die Senkung der öffentlichen Verschuldung innerhalb eines definierten Zeitrahmens und eine von der Lage der jeweiligen Volkswirtschaft abhängige Entnahme des Geldes aus dem Wirtschaftskreislauf.
Nicht einig waren sich die Experten über den Nutzen einer Politik niedriger Zinsen. Während die Einen den Zinssatz von einem Prozent als »Risiko« einstuften, verteidigten andere diese Maßnahme als sinnvoll in »außerordentlichen« Zeiten.
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Quelle: Handelsblatt
Montag, 28.12.2009
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